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DFB-Pokal, Viertelfinale

Eigentor entscheidet die Partie

SG Essen-Schönebeck - FSV Gütersloh 2009 1:0 (1:0)

Text und Bilder von Karin Reuter

10.02.2010   Leider kann die Viertelfinalbegegnung im DFB-Pokal zwischen der SG Essen Schönebeck und dem FSV Gütersloh 2009 nur als äußerst schwaches Spiel bezeichnet werden. Am Ende behielten die Erstligisten aus Essen die Oberhand gegenüber dem derzeit sechsten der 2. Bundesliga Nord.

Bei nasskaltem Wetter sahen die nur 352 Zuschauer den ersten Auftritt der Gäste aus Gütersloh mit ihrer neuen Trainerin Christina Krüger, die nach dem Rücktritt von Heiko Bonan die Position übernommen hatte. Dabei hatte die Trainerin keine leichte Aufgabe zu bewältigen, musste sie doch noch die kurzfristigen Abgänge von Christina Drewitz und Jacqueline Scheuren verkraften. Zudem litt Nachwuchsspielerin Annabel Jäger noch unter Jetlag-Symptomen, da sie bis Samstag noch in den USA im Wintertrainingslager der U16/U17 Nationalmannschaften verweilte.

Inka Weseley

Essens U19-Nationalspielerin Inka Weseley konnte sich über ihren ersten Pflichtspieleinsatz nach fast einjähriger Verletzungspause freuen

Bei der SGS erstmals auf der Ergänzungsbank, zur Verwunderung der Fans, Torfrau Jil Strüngmann. Die Entscheidung um die Torhüterinnenposition war bereits vor dem Spiel gefallen. Stefanie Löhr missfiel angeblich der Vorzug ihrer Teamkollegin und sie reagierte mit „einem etwas denkwürdigen Verhalten”, wie Trainer Ralf Agolli erklärte. Löhr nahm als disziplinarische Maßnahme erst gar nicht auf der Bank Platz. Erfreulich auf Essener Seite der Auftritt von Inka Wesely, die nach fast einem Jahr Verletzungspause (Kreuzbandriss) von Anfang an dabei war und die 90 Minuten durchspielte.

In der Anfangsphase belauerte man sich gegenseitig und ging keine Risiken ein. Nach 12 Minuten erzielte Essen, allerdings unter Mithilfe der ehemaligen Nationalspielerin Kerstin Stegemann, das glückliche 1:0. Die zweimalige Weltmeisterin fälschte eine Flanke von Caroline Hamann anstatt zur Ecke ins eigene Netz.

Emily Zurrer und Brittany Timko

Die kanadischen Neuzugänge Emily Zurrer (links) und. Brittany Timko mit einem Produkt ihrer Heimat - Ahornsirup


Einlauf vor Spielbeginn

Einlauf der Spielerinnen bei nasskaltem Wetter und vor nur 352 Zuschauern. Schade, dass ein DFB-Viertelpokalfinale unter solchen Bedingungen stattfinden musste

Zwei Minuten später hatte Gütersloh den 100%igen Ausgleich auf dem Fuß. Lena Hackmann erlief einen Pass und drang bis in den Strafraum der SGS ein, um dann, völlig freistehend, den Ball neben das Tor zu setzen. Essen hatte noch 2-3 gute Chancen, konnte diese aber nicht verwerten. In der Folge plätscherte das Spiel vor sich hin und bot keine wirklichen Höhepunkte mehr.

Im zweiten Abschnitt hatte Essen zwar ein optisches Übergewicht, war aber vor dem gegnerischen Tor zu harmlos. Ein Foul von Biggi Schmücker an Melanie Hoffmann in der 59. Minute wurde mit einem Strafstoß geahndet. Doch leider setzte die eingewechselte Sofia Nati den fälligen Elfmeter an den Innenpfosten.

Raus aus dem Strafraum

Raus aus dem Strafraum - alles jagt dem Ball hinterher

Schönebeck boten sich noch weitere Möglichkeiten, den Ball einzunetzen, so z.B. einen Kopfball von Neueinkauf Emily Zurrer, den FSV Keeperin Steffi Emming noch so eben über die Latte lenken konnte.

Steffi Emming

Die Klassereaktion von FSV Keeperin Steffi Emming beim Kopfball von Emily Zurrer

In den letzten Minuten machte der FSV nochmals ordentlich Druck, aber Lisa Weiß im Tor der Essenerinnen verhinderte den Ausgleichstreffer. Erst konnte sie einen wunderschönen Schuss von Stegemann zur Ecke klären, danach parierte sie einen Distanzschuss von Kira Buller. Gütersloh konnte seine Chancen nicht nutzen und es blieb schlussendlich beim glücklichen 1:0 für Essen, die damit im Halbfinale des DFB-Pokals stehen.

Gütersloh spielte gegen die favorisierten Essenerinnen gut mit, und setzte dabei nicht nur im kämpferischen Bereich einiges entgegen. So fiel auch


Stegemanns Resümee recht nüchtern aus: "Ich habe gedacht, dass Essen uns überlegener ist. Ich habe keinen Unterschied zwischen der Ersten und Zweiten Liga gesehen. Für mich war das definitiv mein letztes DFB-Pokalspiel, mit dem Eigentor natürlich ein bitterer Abschied."

Im Strafraum

Sekunden vor dem Schluß: zehn Spielerinnen der SGS verteidigen den knappen Vorsprung

Für die SGS gibt es noch sehr viel zu tun, um die Schwächen bzgl. Spielübersicht, Passgenauigkeit, Torschüsse auszumerzen. Jetzt heißt es erst einmal durchatmen, bis zum nächsten Bundesligaspiel.

Dank an die Fans

Zum Schluss doch noch strahlende Gesichter bei der SGS - doch man wird sich steigern müssen, um in der Liga bestehen zu können

SG Essen-Schönebeck:
Weiss - Kraus, Hamann (63. L. Hoffmann), Wesely, Zurrer, Mester, Timko, Weichelt (82. Freutel), M. Hoffmann, Goddard (54. Nati), Malinowski

FSV Gütersloh 2009:
Emming - Hackmann (63. Schiller), Gebhard, Claassen, Jäger, Barwinsky, Buller, Stegemann, Hermes, Gessat, Schmücker

Tore:
1:0 Stegemann (12. Eigentor)

Gelbe Karten:Kraus Schmücker

Schiedsrichterin: Christina Jaworek (Rötsweiler)

Zuschauer: 352


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