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DFB-Pokal, Achtelfinale

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TSV Crailsheim - Hamburger SV 3:2 (1:1)

Text von Jasmin Gentner

2.12.2007   Bei Regen und zeitweise Schnee sahen die Zuschauer, die sich nach Crailsheim verirrt hatten, ein spannendes und packendes Pokalachtelfinale. Crailsheim gewann aufgrund der Fähigkeit des Teams, auch nach dem Rückstand nicht aufzugeben. So zeigten die Crailsheimerinnen wieder einmal, warum man mit ihnen immer rechnen muss. Das Aufbäumen und der kämpferische Einsatz nach dem Rückstand sind typisch für die Mannschaft des TSV Crailsheim. Dafür gab es auf der Pressekonferenz auch Lob von Trainer Günther Wörle.

Die ersten Minuten bestimmten aber die Gäste aus Hamburg. So musste Rachel Howard schon nach 35 sec. das erste Mal in Aktion treten. Ebenso hielt Rachel Howard die Kugel, die ihr von Tanja Vreden in der 2 Minute direkt in die Arme geschossen wurde. Dass die beiden Teams gleichwertig sind, erkennt man daran, dass auch Crailsheim nicht untätig war. In der 6. Minute versuchte es Tanja Wörle auf Seiten des TSV Crailsheim mit einem Schuss aus etwa 10m, aber ihr Warnschuss flog direkt in die Arme der Torhüterin Bianca Weech.

Bianca Weech

Auch dies eine Szene aus der vergangenen Saison: Hamburgs Keeperin Bianca Weech hielt hier einen hohen Ball vor Claudia Nußelt

Archivbild: Ludwig Manger

Die erste richtig gute Einschussmöglichkeit gab es in der 9. Minute, als Tanja Vreden, die aktivste Spielerin an diesem Tag im Dress des HSV, alleine auf das Tor der Gastgeberinnen zulief. Rachel Howard parierte den Schuss zur Ecke, die nichts Zählbares für die Gäste einbrachte. Umso besser machten es dann in der 19. Minute Claudia Nußelt, die das wunderschöne Solo von Carolin Hörber vollendete und zur Führung traf.

Crailsheim war nun aufgewacht und der Hamburger SV kurzzeitig geschockt. In der 22. Minute versuchte es Ramona Treyer, die Spielführerin, aus der Distanz. Allerdings flog der Ball ca. 3m am Kasten von Bianca Weech vorbei. Die nächste Aktion gehörte Julia Weigel. Ihre gedachte Flanke flog ins Netz von Rachel Howard, die heute ungewohnte Schwächen zeigte und den Ball ins eigene Netz lenkte. Es entwickelte sich das von allen erwarte Spiel, in dem beide Mannschaften die Chance hatten zur erneuten Führung.

Nur eine Minute nach dem Ausgleich versuchte es Tanja Wörle nochmal mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, allerdings flog der Ball knapp über das Tor von Bianca Weech. In der 38. Minute versuchte sie sich als Vorlagengeberin, als sie einen Steilpass zu Annika Höß spielte, diese kam aber nicht mehr an den Ball. Kurz vor der Halbzeitpause versuchten sich die Gäste nochmals ins das Spiel zu bringen als sie in der Person von Tanja Vreden das Tor nur knapp verfehlten. Die letze Aktion vor der Pause gehörte den Gastgeberinnen, aber der Freistoß von Tanja Wörle fand keinen Abnehmer. So war das Unentschieden zur Halbzeitpause mehr als gerecht und beide Mannschaften mussten sich damit zufrieden geben.


Strafraumszene

Ein Bild aus der vergangenen Saison: Crailsheim verlor gegen die Hamburgerinnen damals zuhause knapp mit 0:1. Jetzt im Pokal behielt Crailsheim die Oberhand

Archivbild: Ludwig Manger

War in der ersten Halbzeit Crailsheim noch die optisch überlegenere Mannschaft, so sollte sich das nach der Pause ändern. Die Hanseatinnen kamen immer besser ins Spiel. Eine krasse Fehlentscheidung führte zum Führungstreffer! Die israelische Nationalspielerin Sarit Shenar verwandelte. Allerdings hätte der Steilpass auf Tanja Vreden, die schon deutlich im Abseits stand, abgepfiffen werden müssen. Doch der Pfiff der Schiedsrichterin blieb aus und so mussten sich die Crailsheimerinnen zunächst damit abfinden. Der Ton wurde jetzt aggressiver.

Aufgrund dieser Fehlentscheidung wurde die Mannschaft noch mehr und deutlicher von ihren Anhängern unterstützt. Hamburg hatte aufgrund mehrerer Chancen die Möglichkeit zum 1:3. Dennoch konnte die Mannschaft von Trainer Achim Feifel keinen Ball im Kasten von Rachel Howard unterbringen. Passend zum dies jährigen Abiturthema in BW im Fach Deutsch, Recht und Gerechtigkeit, sollte die Gerechtigkeit zurückschlagen. In der 76. Minute, als keiner mehr daran glaubte, flog der Freistoß von Ramona Treyer ins Hamburger Tor. Freundlich unterstützt von Bianca Weech. Ihr rutschte der Ball unter dem Körper ins Tor. Crailsheim war nun wieder hellwach und versuchte das entscheide Tor zu erzielen. Zuerst allerdings kam es zu einer brandgefährlichen Situation vor dem Tor der Crailsheimerinnen. Als Tanja Vreden Rachel Howard schon überwunden hatte, klärte die eingewechselte Jasmin Goodman auf der Torlinie zur Ecke. Den Schlusspunkt setzte wieder einmal die Frau für die wichtigen Tore, Carina Breunig. Sie überraschte und überlistete Bianca Weech, als jeder schon mit der Verlängerung rechnete, in der 87. Minute mit einem schönen Tor per Heber, da die Torfrau des HSV zu weit vorm Tor stand.

So zog der Trainer des Hamburger SV das Fazit auf der Pressekonferenz, dass seine Mannschaft in der 1. Halbzeit nicht gut genug war, es zwar in der 2. Halbzeit besser geworden ist, aber aufgrund der mangelnden Chancenauswertung seiner Spielerinnen habe man verdient verloren. Einzelne Spielerinnen enttäuschten ihn und entwickelten sich nicht, deswegen würde er noch im Laufe der Woche Gespräche führen, um sich ganz auf die Bundesliga konzentrieren zu können.

Günther Wörle dagegen war glücklich über den Sieg. Er bemerkte zwar, dass die Schiedsrichterin eine eindeutige Fehlentscheidung getroffen habe, als der Hamburger SV in Führung ging, aber dieses Tor entschied am Ende doch nicht die Partie. Sein Versprechen mit mehr Toren als im Punktspiel habe er eingelöst. Er sei stolz auf die Mannschaft, weil sie


heute wieder einmal ihre Moral gezeigt hätte. Hamburg war 5 Spiele lang ungeschlagen bis dato. Jetzt wünscht er sich einen „leichteren“ Gegner als Frankfurt oder Duisburg. Wörle schraubte allerdings auch die Erwartungshaltung im Hinblick auf die Bundesligasaison zurück. Die zweite Saison sei schwerer als die erste, in der Crailsheim desöftern davon profitierte, dass sie unterschätzt wurden. Der Trainer versprach allerdings, alles für das Ziel Klassenerhalt zu tun. Als nächstes will man gegen Wattenscheid drei Punkte holen.

Ramona Treyer

Ihr Freistoßtor kippte das Spiel: Crailsheims Spielführerin Ramona Treyer

Archivbild: Tom Schlimme

TSV Crailsheim

Howard-Höß, Grossmann, Held, Schmitt-Hörber, Treyer, Wörle, Breunig-Nußelt, Manger (65. Min Goodman)

Hamburger SV

Weech-Ende, Gärtner, Haye, Fresse-Lehmann, Lübcke, Saländer, Weigel (72 min Holland)-Shenar (61 min. Ewers), Vreden

Tore:
1:0 Nußelt (19.)
1:1 Weigel (25.)
1:2 Shenar(55.)
2:2 Treyer (76.)
3:2 Breunig (87.)

Gelbe Karte: Nußelt / Gärtner

Schiedsrichterin: Moiken Jung
Assistentinnen: Sabrina Jene, Beatrix Nieder

Zuschauer: 307


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