Text von Jasmin Gentner Bilder von Ludwig Manger 28.10.2006
Trotz einer phasenweise schwachen Leistung gewann der TSV Crailsheim gegen den Zweitligisten Wacker München am Ende deutlich mit 6:0. "Nach zwei Gastgeschenken und vier glatten Fehlentscheidungen war für uns heute Endstation", monierte Münchens Trainer Wilhelm Link nach dem Spiel die Schiedsrichterleistung (Erst- liga-Schiedsrichterin Moiken Jung aus Worms). Doch auch Link mußte anerkennen, dass der Sieg für Crailsheim letztlich verdient war.
Mit den beiden "Gastgeschenken" meinte Link die ersten beiden Tore für Crailsheim, als Karin Burger zweimal kurz hintereinander (42. und 43. Minute) jeweils einen Freistoß von Tanja Wörle auf den Kopf serviert bekam und beide Male unbedrängt einköpfen konnte. Doch auch vorher war Crailsheim schon zu einigen Chancen gekommen:
 Carolin Hörber treibt den Ball für Crailsheim nach vorne, Ines Ortner-Bach versucht zu stören
Schon in der zehnten Minute fingen die Crailsheimer Möglichkeiten an. Anna Bornhoff versuchte den Ball im Netz zu versenken, was ihr aber misslang.
In der 16. Minute versuchte es Carina Breunig aus dem Mittelfeld, aber sie lenkte den Ball übers Gehäuse des FFC Wacker München. Eine weitere Großchance für Crailsheim vergab die bis dahin kaum auffällige Claudia Nußelt, aber der Schuss ging knapp am Tor vorbei.
In der 30. Minute vereitelte die an diesem Tage beste Münchnerin Kathrin Lehmann eine weitere Chance von Breunig. Eine erste kleinere Möglichkeit für Wacker München gab es in der 20. Minute, aber Stürmerin Maria Breitenberger wusste ihre Chance nicht zu nutzen und drosch meilenweit am Tor vorbei. Münchens Trainer Link reagierte auf den Druck der Crailsheimerinnen und wechselte schon in der 32. Minute Breitenberger aus und brachte dafür Andrea Siemer, um noch mal frischen Wind ins Offensivspiel der Gäste zu bringen.
Eine sehr gute Freistoßmöglichkeit wußte Siemer in der 41. Minute nicht zu nutzen, weil sie genau in die Hände von Rachel Howard spielte.
 Münchens Johanna Loistl kann sich hier gegen die zweifache Torschützin Karin Burger (links) und Katharina Wistel durchsetzen
Als sich die Fans des TSV Crailsheim schon damit abgefunden hatten, dass vor der Halbzeitpause nichts mehr geschehen würde, kam es dann zum schon erwähnten Doppelschlag von Burger, und so ging es mit einer soliden 2:0 Führung in die Halbzeitpause.
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Wackers Torfrau Kathrin Lehmann plückt den Ball vor der einköpfbereiten Julia Manger aus der Luft. Katharina Wistel mit der 16 schaut zu, Arlind Maurer am Pfosten und Franziska Karl mit der 13 müssen nicht mehr eingreifen
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Die erste kleinere Möglichkeit nach der Pause hatten die Spielerinnen aus München, aber ihr Schussversuch ging weit neben das Tor.
Einen weiteren Rückschlag erlitten die Mädels von Wacker München, als Anna Bornhoff völlig allein vor Kathrin Lehmann stand und zum 3:0 per Heber traf.
Das erste Mal richtig auszeichnen musste sich Crailsheims Torhüterin Rachel Howard in der 60. Minute, als sie einen Freistoß abwehrte.
In der 63. Minute versuchte auf der anderen Seite Claudia Nußelt ihr Glück beim Freistoß, aber der sonst meist erfolgreichsten Crailsheimer Torschützin war am heutigen Tag kein Treffer vergönnt.
Julia Manger, die in der Zwischenzeit für Ramona Treyer eingewechselt worden war, verschoss eine 100 %ige allein vor der Nummer 1 von Wacker München.
 Crailsheims Goalgetterin Claudia Nußelt, hier verfolgt von Tina Gössmann, blieb heute ausnahmsweise einmal ohne Torerfolg
Ein Lattenschuss von Carolin Hörber ließ die Fans des TSV Crailsheim noch mal aufhorchen, ehe die Fans in der 80. Minute dann endgültig erlöst wurden. Nach einem tollen Heber der ebenfalls frisch eingewechselten Stephanie Limbach, die damit die gesamte Abwehr von Wacker München außer Kraft setzte, verwandelte Anna Bornhoff freistehend vorm Tor.
 Frieden nach dem Spiel: Von links die Münchnerinnen Ines Ortner-Bach, Kathrin Lehmann, Crailsheims Tanja Wörle und Crailsheims Trainer Günther Wörle
Nach einer tollen Vorarbeit von Julia Manger durfte sich auch Carina Breunig in die Torschützenliste eintragen, als sie zum 5:0 erhöhte.
Den Schlusspunkt dieser Partie setze dann Julia Manger selber, als sie frei vorm Tor zum 6:0 Endstand einlochte.
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Auch wenn von Münchner Seite einiges auf das Schiedsrichter- gespann geschoben wurde - man monierte einen angeblich an falscher Stelle schnell ausgeführten Freistoß, der zum 3:0 führte, forderte in der 50. Minute einen Elfmeter und sah die letzten beiden Tore aus Abseitspositionen heraus erzielt - geht der Sieg für Crailsheim aufgrund der Spielanteile und des deutlichen Plus an Chancen völlig in Ordnung. Crailsheim gehört damit verdient zu den acht verbliebenen Erstligisten in der dritten Hauptrunde des DFB-Pokals.
 Münchens Kapitänin, Torfrau Kathrin Lehmann, mußte hier ihrem Trainer Wilhelm Link (ganz rechts) mitteilen, dass er aufgrund seiner lauten Schiedsrichterkritik auf die Tribüne verbannt worden war. Neben Link Münchens Co-Trainer Karl Pröbstel, im Vordergrund Ramona Treyer
TSV Crailsheim
Howard, Rechl, Held, Burger, Hörber, Treyer (65. Manger), Bornhoff, Nußelt (67. Limbach), Honecker, Wörle (65. Wistel), Breunig
FFC Wacker München
Lehmann, Ortner-Bach, Gössmann (65. Henneberg), Gauto, Nottebrock, Cruz dos Reis (65. Jürgensen), Loistl, Maurer, Karl , Breitenberger (32. Siemer), Brevart
Tore:
1:0 Burger (42.)
2:0 Burger (43.)
3:0 Bornhoff (48.)
4:0 Bornhoff (80.)
5:0 Breunig (86.)
6:0 Manger (90.)
Gelbe Karten: Brevart
Schiedsrichterin: Moiken Jung (Worms-Herrnsheim)
Zuschauer: 158
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