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DFB-Pokal, 2. Runde

Tapfere Gladbacherinnen verlieren unglücklich

VfL Borussia Mönchengladbach – SC 07 Bad Neuenahr 0:1 (0:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Katrin Müller

2. September 2010   In der zweiten Runde im DFB-Pokal hat der Regionalligist dem zwei Klassen höher spielenden Bad Neuenahr alles abverlangt und an den Rande einer Blamage gebracht. 91 Minuten lang hielten die tapferen Gladbacherinnen dem Sturmlauf des Erstligisten Stand und unterstrichen damit ihre Bemühungen in die 2. Bundesliga aufzusteigen.

Für Borussia Mönchengladbach ist das Erreichen der 2. Hauptrunde im DFB-Pokal der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte im Frauenfußball. Für Bad Neuenahr schien die Anreise an den Nordpark eine vermeintlich leichte Aufgabe zu werden. Bevor die Partie starten sollte verabschiedete der Regionalligist eine seiner Leistungsträgerinnen: Die türkische Nationalspielerin Cansu Yag wird den Verein alsbald verlassen und ein Studium beginnen, wohin es sie sportlich treibt ist bis dato unbekannt.

Gladbachs Manndeckung war vorbildlich, meist gab es Doppelbewachung, wie sie hier Ramona Petzelberger durch Cansu Yag und Leonie Zellmann.

Bad Neuenahr begann die Partie konzentriert mit dem nötigen Druck nach vorne, man wollte tunlichst die schnelle Führung. Das hätte auch fast geklappt; denn bereits nach zwei Minuten setzte sich Rechtsaußen Marie Pyko mit einem schönen Alleingang gut in Szene. Doch der gut platzierte Schuss konnte kurz vor der Torlinie von Anne Jacobs noch abgefangen werden. Alles sah nach einer klaren Sache für die Kurstädterinnen aus, aber die Gladbacherinnen ließen sich nicht einschüchtern und hielten dem druckvollen und teils schnellen Spiel des Gegners Stand. In der elften Minute war es Nicole Rolser, die nach einer Flanke von Pyko im Zusammenspiel mit Leonie Maier den Führungstreffer erzielen hätte müssen, aber der Kopfball klatschte an den rechten Pfosten.



Bezeichnend für diese Spiel: oftmals gab es viel Gewimmel im Strafraum der Borussia, doch letzlich schaffte es entweder die Abwehr oder Jasmin Hamann ein Tor zu verhindern.

Im Laufe des Spiels stand sich Neuenahr immer mehr selbst im Wege. Obwohl sie den Druck weiter aufrecht erhielten und die Gastgeberinnen förmlich in ihrer Hälfte festschnürten, schafften sie es nicht einen Torerfolg zu verbuchten. Ungenaue Pässe, schlechte Abschlüsse und konzentrierte Fohlen machten ihnen das Leben schwer – Thomas Obliers war der Verzweifelung nahe. Der VfL hatte mehr als ein Mal die Glücksfee auf seiner Seite, so auch in der 24. Minute. Lena Gössling versuchte mit einer weiteren Standardsituation die Gladbacher Hintermannschaft zu überlisten, aber der ausgeführte Freistoß über die Mauer der Gladbacherinnen klatschte an die Querlatte.



Die Kapitänin von Bad Neuenahr, Lena Gössling, war während der gesamten Partie die Schaltzentrale und brachte viel Unruhe in das Gladbacher Spiel. Ihre Flanke in der 92. Minute leitete den Sieg von Bad Neuenahr ein.


Tor oder nicht Tor, das ist hier die Frage? Wieder einmal Glück für die Borussia - Pech für Bad Neuenahr das Leder erreicht sein Ziel nicht!

Die erste richtige Angriffschance der Borussia  entstand aus einem Tempo Gegenstoß kurz vor der Halbzeit. Kapitänin Melanie Krohnen bediente ihre Teamkameradin Janina Voigt mit einem sehenswerten Steilpass, diese kam aber einen Schritt zu spät und verpasste den Ball um Millimeter.

Nach der Pause das gleiche Bild! Bad Neuenahr machte weiterhin das Spiel und die Fohlen hielten dagegen, nur mit einem großen Unterschied! Die Gladbacherinnen passten sich nun dem schnellen Spiel der Gäste an und tauchten vermehrt vor dem Gehäuse von Torhüterin Nadine Richter auf. So scheiterte erst Melanie Krohnen und kurze Zeit später Leonie Zellmann an den noch etwas überhasteten Angriffsbemühungen.

Der rechte Abwehrflügel mit Leonie Maier bot eine anständige Defensivleistung, die auch Gladbachs Stürmerin Eyline Lupprich zu spüren bekam.

Zwischenzeitlich war der Regionalligist dem Erstligisten fast ebenbürtig und hatte in der 58. Minute die wohl beste Möglichkeit sogar in Führung zu gehen. Sonja Deckers spielte eine wunderschöne Flanke in den Lauf von Eyline Lupprich, diese zieht volley ab und das Leder fliegt äußerst knapp über das gegnerische Tor. Lag sogar eine Überraschung in der Luft??? Beflügelt von den guten Konterspielen versuchten es die Gladbacherinnen noch mehrmals und Neuenahr kam in arge Bedrängnis. Eine Ecke von der gut agierenden Deckers konnte Richter nur mit aller letzter Faustabwehr im Strafraum abwehren. Unfassbar wie schwer sich die Rheinländerinnen taten, teilweise war kein Unterschied zwischen den beiden Mannschaften zu entdecken.

Keine Angst vor großen Namen hatte Anna Jacobs, die sich des öfteren mit Marie Pyko auseinandersetzen musste.

Nach einer gefühlten Ewigkeit versuchte es die eingewechselte Sara Doorsoun-Khajeh in der 65. Minute mit einem Distanzschuss aus knapp 25 Metern, aber ohne Erfolg. Diese Aktion schien wie ein Weckruf für ihr Team; denn fortan bemühte man sich die Begegnung doch in der regulären Spielzeit zu beenden.


Aber weder Petzelberger, Gössling noch Doorsoun und Rech schafften es das Runde in das Eckige zu bringen. Zumal mit Jasmin Hamann eine Torhüterin im Borussentor stand, die eine phantastische Leistung ablieferte. Ihre guten Reflexe hatten ebenfalls maßgeblichen Anteil daran, dass es nach 80 Minuten immer noch 0:0 stand.



Celia Okoyina da Mbabi (hier gegen Sabrina Weyers) erwischte heute nicht ihren besten Tag und blieb in weiten Teilen des Spiels blass.

In der 87. Minute schien eine Pokalsensation in der Luft zu liegen, als wieder einmal Lupprich mit einem schnellen Konter die Neuenahrerinnen wie Schulmädchen aussehen lies und gleich drei von ihnen umspielte. Letztendlich scheiterte sie an Nadine Richter, die diesen Angriff konsequent entschärfen konnte. Als alle im Stadion sich bereits auf die Verlängerung eingestellt hatten, fiel in der Nachspielzeit doch noch der Siegtreffer für Bad Neuenahr. In der 92. Minute setzte sich Lena Gössling mit einem Solo über die linke Flanke durch und bediente die im Strafraum stehende Doorsoun. Zuerst scheiterte diese zwar nochmals an Hamann, aber im zweiten Versuch konnte sie schlussendlich das Leder über die Linie bringen.

Mit Ruhm hat sich Bad Neuenahr in dieser Partie wirklich nicht bekleckert und es schien auch einwenig fragwürdig ob dieser Sieg am Ende eigentlich verdient ist. So sahen es wohl auch die Spielerinnen; denn nach dem Schlusspfiff blieb der riesige Jubel aus.




Borussia Mönchengladbach:
Hamann - Schommen, Weyers, Pfeiffer, Jacob, Vogt, Yag, Zellmann, Deckers, Krohnen, Lupprich

SC 07 Bad Neuenahr:
Richter - L. Maier, Westphal, Goeßling, Na. Rolser, Pyko (46. S. Schröder), Rech, Ni. Rolser (46. Doorsoun-Khajeh), Okoyino da Mbabi, D. Stein (63. Götte), Petzelberger

Tore:
0:1 Doorsoun-Khajeh (90.+2)

Gelbe Karten: Deckers

Schiedsrichterin:
Monique Klauß (Duisburg) mit Nicola Massold und Christine Tebeck



Zuschauer: 450




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