DFB-Pokal, Viertelfinale

Lehrstunde im Dauerregen

1. FC Saarbrücken - 1. FFC Frankfurt 0:12 (0:5)

Text und Bilder von Martin Kochem

05.12.2005

Mit einem lockeren 12:0 (5:0)-Kantersieg beim derzeitigen Tabellenzweiten der 2. Bundesliga Süd, dem 1. FC Saarbrücken, zog der frischgebackene UEFA-Cup-Finalist 1. FFC Frankfurt erwartungsgemäß ins Halbfinale des diesjährigen DFB-Pokalwettbewerbs ein.

Bei Dauerregen im Saarbrücker Ludwigspark war die Partie vor leider nur etwa 400 Interessierten bereits nach 8 Minuten gelaufen, als die sich von der ersten Sekunde an in absoluter Hochform präsentierende Sandra Smisek per Abstauber für die frühe Gästeführung gesorgt hatte und sich kurze Zeit darauf ein verunglückter Befreiungsschlag der Ex-FSVlerin Sabine Blank über U 19-Nationaltorhüterin Romina Holz hinweg zum 0:2 ins eigene Netz senkte.

Zwei weitere Treffer von „Smi“ (welche damit einen Hattrick verbuchen konnte) sowie ein Traumvolleyschuss von Kerstin Garefrekes sorgten bereits zur Halbzeitpause für mehr als klare Verhältnisse. Der FCS, welcher frühzeitig das verletzungsbedingte Ausscheiden von Nadine Kessler (Sprunggelenk) zu verkraften hatte, war über die gesamte Spieldauer hinweg nicht mehr als ein Spielball für den amtierenden Deutschen Meister, der sich zeitweise mit tollem Kombinationsfussball schon mal auf die kommenden, ungleich schwereren Heimspielaufgaben im Bundesligaalltag gegen Duisburg und den HSV einstimmte.

Strafraum 1. Fc Saarbrücken

Hessicher Belagerungszustand im saarländischen Strafraum vor leeren Rängen im Ludwigspark

Auch die Hereinnahmen der auf den Außenbahnen sehr engagiert zu Werke gehenden Meike Weber und Sarah Günther taten der Spielfreude der Hessinnen keinen Abbruch, sodass der in der 2. Halbzeit sicherlich zwei Gänge zurückschaltende FFC gegen einen wehrlosen Gegner letztendlich


Katrin Kliehm, Jessica Bitton

Seitenwahl der Kapitäne Kathrin Kliehm (FFC, links) und Jessica Bitton (FCS, rechts)

durch Prinz, Lingor, Smisek (je 2) sowie Garefrekes das Dutzend voll machen konnte.

Sandra Smisek

Sandra Smisek war gestern nicht zu bremsen und erzielte fünf Tore

Archivfoto: Nora Kruse

Auf Seiten der zeitweise geradezu vor Ehrfurcht erstarrenden Saarländerinnen vergaben Agata Tarczynska sowie Sabine Blank deren einzigen Torgelegenheiten geradezu kläglich. Trotz der Hereinnahme der durch einen Muskelfaserriss sichtlich angeschlagenen Ex-FFClerin Sabrina Rastetter wurde man als objektiver Beobachter einfach den Eindruck nicht los, der FCS wolle sich für die in Kürze anstehenden wichtigen Ligaspiele gegen Crailsheim bzw. bei Wacker München schonen.

Während FFC-Coach Dr. Hans-Jürgen Tritschoks die mehr als pflichtbewusste Vorstellung seines Teams außerplanmäßig mit einem Tag trainingsfrei honorierte, bleibt für die sympathische und äußerst fair agierende Truppe von Trainer Guido Mey nur zu hoffen, dass diese Klatsche in Sachen Selbstvertrauen keinen Knacks im Ligaalltag bewirken wird.


1. FC Saarbrücken:

Holz – Kaiser (85. Spies), Karnbach, Bitton, Blank – Kessler (21. Quinten), Schwab (67. Rastetter), Henning, Collisi, Dillenburger – Tarczynska

1. FFC Frankfurt:

Wissink – Hansen, T. Wunderlich, Jones – Kliehm (72. Jannermann), Affeld (46. Günther), Bartusiak (46. Weber), Lingor, Garefrekes – Prinz, Smisek

Louise Hansen

Selbst Defensivkraft Louise Hansen wollte vorne ab und zu mitmischen

Tore:
0:1 Smisek (3.)
0:2 Blank (8./ET)
0:3 Smisek (16.)
0:4 Smisek (20.)
0:5 Garefrekes (31.)
0:6 Prinz (54.)
0:7 Garefrekes (55.)
0:8 Lingor (73./FE)
0:9 Smisek (77.)
0:10 Prinz (83.)
0:11 Lingor (86.)
0:12 Smisek (90.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: ca. 400


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