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DFB-Pokal, 2. Hauptrunde

Debakel für Herford

FCR 2001 Duisburg – Herforder SV 9:0 (4:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Christian Mittelbach

15.10.2009   Das Ziel des Herforder SV ist der sofortige Wiederaufstieg in die erste Liga, doch angesichts dessen, was sich gestern Abend im PCC Stadion zu Duisburg zugetragen hat, dürfte es dem einen oder anderen doch Sorgenfalten ins Gesicht getrieben haben. Gut, Duisburg zählt zurzeit zu den besten Mannschaften in Europa, aber Herford schaffte es gerade einmal dreißig Minuten halbwegs mitzuhalten.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt startete das Pokalspiel mit einem Paukenschlag! Das Match war gerade erst angepfiffen, die Zuschauer saßen noch nicht alle auf ihren Plätzen, da stand es bereits 1:0 durch Inka Grings... nach 32 Sekunden!!! Linda Bresonik hatte den Ball direkt nach Anpfiff auf die Ausnahmestürmerin gespielt und diese machte kurzen Prozess.

Kerstin Nolte gegen Annemieke Kiesel

Herford hielt nach der frühen Führung dagegen und kam unter anderen durch gute Vorarbeit von Kerstin Nolte (im Bild links im Zweikampf mit Annemieke Kiesel) zu Torchancen, die jedoch nicht genutzt werden konnten

Doch der Herforder SV stecke diesen frühen Rückstand noch recht gut weg und konzentrierte sich von nun an auf sein eigenes Spiel und hielt dem Duisburger Druck Stand. Zeitweise kam sogar ein Hauch eines Pokalfightes auf, indem gar einmal Marie Pollmann sowie Jennifer Ninaus in Kombination mit Kerstin Nolte ihre Torchancen nicht nutzen konnten. Aber auch auf der Gegenseite hatte Duisburg so seine Probleme mit der Chancenauswertung. Gleich mehrfach scheiterten Grings, Maes und Bresonik entweder am Pfosten oder an der Latte.

Simone Laudehr

Simone Laudehr kommt hier ungestört zum Flanken, Christine Schulte ist zu weit weg und kann nur zuschauen

Der Herforder SV rückte auf und versuchte die Angriffsbemühungen des FCR zu unterbinden. Hier fiel einem besonders Isabella Berger ins Auge, die in der Abwehr eine richtig gute Leistung zeigte. Unaufhörlich feuerte Martina Voss-Tecklenburg ihre Mannschaft an und konnte die schlechte Chancenverwertung einfach nicht begreifen. Herfords Trainerin Tanja Schulte hatte ebenfalls so ihre Mühen, das Team auf Spur zu bringen. Als in der 34. Minute Duisburg einen Foulelfmeter zugesprochen bekam und Inka Grings diesen kaltschnäuzig zum 2:0 verwandelte,


Inka Grings

Inka Grings war wieder einmal nicht zu halten, auch wenn es die Herforderinnen zu dritt probierten wie in dieser Szene. Grings erzielte vier der neun Duisburger Tore, das erste nach 32 Sekunden

schien Tanja Schulte bereits eine leise Vorahnung zu haben was ihrer Mannschaft in den nächsten Minuten blühen sollte... Duisburg fing an zu zaubern was das Zeug hielt. Eine Traumkombination folgte der nächsten, das gesamte Team spielte wie aus einem Guss und nach 45. Minuten stand es bereits 4:0.

Femke Maes

Femke Maes setzte mit ihrem Tor zum 9:0 den Schlusspunkt

Wer gedacht hatte in der zweiten Halbzeit würde Duisburg das Tempo drosseln, der wurde eines besseren belehrt; denn genau das Gegenteil war der Fall. Es ging Schlag auf Schlag und nach 50 Minuten führten die Löwinnen bereits mit 7:0 nach wunderschönen Treffern durch Simone Laudehr und der wieder genesenen Jennifer Oster.

Nina Göking

Herfords Keeperin Nina Göking, die hier den Ball sicher hat, stand sicherlich öfter im Mittelpunkt des Geschehens, als ihr lieb sein konnte

Die Herforderinnen hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits völlig aufgegeben und waren nun darauf bedacht, das Ergebnis nicht zweistellig ausfallen zu lassen. Bevor Inka Grings den Platz verließ, verwandelte die Stürmerin noch einen Foulelfmeter zum 8:0.


Nach dieser Auswechslung verflachte das Duisburger Spiel und es war unverkennbar, welch wichtige Position Grings in dieser Mannschaft einnimmt. Den Schlusspunkt setze an diesem Abend Femke Maes, die nach überstandener Verletzung im Sommer zu ihrer alten Stärke zurück gefunden hat. Einen bemerkenswerten gute Leistung in der ersten Mannschaft des FCR zeigte zudem Luisa (Lulu) Wensing aus der zweiten Mannschaft. Die junge Spielerin, die im Länderpokal vor einer Woche zur besten Spielerin gekürt worden war, nutze ihre Chance und empfahl sich mit einer konstanten Leistung bei Martina Voss-Tecklenburg.

Luisa (Lulu) Wensing

Luisa (Lulu) Wensing aus der zweiten Mannschaft (hier gegen Jennifer Voss), die im U17-Länderpokal vor einer Woche zur besten Spielerin gekürt worden war, brachte eine gute Leistung in der ersten Elf des UEFA-Cup-Siegers

FCR 2001 Duisburg:
Bellinghoven – van Bonn, Hauer, Kiesel, Grings (Kayikci), Bresonik, Laudehr, Krahn (46. Wermelt), Maes, Wensing, Popp (46. Oster)

Herforder SV:
Göking – Nolte, Schulte, Lenz, Ninaus, Laue (55. Hansmeier), Pollmann (50. Rolfs), Berger (55. Sauer), Mittendorf, Voss, Deilmann

Tore:
1:0 Grings (1.)
2:0 Grings (30. FE)
3:0 Popp (32.)
4:0 Grings (34.)
5:0 Laudehr (47.)
6:0 Laudehr (48.)
7:0 Oster (50.)
8:0 Grings (53. FE)
9:0 Maes (74.)

Gelbe Karte: Schulte

Schiedsrichterin: Christina Jaworek (Rötsweiler)
mit Sandra Jung und Swinde Wiederhold

Zuschauer: 714


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