Text von Jens Wolter Bilder von Beate Wolter 03.09.2008
Das Los hatte mit dem Regionalligisten TSV Nahe aus Schleswig-Holstein gerade denjenigen Verein zum Gegner des Hamburger SV bestimmt, mit dem der Bundesligist vor Kurzem einen Kooperationsvertrag abgeschlossen hatte. Von absichtlicher Schonung hinsichtlich des Ergebnisses kann jedoch trotz zahlreicher vom HSV vergebener Torchancen keine Rede sein.
Nur drei Minuten dauerte es bis zur 1:0-Führung durch HSV-Torjägerin Tanja Vreden, die nach einer Hereingabe von Neuzugang Kim Kulig über die linke Seite vollenden konnte. Dann jedoch gab es 25 Minuten lang trotz vorhandener Möglichkeiten nichts Zählbares mehr, bis erneut Vreden die Vorarbeit einer Sturmpartnerin - diesmal von Kathrin Patzke über rechts - zum 2:0 nutzen konnte.
 In blau am Ball: Aferdita Kameraj, endlich ist sie zurück beim Hamburger SV!
Zwei Minuten später war es erneut Vreden, die einen Seitfallzieher haarscharf links neben das Tor setzte. Fast noch in der gleichen Minute endete ein Alleingang von Patzke, indem Torhüterin Lea Lübke ihr den Ball gerade noch vom Fuß fischte. In der 34. Minute vergaben Kulig und erneut Patzke eine Doppelchance. Es war wiederum Tanja Vreden, die in der 35. Minute im Nachschuss zum 3:0 erfolgreich war und damit einen echten Hattrick ablieferte.
 Lupenreiner Hattrick: Tanja Vreden brauchte nur 35 Minuten für drei Tore
Anschließend benötigte der HSV volle 30 Minuten, um das vierte Tor folgen zu lassen. Die 20 Minuten davon, die auf die zweite Halbzeit entfielen, wirkten so, als würde den Zuschauern für den Rest der Partie nur noch echter "Sommerfußball" geboten werden. Dabei fehlte es freilich nicht an Versuchen, weitere Tore zu erzielen. Ein Lattentreffer von Hamburgs Aferdita Kameraj in der 57. Minute war hierbei der Höhepunkt. Auch eine Chance von TSV-Mittelstürmerin Rachel Rinast in der 53. Minute soll hier nicht verschwiegen werden, wobei der Ball links am HSV-Tor vorbei ging.
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Hamburgs Neuzugang Kim Kulig, U19-Nationalspielerin aus Sindelfingen, zeigte ihre Gefährlichkeit, auch wenn sie heute kein Tor für sich verbuchen konnte
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Es war schließlich die 66. Minute, als Silva Lone Saländer ein Zuspiel von Kathrin Patzke zum 4:0 verwerten konnte. Vier Minuten später war Patzke, die im vorherigen Spielverlauf zahlreiche Fehlversuche hatte, dann im Nachschuss selber erfolgreich und erzielte das 5:0 des HSV. Es war Silva Lone Saländer vorbehalten, mit ihren Toren Nummer zwei (nach Vorlage von Maja Schubert in der 83. Minute) und drei (in der 85. Minute nach einer Konfusion im Naher Strafraum) das Endergebnis von 7:0 gegen einen nun auch konditionell deutlich nachlassenden Gegner herzustellen.
 Pech für Tugba Tekkal, die hier an Sabrina Abramowski vom TSV Nahe vorbeikommt, aber das Tor verfehlt
Am Ende stand ein deutlicher und niemals gefährdeter Hamburger Sieg, verbunden mit dem souveränen Einzug in die 2. Runde - und doch konnte man auf Seiten des HSV nicht wirklich zufrieden sein. Der TSV Nahe entpuppte sich als viel zu schwach, um den Bundesligisten, der ohne die verletzungsbedingt fehlenden Imke Wübbenhorst und Angelina Lübke antreten musste, ernsthaft in Gefahr zu bringen.
 Patricia Hanebeck, vom FCR Duisburg an die Elbe gewechselt, zeigte schon deutlich ihr kreatives Potenzial
Nicht nur dem mitgereisten Hamburger Anhang, sondern auch HSV-Trainer Achim Feifel dürfte dabei jedoch die unzureichende Chancenverwertung einiges Kopfzerbrechen bereitet haben. Ein 7:0 ist deutlich, aber mindestens die doppelte Torausbeute wäre angesichts der zahlreichen HSV-Chancen locker möglich gewesen.
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Auf Seiten des TSV Nahe ist die Leistung von Torfrau Lea Lübke besonders hervor zu heben, die nach anfänglichen Unsicherheiten eine Reihe von HSV-Chancen mutig und gekonnt vereitelte. Dies gilt um so mehr, da sie die Saison eigentlich als Feldspielerin bestreiten wollte und nur auf Grund akuten Personalmangels ins Tor gewechselt war.
Trotzdem gehört keine prophetische Gabe dazu, dem TSV angesichts des nur sehr kleinen Kaders eine schwere Saison vorherzusagen.
 Kathrin Patzke hatte heute das sprichwörtliche Pech an den Füßen. Viele Torschüsse gingen am Tor vorbei oder Nahes Keeperin Lea Luebke konnte in letzter Minute retten. Aber ein Tor konnte sie dann doch auf ihr Konto verbuchen
TSV Nahe: Lübke - Edler, Winter (75. Görtz), Abramowski, Anhenn - Korthals, Schneider, Rapp - Pukall (46. Jen. Witt), Rinast, Danielsen
Hamburger SV: Weech - Ewers, Haye, Freese, Schimpf - Kameraj (57. Schacher), Saländer, Hanebeck - Patzke (73. Schubert), Vreden (63. Tekkal), Kulig
Tore:
0:1 Vreden (3.)
0:2 Vreden (28.)
0:3 Vreden (35.)
0:4 Saländer (66.)
0:5 Patzke (70.)
0:6 Saländer (83.)
0:7 Saländer (85.)
Karten: keine
Schiedsrichter: André Neumann (Elmshorn)
Assistentinnen: Kim-Jana Trenkner (Winsen/Luhe), Kirstin Warns-Beeker (Hamburg)
Zuschauer: 384 (Gemeindesportplatz Nahe)
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