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DFB-Pokal, 1. Hauptrunde

Favoritensieg ohne Glanz

ASV Bergedorf 85 - FFV Neubrandenburg 2:8 (1:2)

Fotos von Beate Wolter
Text von Jens Wolter

3.9.2007   Ein Regionalliga-Aufsteiger gegen einen Zweitligisten, aus dieser Konstellation ergab sich die Favoritenrolle automatisch. Doch mit etwas mehr Selbstvertrauen hätten die Gastgeberinnen aus dem Südosten Hamburgs das Ergebnis für sich günstiger gestalten können.

In der ersten Halbzeit erlebten die Zuschauer ein Fußballspiel auf sehr schwachem Niveau. Für Neubrandenburg ergab sich eine leichte Feldüberlegenheit, die jedoch mehr aus dem sehr verhaltenen Auftritt der Hamburgerinnen resultierte, als aus eigener Stärke. Immerhin ergab sich für die Gäste in der 7. Minute die erste Torgelegenheit des Spiels, als Anke Scheidlich einen Ball um Haaresbreite am rechten Torpfosten vorbeisetzte. Dies blieb zugleich für lange Zeit die einzig bemerkenswerte Szene auf dem Platz. Die "Elstern" aus Bergedorf bekamen kein vernünftiges Aufbauspiel zustande und brauchten bis zur 22. Minute, um den ersten Torschuss zu fabrizieren. Aber auch die Gäste vermochten nicht wirklich deutlich zu machen, dass sie das klassenhöhere Team stellten.

Catharina Schimpf und Sibel Exposito

Neubrandenburgs Mittelfeldspielerin Catharina Schimpf (rechts) im Zweikampf mit Sibel Exposito

So war es doch etwas überraschend, als in der 29. Minute das 1:0 für Neubrandenburg fiel. Die Bergedorfer Abwehr konnte eine Ecke zunächst abwehren, bekam den Ball jedoch nicht weg und die erneute Hereingabe von rechts konnte Josefin Zirnsak einköpfen. Genauso überraschend - angesichts der bis dahin gezeigten Harmlosigkeit im Angriff - konnte Bergedorf acht Minuten später den Ausgleich erzielen.

Ausgleichstor

Ausgleich für Bergedorf: Madleen Rohde trifft aus 18 Metern

Das Tor entstand nach dem gleichen Muster wie die Führung. Nach der von Cindy Pohlmann getretenen ersten Ecke für Bergedorf konnte Madleen Rohde den zu kurz abgewehrten Ball aus ca. 18 Metern Entfernung in den Winkel befördern. Bergedorf konnte sich jedoch nur für zwei Minuten an dem neuen und nicht unverdienten Spielstand erfreuen. In der 39. Minute setzte Neubrandenburg den Ball nach einer Ecke von links nur an die Latte, den Abpraller konnte Nicole Zweigler per Kopf ungehindert zur erneuten Führung verwerten. Mit diesem Zwischenstand von 1:2 ging es auch in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Bergedorferinnen deutlich engagierter auf den Platz zurück, das knappe Halbzeitresultat schien ihnen Selbstvertrauen gegeben zu haben. Dieser Elan erlosch jedoch nach rund fünf Minuten, als Nicole Zweigler in der 51. Minute einen Steilpass zum 3:1 für die Gäste verwerten konnte. Nun stellte sich - insbesondere in der Abwehrreihe der Hamburgerinnen - eine gewisse Resignation ein, die in der Folge von den Gästen zu weiteren Toren genutzt werden konnte.


Nicole Zweigler

Nicole Zweigler erzielte als einzige Spielerin zwei Tore für den FVV Neubrandenburg, darunter das wichtige 1:2

In der 58. Minute konnte Bergedorfs Torfrau Denise Pohlmann einen Schuss aus nächster Nähe noch abwehren, gegen den unbedrängten Nachschuss von Katja Blehk zum 1:4 hatte sie keine Chance. In der 64. vergab Nicole Zweigler die Möglichkeit zu ihrem dritten Tor des Tages, als sie freistehend ein Zuspiel von Carola Ebert über das leere Tor schoss. Ebert selber überlief dann in der 67. Minute die Bergedorfer Abwehr und erzielte den fünften Treffer für Neubrandenburg. Das vielleicht schönste Tor des Spiels gelang Silvia Waschitzek in der 70. Minute mit einem Schuss von der linken Strafraumgrenze hoch ins lange Toreck der Bergedorferinnen zum 1:6.

Tor für Neubrandenburg
Tor für Neubrandenburg

Am Ende wurde es doch ein Kantersieg für Neubrandenburg. Hier das 1:5 durch Carola Ebert (Nr. 19). Mit der 18 Madleen Rohde, mit der 15 Kim Koschieder

Das erste Lebenszeichen der Gastgeberinnen nach diesen für sie deprimierenden Gegentoren gab Cindy Pohlmann, die in der zweiten Halbzeit auf der linken Seite gewechselt war, mit einem schönen Alleingang in der 82. Minute, bei dem allerdings letztlich die Kraft zu einem gefährlichen Abschluss fehlte.

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Kim Koschieder (rechts) gegen Steffi Schmidt

In der 84. Minute dann konnte Neubrandenburgs Carolin Schumski mit dem Ball ungehindert durch den Bergedorfer Strafraum marschieren und zum 1:7 vollenden. Die Abwehr der Gastgeberinnen schaute dieser Aktion lediglich zu. Wenigstens der Angriff der Bergedorferinnen raffte sich in dieser späten Phase noch zur Gegenwehr auf. Ein Schuss von Cindy Pohlmann in der 88. Minute ging nur ans Außennetz, in der 90. Minute schaffte Verena Hildebrandt mit einem Ball aus etwa 16 Metern


Entfernung den 2:7 Anschlusstreffer. Den Schlusspunkt des Spiels setzte dann aber wieder Neubrandenburg. Ein Heber von Silvia Waschitzek aus etwa 16 Metern schlug zum 2:8 im Bergedorfer Tor ein, wobei Torfrau Denise Pohlmann das erste Mal sehr unglücklich aussah.

Die Mannschaft von Bergedorf 85 dürfte sich anschließend selber geärgert haben, dass sie namentlich in der ersten Halbzeit, als Neubrandenburg noch nicht sein Spiel gefunden hatte, nicht mutiger und energischer nach vorn gespielt und so die Chance auf ein deutlich knapperes Ergebnis verpasst hat.

Denise Pohlmann

Bergedorfs Torhüterin Denise Pohlmann mußte trotz guter Leistung 8 Gegentreffer hinnehmen. Hier ist sie vor Katja Blehk am Ball



ASV Bergedorf 85

D. Pohlmann - Exposito, Rohde, Matz, Scheerer (60. Koschieder) - C. Pohlmann, Jeremias, Hildebrandt, Pfeifer (74. Rode) - Albrecht, Pfarth

FFV Neubrandenburg

Rösing - Schumski, Oldendorf, Antje Wagner - Zirnsak, Buck, Schimpf (46. Waschitzek), Scheidlich, Anja Wagner (46. Ebert) - Blehk, Zweigler

Tore:
0:1 Zirnsak (29.)
1:1 Rohde (37.)
1:2 Zweigler (39.)
1:3 Zweigler (51.)
1:4 Blehk (58.)
1:5 Ebert (67.)
1:6 Waschitzek (70.)
1:7 Schumski (84.)
2:7 Hildebrandt (90.)
2:8 Waschitzek (90.+1)

Karten: Keine

Schiedsrichterin: Gartmann

Zuschauer : 70 (Stadion Sander Tannen / Hamburg)


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