DFB-Pokal, HalbfinaleFinaleinzug: Die Zweite!!!FCR 2001 Duisburg - VfL Wolfsburg 3:1 (1:1) | ||
Text von Marion Kehren 11.04.2009 Bei 25°C sahen 1.720 Zuschauer im sonnendurchfluteten PCC-Stadion in Duisburg-Homberg ein abwechslungsreiches und spannendes Pokal-Halbfinalspiel an dessen Ende doch eine kompakte Mannschaftsleistung der Duisburgerinnen den verdienten Sieg einbrachte und somit den Einzug ins DFB-Pokalfinale nach Berlin sicherte. Die Zeichen bei Duisburg verhießen nichts Gutes, als in der Woche eine schwere Wadenverletzung bei der Toptorjägerin Inka Grings diagnostiziert wurde. Und es schien zu befürchten, dass u.a. Annike Krahn, Sonja Fuss, Lira Bajramaj und Simone Laudehr das FCR Lazarett eher vergrößern würden. Hochmotiviert kamen die Wolfsburgerinnen auf den Platz, als sie dort wiedererwartend fast alle FCR Spielerinnen, halbwegs fit, vorfanden. DFB-Pokal lockt also doch die letzten stillen Reserven der Spielerinnen hervor! Das Spiel begann recht forsch und es gab recht viele Chancen auf beiden Seiten, die aber nicht in Zählbares umgesetzt werden konnten. Während Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann aus dem Vollen schöpfen konnte, war Martina Voss dazu gezwungen einige Umstellungen vorzunehmen. So rückte z.B. Femke Maes mittig in den Sturm und Turid Knaak belegte die rechte und Jennifer Oster die linke Seite. Doch nach der anfänglichen Chancengleichheit nahmen die Wolfsburgerinnen immer mehr das Heft in die Hand. Besonders glänzten in der ersten Halbzeit Navina Omilade und Annelie Brendel mit gut zugespielten Pässen sowie eine Anna Blässe auf der rechten Angriffsseite, die im Sprint ihre Bewacherin Alexandra Popp ein ums andere Mal stehen ließ. ![]() Anna Blässe setzt sich hier im Angriff gegen Annemieke Kiesel durch, im Hintergrund Andrea Wilkens
Aber Wolfsburg schaffte es nicht, die Duisburger Abwehr zu überwinden. Entweder war bei der gut gestellten Abwehr um Linda Bresonik, Krahn und Fuss Schluss oder wie in der 20. Minute bei der gut aufgelegten Kathrin Längert im FCR Tor. Aus just diesem besagten Angriff entwickelte sich ein Gegenangriff der aller ersten Güte. Über die rechte Außenseite via Lira wurde der Ball in den Strafraum gebracht. Der erste Schuss von Femke Maes ging noch an die Wolfsburger Querlatte, doch von da aus sprang er gegen den Rücken von Nadine Richter und kullerte ins Tor und es stand 1:0 für Duisburg. Wolfsburg wachgerüttelt machte nun mächtig Druck und erzielte nur zwei Minuten später mit einem wunderschönen Heber durch Shelley Thompson, der ehemaligen Duisburgerin, den Ausgleich. Shelley Thompson (links), hier im Zweikampf mit Sonja Fuss, erzielte das 1:1 Nun kam richtig Schwung in dieses Spiel. Duisburg agierte meist über die rechte Seite mit Annemieke Kiesel, Jennifer Oster und Lira Bajramaj, wobei Letztere heute sehr oft in die Abseitsfalle lief. In der 38. Minute hatten die Zuschauer schon den Jubelruf im Hals stecken, als eben diese Duisburger Kombination wieder vor dem Wolfsburger Tor auftauchte und in den Irrungen und Wirrungen im Strafraum Femke Maes den Ball zum vermeintlichen 2:1 einschob - doch leider wurde dieser Treffer von der unparteiischen Schiedsrichterin Marina Wozniak, wegen Torwartbehinderung, nicht gegeben. |
Im UEFA-Cup im Finale, im DFB-Pokal im Finale - die Freude war riesengroß bei den Spielerinnen des FCR Duisburg | |
Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine zurück. Doch die zweite Halbzeit glich mitnichten der ersten. Es dauerte sage und schreibe fast 15 Minuten, bis die Niedersachsen den Strafraum der Duisburgerinnen erreichten. Es war im Grunde das Spiel auf ein Tor und zwar das der Wolfsburgerinnen. Waren diese vor der Halbzeit noch so stark im Sprint und überall gegenwärtig, so hatte man nun das Gefühl, die Luft wäre raus. Duisburg hingegen zeigte ein gutes Kombinationsspiel und erhöhte den Druck sichtlich, sodass Nadine Richter im Wolfsburger Tor mächtig was zu tun bekam. ![]() Navina Omilade (links) und Annelie Brendel (rechts) machten vor allem in der ersten Halbzeit ein Superspiel, doch Femke Maes (mitte) war in der zweiten Halbzeit von niemandem mehr zu halten Der Jubel war groß, als Simone Laudehr in der 60. Minute eingewechselt wurde und die „bissige” Löwin zeigte auch sofort wie heiß sie auf das Spiel war. Sie brachte nochmals frischen Wind in die Partie und wuselte kräftig durch die Wolfsburger Abwehr und sorgte vermehrt für Duisburger Torchancen in Form von Ecken und Freistößen. Aus eben solch einer Eckenhereingabe durch Lira Bajramaj entwickelte sich der 2:1 Führungstreffer. Als genau dieser Ball in höchst brenzliger Situation aus dem Wolfsburger Strafraum befördert wurde und dieser vor die Füße von Marina Hegering fiel. Diese fackelte nicht lange und erzielte mit einem gekonnten Lupfer aus ca. 30m das langersehnte 2:1. ![]() Simone Laudehr brachte nach ihrer Einwechslung viel Unruhe in die Wolfsburger Abwehr, hier setzt sie sich gegen Juliane Höfler durch Nach diesem Führungstreffer fand Wolfsburg keine Mittel mehr die Duisburger Abwehr zu knacken. Martina Müller versuchte ein ums andere Mal ihre Mannschaft zu motivieren und nach vorne zu peitschen. Duisburg hingegen hielt an seinem konzentrierten Spiel fest - bis es zur 87. Minute zu einer Schocksituation kam. Bei einem anscheinend harmlosen Foul an Bajramaj wurde diese am linken Knöchel so schwer verletzt, dass sie sofort ausgewechselt werden musste. Lira war, mit einer dicker Bandage versehen, nicht mehr in der Lage alleine zu laufen und musste Huckpack vom Platz getragen werden. Nach kurzer Verschnaufpause besannen sich die Löwinnen auf die letzten Spielminuten und warfen nun alles nach vorne. Wolfsburg schien nun immer verwundbarer und als Femke Maes, nach Vorarbeit von Bresonik, das 3:1 erzielte, war der Wille der Wölfinnen endgültig gebrochen. Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr und die nächste Runde Sektduschen wurde anberaumt, während die Wolfsburgerinnen ratlos und mit hängenden Köpfen auf dem Platz standen. |
In einem waren sich die Trainer beider Mannschaften 100%ig sicher: Es war ein hochverdienter Sieg Dank einer geschlossenen Duisburger Mannschaftsleistung. Martina, erleichtert und hochzufrieden, hob zudem Marina Hegering hervor, die mit ihren gerade einmal 18 Jahren bereits eine wichtige Spielerin in der Mannschaft geworden sei und zurzeit eine wahnsinnige Leistung abliefere. Zum anderen lobte die Trainerin die Belgierin Femke Maes, die sich mehr und mehr als Führungsspielerin etabliere. Kritik gab es aber trotz alledem noch an den Schiedsrichtern: "Heute hatte die Leistung zwar keinen Einfluss auf das Ergebnis, aber es kann auch nicht sein, dass Schiedsrichterentscheidungen mitbestimmen, wer ins Pokalfinale einzieht." Des weiteren übte sie auch Kritik am DFB bezüglich Rahmenspielplan und Terminierung. "Das, was wir hier gerade erleben in punkto Terminansetzungen darf man mit einem Verein einfach nicht machen." ![]() Marina Hegering krönte heute ihre famose Leistung, hier in Zusammenarbeit mit Annemieke Kiesel versuchen sie Martina Müller zu stoppen FCR Vorstandsvorsitzender Guido Lutz zeigte sich ebenfalls glücklich. „Was will man mehr? Dem Verein geht es gut! Das sportliche Highlight war mit Sicherheit der Finaleinzug im UEFA-Pokal, aber das wirtschaftliche Highlight ist der Einzug ins DFB-Pokal Endspiel. Berlin wir kommen!” ![]() Hasret Kayikci übergiest Turid Knaak mit dem "Gewinnersekt"
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