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DFB-Pokal, 2. Hauptrunde

Hohen Neuendorf gestrandet bei Flutlicht

SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf – SV Werder Bremen 1:4 (0:3)

Text und Bilder von Christian Heidler

16.10.2009   Die Vorzeichen für die Gastgeberinnen waren nicht allzu günstig. Zum einen mussten die Randberliner in die Hauptstadt ausweichen, damit an einem Mittwoch unter Flutlicht gespielt werden konnte. Hertha BSC stellte dafür dankenswerterweise sein schmuckes und mit herrlich gepflegtem Rasen versehenes Amateurstadion zur Verfügung. Zum anderen plagten Trainer Martin Schalow Personalsorgen aufgrund von Verletzungen oder Sperren einiger Stammspielerinnen. Werder Bremen musste zwar auf Maren Wallenhorst verzichten (Bänderriss), das größere Handicap stellte aber sicherlich die beschwerliche Anreise dar. Trotzdem entwickelte sich ein leidenschaftlich geführtes Pokalspiel mit einem verdienten Sieger aus Norddeutschland.

Die Abtastphase währte nur kurz. Nach drei Minuten schoss Werder das erste mal aufs gegnerische Tor, nach sechs hieß es bereits 0:1. Doreen Nabwire bediente Sturmpartnerin Nahrin Uyar, deren erster Schuss noch von Mandy Zimmermann pariert werden konnte. Im Nachsetzen war Uyar dann aber erfolgreich. Die Schalow-Schützlinge zeigten sich wenig geschockt, ihren Angriffsbemühungen fehlte jedoch die Durchschlagskraft. Am verheißungsvollsten war noch die Szene als Sandra Sommer nach schönem Zuspiel auf das von Maria Doll gehütete Tor zulaufen konnte, Eva-Marleen Votava die Blaue aber noch einholen und ihr den Ball wegspitzeln konnte (17. Minute).

Olympiapark

Während es dämmert, weht ein kalter Wind über den Olympiapark. Blau-Weiß musste sein Heimspiel nach Berlin verlegen, da es in Hohen Neuendorf keine Gelegenheit gab, unter Flutlicht zu spielen

Auf der Gegenseite wurde schön in die Spitze auf Uyar gepasst, die den Ball gekonnt mit der Brust mitnahm, im Abschluss aber an Zimmermann scheiterte (19.). Fünf Minuten später machte es Bremens Nr. 9 besser. Wieder wurde der Ball bestens zu ihr durchgesteckt, doch diesmal vollendete sie sicher.

Hohen Neuendorf wollte in Person von Eva-Maria Gesang die richtige Antwort geben, aber ihr Distanzschuss verfehlte knapp das Bremer Tor. Die Grün-Weißen ihrerseits setzten weiter nach. So ergab sich eine dicke Chance für Nabwire, als sie mustergültig durch eine Rückgabe von der Grundlinie bedient wurde, das Spielgerät dann aber über die Querstange hämmerte (29.). Einen Assistpoint verdiente sich „Dodo” allerdings in der 41. Minute durch ihr frühes Stören. Juliane Guhr meinte sich nur mittels einer Rückgabe auf ihre Torhüterin aus der Bedrängnis befreien zu können, achtete dabei aber nicht darauf, dass Zimmermann ihr bereits entgegen lief und schob dadurch die Kugel an ihrer Keeperin vorbei ins eigene Netz.

Christine Weigelt und Annett Unterbeck

Das Schiedsrichtergespann um Christine Weigelt – links von ihr Assistentin Annett Unterbeck – hat sich gute Noten für seine Leistung verdient. Auf dem Weg zum Pausentee werden beide hier begleitet von Andrina Braumann von Blau-Weiß Hohen Neuendorf

Beinahe hätte Unglücksrabe Guhr ihr Mißgeschick wieder wettmachen können, doch ihr Kopfball im Anschluss an eine Hohen Neuendorfer Ecke strich über die


Pokalkampf unter Flutlicht

Einlauf der Spielerinnen zum Pokalkampf unter Flutlicht

Latte. So blieb es zur Halbzeit bei der aufgrund größerer Spielanteile und gefährlicherer Angriffsaktionen verdienten, wenngleich etwas zu hoch geratenen Bremer Führung.

Aus der Kabine kamen die Gastgeberinnen mit mehr Offensivgeist zurück. Diana Liebrecht kam für Jasmin Henke, den Angriff zu verstärken. Sommer (52.) und Charline Pantelmann (55.) erarbeiteten sich auch gleich gute Torchancen. Hohen Neuendorf hatte fortan mehr von der Partie, Bremen beschränkte sich aber keineswegs auf Ergebnisverwaltung. Zunächst trumpfte die eingewechselte Jessica Golebiewski auf, die sich das Leder erkämpfte und mit ihrem feinen Fernschuss das Lattenkreuz traf (57.). Nach 65 Minuten dann fiel die endgültige Entscheidung als Werder das 0:4 gelang. Torschützin war abermals Uyar.

Nahrin Uyar

Bremens Nahrin Uyar avanciert mit ihren 3 Treffern zur Spielerin des Abends

Fast hätte Liebrecht den alten Dreitoreabstand wiederhergestellt, doch ihr Treffer wurde wegen Abseits annulliert - das muss knapp gewesen sein! Die Ostdeutschen steckten aber nicht auf und zwangen Doll kurz hinter einander zu zwei Glanzparaden. Und schließlich wurden ihre Mühen auch belohnt, als Liebrecht einen Konter im „eigenen” Stadion mit einem Schuss von rechts ins lange Eck erfolgreich abschließen konnte (76.).

Strafraumszene

In der 2. Halbzeit verstärkt Hohen Neuendorf seine Angriffsbemühungen. Auch dieser Eckball sorgt für Gefahr im Bremer Strafraum, ohne aber letztlich zu einem Treffer zu führen.

Die Bremerinnen wurden aber ihrerseits wieder aktiver. Lea Notthoff zielte mit 2 Fernschüssen knapp daneben und am Ende wäre Uyar beinahe noch der vierte Streich


gelungen, Zimmermann pflückte der Spielerin des Abends aber gerade noch rechtzeitig den Ball vom Fuß.

Am Ende der hart umkämpften, unterhaltsamen Pokalbegegnung sind 5 Tore, 3 Gelbe Karten und das Weiterkommen von Werder Bremen fest zu halten. Hohen Neuendorf missglückte damit die Revanche für die 0:1 Heimniederlage im Punktspiel vor eineinhalb Wochen und kann sich nun voll auf die Liga konzentrieren, wo Blau-Weiß mit 0 Punkten auf einem Abstiegsplatz steht. Die Spielerinnen von der Weser dagegen können das Pokalabenteuer noch weiter genießen. Trainerin Birte Brüggemann äußerte die Hoffnung, dass Lukas Podolski ihnen ein Heimspiel gegen einen Erstligisten zulosen werde.

Birte Brüggemann

Trainerin Birte Brüggemann hat allen Grund zur Zufriedenheit. Erstmals erreicht Werder die 3. Runde im DFB-Pokal. Nun hoffen die Bremerinnen auf ein Heimspiel gegen einen Erstligisten.




SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf:
Zimmermann - Retkowski, Guhr, Gesang, Schäfer ( 78. J. Pantelmann) - Neue ( 63. Grimske), Stern, Braumann, C. Pantelmann - Henke ( 46. Liebrecht), Sommer

Trainer: Martin Schalow

SV Werder Bremen:
Doll – Mauckisch, Scholz, Holsten, Votava - Krämer (77. Bopp), Kersting, Notthoff, Haar, Uyar - Nabwire (55. Golebiewski)

Trainerin: Birte Brüggemann

Tore:
0:1 Uyar (6.)
0:2 Uyar (25.)
0:3 Guhr (41.ET)
0:4 Uyar (65.)
1:4 Liebrecht (76.)

Gelbe Karten: Gesang, Braumann – Holsten

Schiedsrichterin: Christine Weigelt (Leipzig)

Zuschauer: offiziell 75 (davon ca. 30 zahlende)

Spielort:Hanns-Braun-Stadion (Amateurstadion Olympiapark Berlin)


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