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DFB-Pokal 2006/2007: 2. Runde

Schönebeck bewältigt erste Pokalhürde

1. FC Lokomotive Leipzig - SG Essen-Schönebeck 0:5 (0:2)
(aus Essener Sicht)

Text von Meret Schockenbäumer

25.10.2006

Als der Trainer der SG Essen-Schönebeck, Ralf Agolli, am Dienstag, den 17.10.06 zum Training kam, überraschte und beeindruckte ihn zugleich die Moral seiner doch noch sehr jungen Mannschaft. Diese hatte nämlich wohl oder übel erkannt, dass ihre Leistung gegen Bad Neuenahr als nicht wirklich berauschend einzustufen war und erschien nun einheitlich in Laufschuhen. So wurde einein halb Stunden lang Kondition geschuftet. Auch an den darauffolgenden Tagen wurde diszipliniert gearbeitet, so das Agolli am Freitag ein Auge zudrückte und seinen Spielerinnen freigab. Fünf Akteurinnen nutzten die freie Zeit, um sich beim Sponsorentreffen in Gelsenkirchen sehen zu lassen.
Aufgrund dieser erfolgreichen Trainingswoche fuhr die Essener Mannschaft am Samstagmorgen froh gelaunt in das 500km entfernte Leipzig zum 1.FC Lokomotive.

Dort hatte man auch eine anstrengende, wenn auch zufriedenstellende Tage hinter sich. Zwar war man sich bewusst, dass den Essenerinnen die Favoritenrolle zugesprochen werden würde, doch wollte man beileibe nicht den Underdog spielen. Warum auch? Schliesslich ist man in der 2.Bundesliga-Nord noch ungeschlagen. Drei Remis und zwei gewonnene Begegnungen nach fünf Spieltagen sprechen für den Aufsteiger aus der Regionalliga. Es schien also eine spannende Partie zu werden, dem war aber nicht so .Doch erst einmal der Reihe nach.

Pünktlich am Sonntagmorgen um 11 Uhr betraten beide Mannschaften das Spielfeld des Bruno-Plache Stadions. Die erste Viertelstunde plätscherte dahin. Die SGS hatte zwar das Spiel in der Hand, zeigte aber keine spektakulären Spielzüge und die Leipzigerinnen ließen von ihrem bis dato versprochenem Können nicht das Geringste sehen.


In der 20.Minute gelang der Essenerin Linda Bresonik der lang ersehnte Führungstreffer,indem sie Lok-Torhüterin Griseldis Meissner, die vom USV Jena gekommen war, aus der Distanz überwand. Danach gewann das Spiel endlich an Dynamik. Die Schönebecker Außenpositionen bauten enormen Druck auf, doch auch die Leipziger Offensive arbeitete sich nach vorne, jedoch scheiterten sie zumeist an der gut aufgestellten Essener Defensiv-Abteilung.

Fünf Minuten nach dem ersten Treffer folgte das zweite Essener Tor, diesmal war es Charline Hartmann, die sich im Strafraumgetümmel durchsetzte. Die darauffolgenden Schönebecker Chancen, die durchaus zum Tor hätten führen können, wurden von Mirja Kothe, Melanie Hoffmann sowie Mandy Islacker vertändelt. Lok hätte die Möglichkeit gehabt, aufzuholen, doch Mittelfeldspielerin Sarah Zeising, Freistossspezialistin Nadine Börner oder Offensivkraft Susan Erber gelangten einfach nicht durch das gegnerische Abwehrbollwerk hindurch.

Die Schönebeckerinnen hätten natürlich höher führen können, doch die Chancenverwertung ließ zu Wünschen übrig. Nach der Pause schalteten die Bundesligakickerinnen einen Gang runter und verwalteten nur noch die knappe Führung gegen den Nord-Zweitligisten. Erst in der 61.Minute erschien Bresonik noch einmal vor dem Leipziger Gehäuse und markierte ihren zweiten Treffer in diesem Spiel. Danach brauchte es wieder eine Weile bis sich die Essenerinnen weitere Chancen erarbeiteten, denn die Leipziger Abwehr um Anja Pioch und Livia Ambrosius war keinesfalls überfordert gegen die herandrängende Essener Offensive. In der Schlussphase (88. & 90.) aber dann, schlichen sich doch noch kleine Unachtsamkeiten in den Leipziger Reihen ein. Essens Topstürmerin Hartmann nutzte dies natürlich eiskalt aus und beendete mit einem Doppelpack die Partie.

Doch nüchtern betrachtet, zeigten beide Teams nicht ihre Klasse. Die Leipziger enttäuschten die 212 Fans im heimischen Plache-Stadion


mit einer defensiv eingestellten, teilweise sogar einer wenig ängstlichen Leistung. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Sachsen nicht ein einziges Mal im gesamten Spiel eine nennenswert gute Tor-Möglichkeit besaßen.
Die Ruhrpöttlerinnen hätten als klassenhöhere Mannschaft deutlich höher gewinnen können, wenn nicht sogar müssen. Zudem war die zweite Hälfte aus Essener Sicht wenig kreativ. Jedoch ist dies im Endeffekt nicht so wichtig, denn die Hauptsache war ein Sieg. Ein bemerkenswerter Lichtblick aber war die zuletzt schwächelnde Defensive. Der 1.FC Lok kann sich nun weiterhin auf die Aufgaben in der 2.Bundesliga-Nord konzentrieren, in der man weiterhin so gut mithalten will wie bisher. Die SGS hat die erste Pokalhürde geschafft und darf gespannt sein, welches Team am Montag,den 30.10. in der Frankfurter DFB-Zentrale als Achtelfinalgegner aus dem Lostopf gezogen wird. Die volle Aufmerksamkeit gilt jedoch zunächst dem kommenden 5.Spieltag der 1.Frauenfußballbundesliga.

Lok Leipzig:

Meißner - Ambrosius, Uhlig, Beltz - Börner (26. Rademacher), Pioch, Zeising, Heuser (57. Aulrich), Radtke, Erber (73. Vogg) - Nauesse

Trainer: Frank Tresp

Essen-Schönebeck:

Löhr - Chojnacki, Schubert, Balkenhol (75. Kowalik), Mpalaskas - Hoffmann, Duhme (46. Hellmann), Bresonik (63. Yilmaz) - Kothe, Hartmann, Islacker

Trainer: Ralf Agolli

Tore:
0:1 Bresonik (20.)
0:2 Hartmann (25.)
0:3 Bresonik (60.)
0:4 Hartmann (87.)
0:5 Hartmann (89./FE)

Gelbe Karte: Zeising - Islacker

SRin: Elke Fehlow (Zeestow)

Zuschauer: 212


Bericht aus Leipziger Sicht

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