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DFB-Pokal 2. Runde
Die Bayern aus München waren zu stark
1. FC Lok Leipzig - FC Bayern München 1:8 (0:3) | ||
| Von Katja Öhlschläger (Text) und Sebastian Gille (Fotos) 17.10.2005
DFB-Pokal in Leipzig, wieder kam der Gegner aus München. In der ersten Runde schickten die „Lokomotiven“ die Gäste von Wacker München überraschend mit 4:1 nach Hause, diesmal stellten sich die Lokalnachbarn vom FC Bayern München im Bruno-Plache-Stadion vor. 702 Zuschauer waren gekommen, um bei sonnigem, aber kaltem Wetter vielleicht Zeuge einer weiteren Pokalüberraschung zu werden.
Das Team von Bayern München beim Stretching vor dem Spiel
München behielt von den Spielverhältnissen her die Oberhand, kam aber nur zu seltenen Chancen, wie in der 16. Minute durch Fischer (drüber) und in der 25. Minute durch einen Freistoß von Scasna (auch drüber). Erst in der 27. Minute musste sich Lellwitz wieder auszeichnen – Fischer flankte auf Aigner, diese verpasste den Ball, die Direktabnahme von Sonja Spieler ins kurze Eck konnte die Torfrau der Heimmannschaft gerade noch zur Ecke klären. Eine halbe Stunde lang war es den Münchnerinnen nicht gelungen, in Führung zu gehen, sodass Leipzig nun zunehmend mutiger wurde und selbst nach vorne spielte. In der 29. Minute trat Kathleen Radtke aus halblinker Position einen Freistoß auf den Kopf von Peter, doch diese köpfte Nationaltorfrau Ulrike Schmetz zu harmlos in die Arme. Drei Minuten später konterte Leipzig wieder, diesmal über Sarah Zeising, der nach langem Lauf am Ende dann aber die Kraft für eine platzierte Flanke fehlte, weshalb Schmetz die Situation klären konnte. So auch eine Minute darauf, als Peter Zeising schickte, Schmetz ihr den Ball aber vor den Füßen stibitzte. Leipzig hatte nun seinerseits Chancen, doch mussten die Mittelfeldspielerinnen zu weite Wege gehen, um in Tornähe zu kommen. Die einzige nominelle Stürmerin Christina Nauesse, die gegen Wacker München noch mit zwei Toren überragte, war zu sehr auf sich allein gestellt und von der Bayern-Abwehr somit konsequent gedeckt.
Leipzigs Christina Nauesse war im Angriff zu sehr auf sich allein gestellt und konnte sich kaum aus der Münchner Bewachung befreien
In diese kleine Leipziger Drangphase hinein fiel dann das 1:0 für die Gäste. Aigner ließ auf der linken Seite Yvonne Rademacher aussteigen, passte zu Kerstin Hoffmann, deren Schuss erst noch geklärt werden konnte – Hoffmanns zweiten Versuch aber konnte die Lok-Abwehr nicht mehr aufhalten. Dass München eine Minute später dann durch einen Fernschuss von
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Felicia Notbom gleich das 2:0 nachlegte, kann aus Leipziger Sicht gut und gerne als kleiner Knockout bezeichnet werden. Spielerisch hatten sich die Bayern schwer getan, dafür spricht auch das 3:0, das erneut aus einer Einzelaktion resultierte – Aigner zog aus gut 20 Metern ab und ließ Lellwitz keinerlei Abwehrchance. In den letzten sieben Minuten der ersten Halbzeit hatte sich München also einen 3:0-Halbzeitvorsprung erkämpft, die Entscheidung war damit fast schon gefallen.
In der zweiten Halbzeit war dann die Spannung nicht mehr gegeben. Nahezu alles spielte sich jetzt in der Hälfte der Lok-Frauen ab, die beim aggressiven Forechecking in der ersten Halbzeit viele Kräfte gelassen hatten. Nach Chancen von Notbom und der eingewechselten Angelika Seidl besorgte Scasna in der 59. Minute das 4:0 für die Bayern. Im direkten Gegenzug wäre den Leipzigerinnen um ein Haar der Ehrentreffer gelungen, als sich Peter auf der linken Seite gut durchsetzte, Karoline Aulrich per Flanke Anja Pioch bediente, deren Volleyabnahme aber mit voller Wucht nur gegen den Pfosten donnerte. Mit dem Aluminium machte dann fünf Minuten später auch die Gästemannschaft Bekanntschaft – bei ihnen war es Scasna, die aus Nahdistanz einen Ball an die Latte beförderte. Zwei Minuten später machte es Seidl besser. Fischer hatte das Spiel gut geöffnet und die Leipziger Abwehr mit einem Diagonalpass auf Aigner ausgehebelt – Seidl kam an den Ball und fackelte nicht lang, zum 5:0 einzuschieben. Das 6:0 kurz darauf besorgte dann wieder Seidl, erneut war Fischer die Passgeberin. Der besten Leipziger Spielerin, Babett Peter (2.v.l.), gelang in der 77. Minute der verdiente Ehrentreffer - mit ihr freuen sich Anja Pioch, Sarah Zeising und Karoline Aulrich (v.l.n.r.)
Bei Leipzig ließen mehr und mehr die Kräfte nach, aber über Entlastungsangriffe versuchten sie unermüdlich, wenigstens noch zu ihrem Ehrentreffer zu kommen, der nach dem Spielverlauf der ersten Halbzeit auch verdient gewesen wäre. In der 76. Minute versuchte sich die überragende Babett Peter mit einem Fernschuss, aber noch scheiterte sie an der zur Halbzeit eingewechselten Torfrau Birgit Leitner. Eine Minute später dann konnten die 700 Zuschauer über den Ehrentreffer jubeln – nach einer Leipziger Ecke konnte Janine Partzsch Anja Piochs Schuss noch abwehren. Die darauffolgende Ecke von Aulrich aber verwandelte die beste Spielerin des Tages, Babett Peter, zum 1:6.
1:6, ein Ergebnis, das angemessen gewesen wäre. München legte in der 89. und 90. Minute aber noch mal durch Aigner und Fischer nach. Beide Tore fielen aber aus stark abseitsverdächtiger Position – nicht die einzigen Fehlentscheidungen der Schiedsrichterin, die über das gesamte Spiel hinweg sehr kleinlich gegen die Heimmannschaft pfiff. Insgesamt also ein klar verdienter Sieg, der in dieser Höhe aber zu hoch ausfiel, da sich die erste Halbzeit recht ausgeglichen gestaltete und die letzten beiden Tore klar aus einer Abseitsposition resultierten.
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Trainerstimmen zum Spiel:
Sissy Raith (Bayern München):
Frank Tresp:
Pavlina Scasna:
Babett Peter:
1. FC Lok Leipzig: Gelbe Karte: Nauesse Schiedsrichterin: Daniela Schneider (Pleißa) | |