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DFB-Pokal 2006/2007: 2. RundePflichtübung mit zähem BeginnHamburger SV - SG Wattenscheid 09 5:0 (2:0) | ||
Text von Jens Wolter, Fotos von Beate Wolter 28.10.2006 Jennifer Düner versucht sich gegen Alexandra Gärtner (l.) und Anna Mirbach durchzusetzen. Das Spiel begann mit einer Art fußballerischem Paukenschlag. Eine Kombination von Anna Mirbach und Tanja Vreden führte den HSV auf der rechten Seite in den Wattenscheider Strafraum und Silva Lone Saländer hatte dann keine Mühe, Vredens scharfen Flachpass zum 1:0 über die Linie zu drücken - da waren seit dem Anpfiff gerade mal 31 Sekunden (!) vergangen. Wer nun erwartet hatte, dass die frühe Führung das Hamburger Spiel beflügeln würde, sah sich beinahe mit dem Gegenteil konfrontiert. Nur zögerlich ging man auf Hamburger Seite in die Zweikämpfe hinein, zu langsam war nach Balleroberung das Umschalten von Abwehr auf Angriff und so mancher Pass nach vorne landete wegen Unkonzentriertheit im Aus oder beim Gegner. Die Wattenscheiderinnen wirkten in den Zweikämpfen entschlossener, konnten jedoch keine entscheidenden Vorteile daraus ziehen. Kurioses 3:0 durch Tanja Vreden. Erst springt der Ball an den Pfosten, dann von dort zurück zur HSV-Stürmerin und ins Tor.
Insgesamt plätscherte die erste Halbzeit so dahin und die wenigen markanten Szenen sind schnell aufgezählt. In der 19. Minute hatte Tanja Vreden Pech, als sie beim Versuch eines Scherenschlages ca. 7 Meter vor dem Tor knapp am Ball vorbei senste. Zehn Minuten später scheiterte Shelley Thompson mit einem Schuss knapp an Torfrau Frederike Bittner, die den Ball zur Ecke ablenken konnte. Die beste Chance zum Wattenscheider Ausgleich vergab in der 33. Minute Jennifer Ninaus, als ihr bei einem Volleyversuch nach einer hohen Hereingabe von links der Ball über den Schlappen rutschte und nur im Fangzaun hinter dem Tor landete. |
Christina Plessen überragte in diesem Pokalspiel. Mit dem Treffer zum 4:0 trug sie sich auch in die Riege der Torschützinnen ein. | |
Je näher der Pausenpfiff rückte, desto mehr schienen die Gäste zu erfassen, dass gegen diesen HSV eine Wende im Spiel durchaus denkbar war. Etwas überraschend fiel in dieser Phase jedoch das zweite Hamburger Tor in der 40. Spielminute. Nach Zuspiel von Vreden auf Thompson und Mirbach konnte die Gästeabwehr die beiden Hamburgerinnen nicht entscheidend stören und Anna Mirbach vollendete die Aktion mit ihrem ersten Saisontreffer.
Christine Schoknecht strahlte nach dem Spiel wie ein Honigkuchenpferd. Zum Beginn der zweiten Spielhälfte erschienen die Hamburgerinnen mit zwei frischen Kräften: Stürmerin Gina Heinßen kam für Marion Wilmes und Friederike Engel ersetzte im defensiven Bereich die gelb-rot-gefährdete Imke Wübbenhorst. Erneut begann das Spiel mit einem Paukenschlag durch die Gastgeberinnen, genauer gesagt, mit einem Tor aus dem Kuriositätenkabinett: In der 47. Minute köpfte Torjägerin Tanja Vreden eine hohe Hereingabe an den linken Torpfosten. Von dort sprang der Ball an der hinterher hechtenden Torfrau Frederike Bittner vorbei zur Tormitte, wo ihn die - nach dem Kopfball gestürzte - Vreden liegend zum 3:0 ins leere Tor befördern konnte. Damit hatte sich die Waagschale endgültig zugunsten des Erstligisten gesenkt Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein - zumindest aus Hamburger Sicht - deutlich sehenswerteres Spiel als im ersten Durchgang. Der HSV erspielte und erarbeitete sich ein deutliches Plus an Torchancen, während die Angriffsbemühungen der Gäste, die trotz des deutlichen Rückstandes nicht aufsteckten, von der sehr sattelfest agierenden Hamburger Hintermannschaft abgefangen wurden. Hamburger Torchancen für Thompson (50.), Saländer per Kopf (59.) und Vreden (60.) stand nur eine gefährliche Situation für Wattenscheid gegenüber, als Torfrau Tessa Rinkes und ihre Abwehr in der 51. Minute einen Ball an der Strafraumgrenze abwehren konnten. Silke van den Berg (r.) muss sich des Angriffs von Shelley Thompson erwehren.
In der 63. Spielminute gelang es HSV-Abwehrspielerin Christina Plessen, ihren Wattenscheider Abwehrkolleginnen kurz vor dem |
Gäste-Strafraum den Ball abzunehmen und ihn an der herausstürmenden Torfrau zum 4:0 einzuschieben. Trotz dieses weiteren Rückschlages versuchten die Gäste weiterhin, sich nicht unter Wert zu verkaufen und zumindest den Ehrentreffer zu erzielen. Die Hamburger Torfrau Tessa Rinkes, die in diesem Spiel Stammtorhüterin Bianca Weech sehr souverän vertrat, hatte in der 69. Minute eine der raren Möglichkeiten, sich auszuzeichnen, als sie eine Flanke knapp vor der einschussbereiten Carolin Dej abfangen konnte. Den Schlusspunkt des Hamburger Torreigens setzte in 75. Minute Shelley Thompson, als sie Frederike Bittner mit einem satten Schuss aus ca. 18 m Entfernung keine Abwehrchance ließ. Weitere HSV-Möglichkeiten durch nochmals Thompson (81. und 86.Minute), Anna Blässe (83.) und Vreden (89.) blieben ungenutzt. Plausch unter Jugendnationalspielerinnen: Daniela Löwenberg (l.) und Imke Wübbenhorst. Letzen Endes ergab sich ein aufgrund der größeren Torgefährlichkeit verdienter Sieg für den HSV, der dabei zudem das Glück hatte, dass die Tore Nummer zwei und drei in psychologisch sehr wichtigen Momenten fielen.
Hamburger SV:
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