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18.08.2011 Bericht von Christian Heidler
Neubrandenburg im Vorwärtsgang. Meist ging es jedoch in die andere Richtung. Der Regionalligist aus Calden (rechts Laura Frank)
ging als verdienter Sieger vom Platz.
Foto: Ralf Dauksch
Mit der Paarung Calden – Neubrandenburg hat die Auslosung für ein
Wiedersehen zweier Mannschaften gesorgt, die einst in der 2. Liga Nord gegeneinander angetreten sind. Während die Nordhessen aus der Regionalliga Süd die
Rückkehr in die Zweitklassigkeit anstreben, sind die Mecklenburger (einst FFV Neubrandenburg) mittlerweile gar in der Viertklassigkeit versunken. So gingen die
Gastgeber, die das Pokalspiel in die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Frauenfußballabteilung einbetteten, als Favorit in das Duell der beiden
Landespokalsieger.
Vor der etwas enttäuschenden Kulisse von offiziell 180 zahlenden Zuschauern auf dem
Kaiserplatz erwischten die Jahn-Frauen einen guten Auftakt und gingen durch einen Flachschuß ins lange Eck von Nina Körle früh in Führung. Doch nur 5 Minuten
später konnten die Gäste eine Unachtsamkeit des Gegners ausnutzen und durch Daniela Schmidt egalisieren.
Nach diesem munteren Beginn bemühte sich Calden die Partie zu kontrollieren und erzielte
ein leichtes Übergewicht. Neubrandenburg hingegen war von Trainer Onni Berner recht defensiv eingestellt und lauerte auf Konter oder Aufbaufehler des Gegners,
was in der 17. Minute beinahe die Führung eingebracht hätte. Als Caldens Torfrau Julia Zeuner einen FCN-Angriff außerhalb ihres Strafraumes noch abfangen
konnte, kam der Ball zu Silvia Waschitzek, deren Fernschuß jedoch das leere Tor verfehlte.
Ansonsten erarbeiteten sich die Gastgeberinnen die zahlreicheren und besseren Chancen. So z.B. Arlene
Rühmer, die mit ihrem Schuss an Keeperin Anika Krause scheiterte oder Sharon Braun, die nach schönem Zuspiel in aussichtsreicher Lage den Ball nicht richtig
traf. Wie man Tore schießt demonstrierte Jacqueline Scheuren in der 30. Spielminute als ihr herrlicher Volleyschuß aus 20 Metern im rechten Eck einschlug.
Bild links: Jacqueline Scheuren in Aktion. Sie erzielte mit einem wunderschönen
Volleyschuß das 2:1 für Jahn Calden.
Foto: Ralf Dauksch
Calden hätte in
Person von Braun die Führung noch ausbauen können, doch ihr Lupfer über die herauseilende Krause landete nur am Pfosten und auch aus kurzer Distanz blieb ihr
der Erfolg verwehrt, nachdem sie von der bis zur Grundlinie durchgebrochenen Laura Frank optimal bedient worden war.
Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie etwas. Eine Großchance nach Konfusion im Caldener Strafraum
ließen die Vier-Tore-Städterinnen ungenutzt. So sorgte Rühmers Distanztreffer aus der 68. Minute für die Vorentscheidung. Und auch Braun schaffte es noch sich
in die Torschützenliste einzutragen. Caldens Nr. 13 konnte einer Abwehrspielerin den Ball stibitzen und ins kurze Eck einnetzen.
Bild rechts: Chancenlos war Neubrandenburg nicht, eine bessere Torausbeute wäre aber für
eine Pokalüberraschung notwendig gewesen. Hier trauert Lisa Schramm einer vergebenen Möglichkeit nach (links Marlene Schneider).
Foto: Christian Heidler
Rühmer und Scheuren boten sich in der Endphase noch weitere Einschußmöglichkeiten, doch während erstere
aus kurzer Distanz an Krause scheiterte, traf letztere nur den Pfosten. Den Schlußpunkt hätten die Gäste kurz vor dem Abpfiff setzen können, doch vergaben sie
ihre Chance eher kläglich.
Stimmen zum Spiel:
Beide Trainer zogen nach der Begegnung ein weitgehend positives Resümee, erkannten aber auch noch Steigerungspotential bei ihren Teams. Und während sich die
Gäste auf die lange Heimreise nach Mecklenburg begaben, konnten Caldens Spielerinnen und Anhang den Tag noch auf dem abendlichen Kommers feierlich und fröhlich
ausklingen lassen. Ja, und ein weiteres DFB-Pokalspiel haben die Caldenerinnen ja auch noch vor sich. Dabei wird es im September erneut ein Wiedersehen mit
einem Klub aus Zweitligazeiten geben, wenn der 1. FC Lokomotive Leipzig, der vor 4 Jahren schon einmal Pokalgegner war, die Nordhessinnen besuchen wird.
Bild links: Das Schiedsrichtergespann von Lena Dittmann (Mitte) mit Nicole Fink und Christin Junge hatte mit der fair ausgetragenen Begegnung
wenig Probleme und kam ohne Verwarnungen aus.
Foto: Christian Heidler
Stenogramm:
TSV Jahn Calden:
Zeuner - Alexi (68. Thöne), Rosek, M. Schneider, K. Müller, Vogel (75. Trabert), Scheuren, Frank,
Rühmer, Körle (46. Waldherr), Braun
Trainer: Frank Waldherr
1. FC Neubrandenburg 04:
Krause - Cziborra, Beilke, Ant. Wagner, Heller, Knoll, Schramm, Anj. Wagner (76. Bäcker),
Waschitzek, D. Schmidt, Reggentin (46. Franke)
Trainer: Onni Berner
Tore:
1:0 Körle (8.)
1:1 D. Schmidt (13.)
2:1 Scheuren (30.)
3:1 Rühmer (68.)
4:1 Braun (75.)
Gelbe Karten: keine
Schiedsrichterin: Lena Dittmann (Stadthagen) mit Nicole Fink und Christin Junge
Zuschauer: 180
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