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DFB-Pokal, 2. Hauptrunde

Oberligist im Achtelfinale!

VfR 07 Limburg - ASV Hagsfeld 1:0 (1:0)

Text und Bilder von Tom Schlimme

22.10.2007   Nach dem 1:0 gegen Erstligaabsteiger Brauweiler in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals schaffte Oberligist VfR Limburg nun in der zweiten Hauptrunde gegen den Zweitligisten ASV Hagsfeld das scheinbar Unmögliche: den Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals!

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin”, skandierten die Limburger Fans nach dem knappen und glücklichen 1:0 Erfolg. Doch damit ist nicht wirklich zu rechnen. Nicht nur angesichts der Stärke der kommenden Gegner, auch aufgrund der keineswegs überzeugenden eigenen Leistung, die nun wirklich niemanden in Angst und Schrecken versetzen dürfte. Allerdings ließ der nasse und holprige Platz auch keine guten Spielzüge zu, Kampf war angesagt, und den nahmen die Limburgerinnen auf.

 Anna Strenger

Anna Strenger schoss nicht nur den entscheidenden Treffer, sie bot auch eine Klasseleistung in der Abwehr. Im Hintergrund Nadine Hallmaier

Limburg stand gut in der Abwehr und ließ verhältnismäßig wenige Hagsfelder Chancen zu. Von einem Unterschied von zwei Spielklassen war fast nichts zu erkennen. Hagsfeld war teilweise in der ersten und vor allem in der zweiten Halbzeit sicherlich feldüberlegen, aber in der Nähe des Strafraum ging dann nicht mehr viel und die Schüsse der Hagsfelder Stürmerinnen meist neben den Kasten, so dass die Limburger Keeperin Ann-Kathrin Kremer kaum geprüft wurde. Im Spiel nach vorne aber war von Limburg fast nichts zu sehen, und der einzige Treffer des Spiels resultierte dann auch aus einem kaptitalen Torwartfehler.

Nena Dabrowski

Das Tor des Tages: Nena Dabrowski sah da nicht gut aus...

In der 12. Spielminute trat die Limburger Innenverteidigerin Anna Strenger einen Freistoß aus knapp 40 Metern direkt aufs Tor und Hagsfelds Keeperin Nena Dabrowski ließ das nasse Spielgerät durch die Hände gleiten. Wenn ich es richtig gesehen habe, sprang der Ball vor Dabrowski unglücklich auf und änderte auf dem holprigen Boden plötzlich die Richtung, aber halten muss man einen solchen Schuss natürlich trotzdem. Schade für Dabrowski, dass sie sonst im Spiel kaum einmal einen Ball zu halten bekam und nicht zeigen konnte, dass sie es besser kann.

Auf der Gegenseite strich wenig später ein Schuss von Stefanie Schielenski, die sich gut durchgesetzt und mit links abgezogen hatte, am langen Eck des Limburger Tores vorbei. Meist jedoch waren die starken Strenger oder Jessica Otto im Abwehrzentrum der Limburgerinnen rechtzeitig zur Stelle und ließen Schüsse auf das Limburger Tor gar nicht erst zu. Die notwendige


Jubel beim VfR Limburg

Riesenjubel bei den Spielerinnen des VfR Limburg nach dem Spiel. Der zweite Zweitligist in Folge wurde mit 1:0 aus dem Pokal geworfen, nun wartet das Achtelfinale!

Portion Glück half dann auch noch, so bei einem Lattentreffer von Schielenski in der 22. Minute. Kurz vor der Pause dann noch mal ein Hauch von Gefahr, die sehr agile Claudia Weigand, für Hagsfeld sowohl in der Spitze als auch im Mittelfeld ein Aktivposten, spielte Corinna Beuthner frei, doch in letzter Sekunde warf sich einmal mehr Strenger dazwischen und klärte zur Ecke. Der Eckstoß landete wiederum bei Weigand, die jedoch das Tor knapp verfehlte.

So ging es in die Halbzeitpause. Beide Teams kamen in unveränderter Aufstellung auf den Platz, Hagsfeld schien aber etwas stärker zu werden. Beuthner mit einem Freistoß auf Claudia Weigand, doch deren schöner Flugkopfball verfehlte das Tor knapp (50. Minute). In der 58. Minute dann Beuthner steil auf Schielenski, doch Limburgs Keeperin Kremer kam rechtzeitig heraus und klärte. Wenig später wehrte Kremer dann einen Schuss von Hallmaier zur Ecke ab. So vergingen die Minuten, Limburg kämpfte tapfer und den Hagsfelder Spielerinnen war nicht wirklich anzumerken, dass sie einem Rückstand hinterherrannten, ihnen fehlte der letzte Kick Entschlossenheit.

Lattentreffer

Dieser Schuss von Stefanie Schielenski (rechts am Boden liegend) ging in der 22. Minute an die Latte des Limburger Tores

In der 77. ließ Hallmaier dann im Stil einer Birgit Prinz etliche Gegenspielerinnen stehen und ging im Alleingang durch die Limburger Abwehr durch. Doch ihr Schuss ging dann deutlich am Tor vorbei. Entlastungsangriffe von Seiten der Limburgerinnen wurden jetzt ganz selten, es reichte, hin und wieder eine Ecke herauszuholen, um Zeit zu gewinnen. Erst in der letzten Viertelstunde schienen die Hagsfelder Spielerinnen die Gefahr wahrzunehmen, begannen zu fighten und beeilten sich endlich auch einmal, nach Unterbrechungen den Ball schnell wieder ins Spiel zu bringen.

Flugkopfball Flugkopfball Flugkopfball

Riesenchance für Hagsfeld durch diesen Flugkopfball von Claudia Weigand

Eine große Chance hatte der Zweitligist dann auch noch, und in


dieser 85. Minute entschied sich das Spiel endgültig. Nach einer Ecke hatte Claudia Weigand im Fünfmeterraum die Gelegenheit zum Ausgleich, doch statt ins Tor ging der Ball ins Aus und Weigand brach sich das Nasenbein. Erst dachte ich, Weigand hätte den Ball an die Nase bekommen statt an den Kopf, doch mein Bild zeigt, dass es wohl der Fuß von Carolin Klement war, der ihre Nase erwischte. Man hätte vielleicht sogar Elfmeter geben können, doch die Szene war schwer zu erkennen und die gut leitende Schiedsrichterin Sabine Stadler hatte weder Foto noch Zeitlupe zur Verfügung. So mußte Hagsfeld dann, da bereits dreimal gewechselt worden war, in Unterzahl zu Ende spielen.

Claudia Weigand

Der Kopf ist am Fuß, oder der Fuß am Kopf: Limburgs Carolin Klement mit der 13 und Hagsfelds Claudia Weigand mit der 16 in der 85. Spielminute bei der letzten großen Chance für Hagsfeld in diesem Spiel. Danach war Weigands Nase gebrochen und das Spiel entschieden

Hagsfelds Trainer Martin Bieser zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht von der Einstellung seiner Mannschaft. Mit einer solchen Arroganz könne man hier nicht auftreten. Das Spiel nach vorne sei einfallslos und daher leicht auszurechnen gewesen. „Hagsfeld hat uns unterschätzt”, freute sich dagegen Limburgs Trainerin Kerstin Schulz. Natürlich sei das Tor glücklich gefallen, doch die Abwehr hätte sehr gut gestanden, die Mannschaft prima gekämpft. Auf meine Frage, welche Spielerin besonders hervorzuheben sei, lobte Schulz die Torschützin Anna Strenger, die ihre gute Abwehrleistung mit dem Treffer gekrönt habe.



VfR 07 Limburg:

Kremer - I. Schäfer, Strenger, Otto, Scheid, Stilper (90+2. Losbay), Klement, Bramer, Pless (90. A. Schuster), Schmidt, Fritz

ASV Hagsfeld

Dabrowski - Greilach, Kniel, Junker, Babel (76. Obert) - Beuthner (69. Seiler), Soyk (55. Imhof), M. Weigand, Hallmeier, C. Weigand, Schielenski

Tore:
1:0 Strenger (12.)

Gelbe Karte: Otto

Schiedsrichterin: Sabine Stadler (Gläserzell) mit Nina Schneider (Hüttenfeld) und Kerstin Flach (Neuenhain)

Zuschauer: 250


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