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DFB-Pokal – Achtelfinale

„Hauptsache eine Runde weiter...”

SG Essen-Schönebeck – 1. FC Lokomotive Leipzig 4:0 (2:0)

Text und Bilder von Marion Kehren

15.11.2009   ...nach dem WIE fragt nachher keiner mehr.” so die ersten Worte von Essens Trainer Ralf Agoli nach dem Spiel. Agoli wusste genau wovon er sprach; denn Essen hatte sich am heutigen Tage nun wirklich nicht mit Ruhm bekleckert, ganz im Gegenteil! Gerade in der ersten Halbzeit war der Zweitligist Lokomotive Leipzig ebenbürtig und kaufte dem Bundesligisten zeitweise den Schneid ab.

Doch bevor es im DFB-Pokal Achtelfinale in Stadion „Am Hallo” die Partie angepfiffen wurde, wurde auch hier eine Gedenkminute für den verstorbenen Nationaltorhüter Robert Enke eingelegt. Danach ging man zur Tagesordnung über und Schiedsrichterin Marina Wozniak pfiff das Spiel, vor enttäuschender Kulisse von lediglich 273 Zuschauern, an.

Gedenkminute

Kollage - Gedenkminute für den verstorbenen Nationaltorhüter Robert Enke

Sogleich erspielte sich Lok Leipzig die erste Torchance. Zdenka Skupinova passte auf die gut positionierte Michaela Markova, die aber leider den Ball knapp neben dem Tor platzierte. Es schien als wäre Essen noch nicht richtig wach; die Leipzigerinnen hatten den Bundesligisten gut im Griff.

Ina Mester vs. Josefine Krengel

Ina Mester am Boden liegend bleibt nichts anderes übrig, als Josefine Krengel zu Fall zu bringen, um den Leipzig Express zu stoppen

In der 13 Minute wurde es gar recht brenzlig für Essen, als die hervorragend spielende Safi Nyembo auf Lysann Schneider flankte. Essen Torhüterin Lisa Weiß musste ihre ganze Kunst unter Beweis stellen und konnte gerade noch zur Ecke klären. Der anschließende Eckstoss zeigt wiederum die Unsicherheit in Essens Abwehr auf. Neuerlich kommt Skupinova frei zum Schuss, aber Weiß hält ihren Kasten weiter sauer. Essen in dieser Phase völlig von der Rolle, ein Klassenunterschied war wahrlich nicht zu erkennen, der Führungstreffer für die Sächsinnen wäre durchaus verdient gewesen. Essen brachte nur einzelne Aktionen u.a. durch Caroline Hamann und Sofia Nati zustande, doch meist war spätestens vor der gut positionierten Verteidigung der Leipzigerinnen Schluss.

Schock für Essen in der 35. Minute! Marlene Kowalik prallte so unglücklich mit Torhüterin Sandra Schumann im Leipziger Strafraum zusammen, dass sie sofort ins nächste Krankenhaus gebracht werden musste. Die ersten Befürchtungen eines Bruches bestätigten sich Gott sei Dank nicht, vielmehr zog sich die Spielerin eine schwere Knieprellung zu und wird dem Verein bis auf weiteres fehlen. Doch diese Situation schien wie ein Weckruf auf die Essener Spielerinnen gewirkt zu haben!


SG Essen-Schönebeck

Große Erleichterung bei den Spielerinnen der SG Essen-Schönebeck nach dem Schlusspfiff

Plötzlich kombinierten die Kickerinnen, waren einen Tick schneller als die Gäste, präsenter und erarbeiteten sich so ihre ersten guten Chancen. In der 41. Minute klingelte es das erste Mal im Tor der Leipzigerinnen. Jungnationalspielerin Sofia Nati passte das Spielgerät perfekt in den Lauf von Caroline Hamann, die nur noch einzuschieben brauchte.

Tor Caroline Hamann

Mit diesem Schuss erlöste Caroline Hamann ihre Mannschaft zum 1-0 und trieb allen die Sorgenfalten aus dem Gesicht

Drei Minuten später wurde Nati selber zur Torschützin, als diese den Ball von Melanie Hoffmann zugespielt bekam und besiegelte damit die 2:0 Pausenführung. „Das ist der einzige Vorwurf den ich meiner Mannschaft machen kann, wir hätten gut und gerne mit 1:0 führen müssen, aber kurz vor der Halbzeit zeigte sich dann die Klasse einer Bundesligamannschaft. Letztendlich waren die beiden Tore vor der Halbzeit die Vorentscheidung”, so Leipzigs Trainer Sven Thoß später.

Marina Wozniak

Auch Schiedsrichterinnen müssen schon einmal in Deckung gehen, wie hier Marina Wozniak vor der Flanke von Michaela Markova

Pünktlich zur zweiten Halbzeit lugte die Sonne hervor und vertrieb auch die letzten Regenwolken. Die SGS war nun über weite Strecken überlegen und Leipzig konnte an die ersten guten 35 Minuten nicht mehr anknüpfen. In der 50. Minute führte ein Fehler der Abwehrspielerin Karoline Aulrich zur nächsten Großchance für Essen, als Goddard mit einem schönen Drehschuss knapp übers Tor schoss. Weitere Chancen durch Hamann und Goddard folgen, brachten aber nicht den ersehnten Erfolg.


Sven Thoß musste handeln falls Leipzig noch den Hauch einer Chance haben sollte und stellt seine Mannschaft von der Vierer- auf die Dreierkette um. Doch der erhoffte Druckaufbau greift viel zu spät. Erst knapp zehn Minuten vor Schluss wurde es noch einmal spannend, als Anne Heller und die unermüdliche Safi Nyembo vermehrt vor dem Essener Tor auftauchten, doch die Zeit lief den Sächsinnen davon. Stattdessen nutzten die Schönebeckerinnen nun ihrerseits die offenen Räume und Kyra Malinowski markierte mit einem Doppelpack binnen einer Minute das endgültige Aus für Lokomotive Leipzig.

Sofia Nati vs- Safi Nyembo

Zwei mit guter Leistung im direkten Zweikampf miteinander: Essens Jungtalent Sofia Nati, die das 2:0 erzielte, und Leipzigs pfeilschnelle Safi Nyembo

Ralf Agoli sah den Tatsachen direkt ins Gesicht:” Wir haben heute nicht gut gespielt. Leipzig war ein unbequemer Gegner, aber wir haben unser Ziel Viertelfinale erreicht. Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen – Hauptsache eine Runde weiter; denn spätestens Morgen fragt keiner mehr nach dem „WIE”.”

SG Essen-Schönebeck:
Weiß - Chojnacki, Kowalik (34. Löwenberg), Hoffmann, Hamann, Kraus, Martini, Mester, Goddard, Nati (71. Özer), Malinowski

1. FC Lokomotive Leipzig:
Schumann - Skupinova (61. Wutzler), Nauesse, Aulrich, Möttig, Thieme, Heller, Markova (80. Greulich), Nyembo, Krengel, Schneider

Tore:
1:0 Hamann (40.)
2:0 Nati (44.)
3:0 Malinowski (89.)
4:0 Malinowski (90.)

Gelbe Karten: Martini / Nyembo, Krengel

Schiedsrichterin:Marina Wozniak (Herne)

Zuschauer: 273


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