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DFB-Pokal, 1. Hauptrunde

1. FC Lübars verkauft sich gut

1. FC Lübars 1962 – Herforder SV Borussia Friedenstal 1:5 (0:3)

Text und Bilder von Christian Heidler

31.08.2008   Zufriedene Gesichter nach dem Spiel: Regionalligist 1. FC Lübars erreicht ein achtbares Ergebnis, Bundesligaaufsteiger Herforder SV letztlich souverän die nächste Runde. Beide Vereine werten die Partie als gelungene Generalprobe für die bevorstehende Meisterschaftsrunde.

Die Sonne lacht, der Stadionsprecher bemüht sich um Stimmung und beide Teams sind nach einer intensiven Saisonvorbereitung bereit für das erste Pflichtspiel. Gute Voraussetzungen also für das auf den Samstag vorgezogene Pokalspiel. Und die Nordberliner machen in den Anfangsminuten gleich deutlich, dass sie dem Erstligisten Paroli bieten wollen. Doch nach etwa fünf Minuten haben auch die Gäste ins Spiel gefunden. Ein Ballverlust im Aufbauspiel von Lübars lädt dann Herford zu einem Konter ein, die Torfrau wird ausgespielt, aber im letzten Moment kann eine Abwehrspielerin den Ball noch vor der Torlinie ins Aus befördern. Beim kollektiven Durchatmen verlieren die Gastgeberinnen wohl kurzfristig die Konzentration, denn beim nachfolgenden Eckstoß kommt Marie Pollmann unbedrängt zum Kopfball und versenkt den Ball im Netz.

Schiedsrichterin Nadine Scheller

Das Schiedsrichtergespann um Nadine Scheller aus Sömmerda (Mitte) und ihre Assistenten Katia Kobelt und Dirk Honnef stand in heftiger Kritik beider Trainer. Die Unparteiische ließ (zu)viel Härte durchgehen, wodurch es zu zahlreichen Verletzungen und Unterbrechungen während der Partie kam. Hier diskutiert Lübars Co-Trainer Mario Börner mit den Schiris.

Herford kontrolliert fortan die Partie und kommt erneut in Person von Pollmann zu guten Torgelegenheiten. Zunächst vergibt sie aus aussichtsreicher Position, wenig später vernascht sie eine Gegenspielerin und schießt an den Pfosten. Es ist dann aber Herfords Spielführerin Kerstin Nolte, die ihre Farben mit 2:0 in Front bringt.

Der „kleine HSV” drückt weiter, ohne sich allerdings gefahrbringende Chancen zu erarbeiten. Langsam fangen sich die Berlinerinnen und investieren wieder mehr ins Spiel. Die letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs gehören aber wieder den Gästen. In der 40. Minute schließt Claudia Bujna einen Konter erfolgreich zum 0:3 ab. Maxine Mittendorf scheitert später an der hervorragend parierenden Torfrau Linda Lorenz und in der Schlußminute vergibt Pollmann eine Doppelchance.

Das erste Ausrufezeichen der 2. Halbzeit kommt von Lübarser Seite, als die Berliner in der 54. Minute zwei Torgelegenheiten nicht nutzen können, im dritten Versuch dann aber mittels eines herrlichen Fallrückziehers von Aileen Pieper oder Katrin Graubner erfolgreich sind – der schönste aber noch nicht der letzte Treffer der Begegnung.

Herford will die Scharte umgehend


Tor Kerstin Stegemann

Zum Abschluß trifft auch Herfords Neuzugang Kerstin Stegemann (26). Stefanie Bienert (10) springt vergebens in den Schuss, Torfrau Linda Lorenz wird auf dem falschen Fuß erwischt.

auswetzen, drückt auf des Gegners Tor und erzielt fünf Minuten später ein schönes Kopfballtor, dem aber wegen Abseitsstellung die Anerkennung versagt bleibt. Der Regionalligist kann die Partie nun zwar nahezu ausgeglichen gestalten, größere Gefahr verbreitet aber weiterhin „die Nr. 1 in Ostwestfalen-Lippe”.
Verletzungspausen und Auswechs- lungen unterbrechen nun vermehrt den Spielfluß, so dass das 1:4 schon etwas unerwartet fällt. Lorenz sieht bei Noltes Weitschuß zudem nicht allzu gut aus.

Den Schlußpunkt der Partie setzt Kerstin Stegemann in der Schlußminute. Die für die letzte halbe Stunde eingewechselte Olympionikin erzielt in ihrem ersten Punktspiel für ihren neuen Verein gleich ihr erstes Tor und stellt damit den standesgemäßen Endstand von 1:5 her.

Für Lübars Coach Jens Kohnke ist das Ergebnis zwar um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen, die technische und spielerische Überlegenheit des Gegners erkenne er gleichwohl an. Sein Gegenüber Björn Kenter bescheinigt dem Heimteam, sich gut verkauft zu haben. Das Ergebnis ginge so in Ordnung, bis dorthin sei es jedoch ein hartes Stück Arbeit gewesen. Auf den Ligastart angesprochen meint Kenter, dass es sehr schwer werden würde, die Klasse zu halten, da der Unterschied zwischen 1. und 2. Liga doch beträchtlich sei. Das harte Eröffnungsprogramm käme nicht unbedingt ungelegen und würde seinen Spielerinnen gleich zeigen, wo es in der neuen Spielklasse lang geht. Mit Kerstin Stegemann wurde eine erfahrene Spielerin verpflichtet, die die Mannschaft führen soll und ihren Platz vorzugsweise in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld einnehmen soll.

1. FC Lübars

Die Spielerinnen des 1. FC Lübars bedanken sich bei ihrem Anhang. V.l.n.r. u.a.: Anna Kunert (2), Sara Regäsel (18), Saskia Linke (16), Jeanette Glomik (13), Isabelle Schumann (9), Katharina Reitzig (3), Sabrina Wölki (8) und Margareta Lorenz (7)

Kohnke seinerseits zeigt sich sehr zufrieden mit der Leistung seiner Truppe, die gerade aus dem Trainingslager zurück gekehrt ist. Gegen Herford habe man anfangs


zuviel Respekt gezeigt, später aber über den Kampf ins Spiel gefunden. Man gehe topfit in die Saison und strebe den erneuten Gewinn des Berliner Pokals sowie den Aufstieg in die 2. Bundesliga an. Dank potenter Sponsoren wäre man bereits vergangene Saison für den Sprung in die 2. Liga gerüstet gewesen, scheiterte aber als überraschend starker Regionalligaaufsteiger letztlich denkbar knapp am Durchmarsch. Als stärkste Konkurrenten im Nordosten schätzt Kohnke neben FF USV Jena II Absteiger FFV Neubrandenburg, Aufsteiger Leipziger FC 07 sowie mit einem Fragezeichen versehen auch FC Erzgebirge Aue ein.

Die Trainer

Die Trainer Jens Konke, Lübars (links) und Björn Kenter, Herford, sind beide mit den Leistungen ihrer Teams zufrieden.



1. FC Lübars:
Lorenz - Kunert, Reitzig (76. Glomik), Merkele (51. Lorenz), Wölky (68. Regäsel), Schumann, Bienert, Graubner, Pieper, Roesler, Breyer

Trainer: Jens Kohnke

Herforder SV Borussia Friedenstal:
Speckmann, Hansmeier (60. Rolfs), Hölscher (60. Stegemann), Schlottmann (75. Lühr), Nolte, Schulte, Lenz, Bujna, Pollmann, Werner, Mittendorf

Trainer: Björn Kenter

Tore:
0:1 Pollmann (7.)
0:2 Nolte (17.)
0:3 Bujna (40.)
1:3 Pieper? (54.)
1:4 Nolte (86.)
1:5 Stegemann (90.)

Schiedsrichtergespann: Nadine Scheller (Sömmerda) mit Katia Kobelt und Dirk Honnef

Zuschauer: 166


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