Fansoccer-Logo

DFB-Pokal, 1. Hauptrunde

Am Ende siegt die Effizienz des Zweitligisten

SC Fortuna Köln – FSV Viktoria Jägersburg 1:2 (0:0)

Text und Bilder von Michael Kresse

01.09.2008   Den folgenden Text stellte uns Michael Kresse von www.fussballvereinsregister.de zur Verfügung. Der Schwerpunkt dieser Seite liegt auf Statistiken vieler Art, aber auch viele Bilder von Spielerinnen sind dort zu sehen. Schaut einfach selbst mal nach, ihr findet dort auch die ungekürzte Version dieses Textes!

Köln – Am Ende hat es auch im zweiten Anlauf nicht sollen sein. Nachdem sich die Fortuna in der letzten Saison als klarer Außenseiter gegen den Stadtrivalen TuS rechtsrheinisch (jetzt Bayer Leverkusen) achtbar aus der Affäre zog, konnte man sich in der Südstadt dieses Jahr gegen Jägersburg durchaus etwas ausrechnen.

Die Partie begann mit Verspätung, weil bei einem Tor das Netz nicht richtig gespannt war. Eine Platzbegehung vor dem Spiel war hier dadurch erschwert, dass unmittelbar vor der Pokalpartie Fortunas U17 im NRW-Girls Cup gegen Borussia Mönchengladbach spielte (ein Spiel, das diese übrigens mit 5:2 gewann). Daher kann man dem Schiedsrichtergespann hier keinen Vorwurf machen. Jägersburg dominierte die Anfangsphase, in der Fortuna sich zunächst verhalten vor dem eigenem Strafraum orientierte. In der 14. Minute leistete sich die heute in dunkelblau spielende Heimmannschaft einen kapitalen Abstimmungsbock in der Innenverteidigung, Jacqueline Huber und Lena Zimmermann waren auf Seiten der Gäste sofort zur Stelle, aber die Art und Weise, wie Torfrau Lisa Brenner gegen beide Gästespielerinnen parierte, war einfach Klasse. Lisa zeigte hier, warum sie vor allem in der Situation Eins gegen Eins bzw. Zwei gegen Eins zu den ganz großen Ihrer Zunft gehört.

Schiedsrichterin Monique Klauß

Monique Klauß, bei der Seitenwahl mit den Kapitäninnen Michaela Hemmer und Melanie Koschalka, und ihr Team boten eine sehr gute Leistung mit beeindruckender Ruhe und Souveränität

Etwa ab der 20. Minute erkannte die Heimmannschaft, dass sie mithalten kann und fand langsam aber sicher ins Spiel. In der 30. Minute dann die Riesenchance für Fortuna: Miro, Nadine Wüst und Arzu zeigen Fore-Checking wie aus dem Lehrbuch, erobern im Jägersburger Spielaufbau den Ball und Arzu macht schließlich fast alles richtig: Sie verlädt die Torhütern, legt den Ball in Richtung langes Eck, an dem der Ball aber denkbar knapp vorbei ins Toraus kullert. Dieser Riesenchance zum Trotz brachte Fortuna aber durch Unsicherheiten in der Innenverteidigung den Puls seiner Anhänger immer wieder in Wallung, vor allem Lena Zimmermann bei den Gästen störte immer wieder früh und erzwang damit viele Fehler in der Verteidigung der Heimmannschaft. Zwar blieb die letzte Chance der ersten Halbzeit Fortuna vorbehalten, als Gästetorfrau Judith Jakob einen Freistoß von Arzu nur knapp über die Latte lenken konnte. Von den Spielanteilen und Chancen her wäre aber ein 1:2 für die Gäste schon zur Pause durchaus verdient gewesen.

Same procedure as last turn. So würde ein Engländer wohl die Tatsache bezeichnen, dass Jägersburg auch besser in die zweite Halbzeit findet. Den Klassenunterschied konnte man über die gesamte Spielzeit an der höheren Entschlossenheit und der größeren Zweikampfstärke auf Seiten der Gäste festmachen. So fiel sehr zeitnah auch die fällige Gästeführung: Eine Flanke von Links durch Kristina Schwarz landete am rechten Fünfmetereck genau auf dem Kopf von Lena Zimmermann, die diesen nur noch


Michaela Hemmer und Lina Zech

Eine typische Szene dieses Spiels: Jägersburgs Kapitänin Michaela Hemmer führt den Ball, Kölns Lina Zech stellt ihr den Weg zu

hinzuhalten brauchte. Der wenig später folgende Ausgleich kam dagegen eher überraschend. Nadine Thal, im Sommer aus Brauweiler in die Südstadt gewechselt, spielte auf der linken Außenbahn einen Pass genau in den Lauf von Melanie Koschalka, die in vollem Lauf eiskalt flach ins Eck einnetzt.

Von nun an folgte ein offener Schlagabtausch, so wie Fußballfans den Pokal lieben: Mit Chancen und Torschüssen hüben wie drüben und einem flotten Tempo. In der 62. Minute machte Fortuna Köln seinem Namen alle Ehre, als Lena Zimmermann den Ball an die Latte köpfte. Die Entscheidung fiel schließlich in der 78. Minute: Nadine Thal brachte Lena Zimmermann im Strafraum zu Fall, woraufhin Schiedsrichterin Monique Klauß nicht einen Moment zögerte und auf Elfmeter entschied. Diesen verwandelte Spielführerin Vanessa Skradde souverän flach ins linke Eck. Fortuna kämpfte danach mit dem Mut der Verzweiflung, aber Gästetrainerin Patrizia Brocker machte sich keine Sorgen mehr, fehlte doch Fortuna im Sturm einfach die Durchschlagskraft.

Trainerstimmen

Heimtrainer Georg Böhm erkannte den Gästesieg als verdient an, vor allem weil seine Mannschaft die Chancen in der zweiten Halbzeit einfach zu wenig nutzte und die nötige Effizienz in den Zwei und Drei gegen Eins Situationen vermissen ließ. Er sah seine Mannschaft mit dem Gast auf Augenhöhe, nachdem sie am Anfang zu großen Respekt zeigte, dabei aber die Vorgabe, ins Spiel zu kommen und kein Tor zu kassieren, erfolgreich umsetzte. Als seine Elf merkte, dass sie mithalten kann, zeigte sich das alte Fortuna-Problem, das er an zu geringer Zweikampfstärke und mangelnder Chancenverwertung festmachte. Die Abgänge von Bella Linden und Sara Doorsoun wirken noch nach. Am kommenden Sonntag in Merl gilt es nun, die ersten Punkte zu holen und das Ziel, im oberen Drittel mitzuspielen, zu erfüllen und sich dann eventuell in der nächsten Wechselperiode noch zu verstärken.

Einwechselung

Erster Spielerwechsel bei Jägersburg: in der 63. Minute kommt Kira Lackmann (8) für Meike Dinger (21)

Gästetrainerin Patrizia Brocker sah in ihrer Mannschaft noch Potential nach oben, sah aber einen Sieg, der deshalb verdient war, weil ihre Mannschaft einfach robuster in den Zweikämpfen war und vor allem über weite Strecken der ersten Halbzeit das Spiel machte. Trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs hatte sie aber nie einen Zweifel am Sieg ihrer Mannschaft, die immer für ein Tor gut war und es wunschgemäß schaffte, die Verlängerung zu vermeiden um Kräfte zu sparen für das schwierige Spiel gegen Bayer Leverkusen am kommenden Wochenende.


Spielerin des Spiels

Lena Zimmermann

Mit ihr hat der FSV einen besonderen Rohdiamanten in seinen Reihen. Lena zeigte heute, dass sie zu Recht schon im Kader der U-Nationalmannschaften stand. In einer kompakten Mannschaftsleistung mit der höheren Aggressivität und Zweikampfstärke stach sie auf der rechten Außenbahn durch ihren hohen Einsatz hervor, vor allem ihr entschlossenes, frühes Stören stellte die Fortuna-Abwehr immer wieder vor große Probleme, so dass Lena auch folgerichtig an beiden Toren beteiligt war: Das erste Tor machte sie selbst, den Elfmeter zum 2:1 holte sie heraus. Gegen Ende der Partie stieß sie unglücklich mit einer Gegenspielerin zusammen, biss aber auf die Zähne und stellte sich bis zum Schlusspfiff in den Dienst der Mannschaft

Patrizia Brocker und Lena Zimmermann

Jägersburgs Trainerin Patrizia Brocker mit Lena Zimmermann, der Spielerin des Spiels

SC Fortuna Köln:
Brenner – Molitor, Rukavina (82. Romanski), Eickel, 8 Koschalka (C), 9 Assassi (46. McCormick), Hellenbach, Wüst, Thal, Zech (87. Bokanovik), Karabulut

Trainer: Georg Böhm

FSV Jägersburg:
Jakob - Herber (68. Leist), Vogelgesang, Müller, Hemmer (C), Schwarz (82. Rauch), Huber, Skradde, Zimmermann, Di Grazia, Dinger (63. Lackmann)

Trainerin: Patrizia Brocker

Tore:
0:1 Zimmermann (52)
1:1 Koschalka (57.)
1:2 Skradde (78., FE)

Gelbe Karten: Wüst, Thal / Skradde

Schiedsrichterinnen: Monique Klauß (Mülheim) mit Margarete Mai und Nina Bergstein

Zuschauer: 60


Zum DFB-Pokal

Zur FanSoccer-Startseite