DFB-Pokal 1. Hauptrunde

Jägersburg nimmt Limburger Hürde locker

VFR 07 Limburg - FSV Jägersburg 1:3 (0:1)

Text und Bilder von Tom Schlimme

7.8.2005    Im Mai hatte der VFR 07 Limburg auf dem Weg zum Hessenpokalsieg das Zweitligateam des 1.FFC Frankfurt ausgeschaltet. Nun galt es für den Oberligisten, gegen den FSV Jägersburg in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals wieder einen Zweitligisten zum Straucheln zu bringen.

Doch schon nach zwei Minuten zeichnete sich ab, dass es schwer werde würde für Limburg. Meike Dinger, in der letzten Saison mit neun Treffern für Jägersburg erfolgreich, kam nach einem Freistoß von Julia Marschall fünf Meter vor dem Tor frei zum Schuss, verzog jedoch. Auf der Gegenseite wurde Limburgs Neuzugang vom FFC Frankfurt, die ehemalige U19-Nationalspielerin Jennifer Stammler, nur wenig später von Marschall souverän vor dem Strafraum gestoppt. Damit war die Grundrichtung des Spiels schon dargestellt. Jägersburg dominierte klar im Mittelfeld, Limburg kam selten einmal über die Mittelinie, und dann fast immer über Stammler, die dann jedoch meist von mehreren Abwehrspielerinnen abgeblockt wurde.

Oft Alleinunterhalterin auf Limburger Seite: Neuzugang Jennifer Stammler, rechts. LinksJulia Auffenfeld, Jägersburgs linke Verteidigerin

Nicht so jedoch in der 15.Spielminute: Stammler setzte sich allein gegen drei Abwehrspielerinnen durch und kam zu einem schönen Linksschuss von der Strafraumgrenze aus, der Torfrau Katja Kloos zu einer Glanzparade zwang. Da hätte es leicht völlig überraschend 1:0 für Limburg stehen können.

Nur eine Minute später aber schon wieder Riesenglück für Limburg, als nach Abwehrfehlern Michaela Hemmer nah am Tor zum Schuss kommt, Torfrau Ann-Kathrin Krämer aber den Ball gerade noch erwischt.

Für mich die Spielerin des Tages: Michaela Hemmer, torgefährlicher Mittelfeldmotor von Jägersburg

Jubel dann bei den Limburger Zuschauern, in der 21.Minute, als nach einer Ecke aus einem Getümmel im Strafraum der Ball plötzlich über Torfrau Kloos in den Maschen landet, doch Erstligaschiedsrichterin Martina Storch-Schäfer, die das Spiel gut leitete, hatte vorher abgepfiffen.

Damit sind die Limburger Chancen der ersten Hälfte bereits vollständig aufgezählt. Jägersburg wurde immer stärker, die agile Hemmer konnte in der 24. Minute gerade noch so gestört werden, dass ihr Schuss etwa vom Elfmeterpunkt aus zu schwach kam und von Kremer gehalten werden konnte. Dinger kam einige Male zu unpräzisen Schüssen. Limburgs


Beide 10er schossen innerhalb von zwei Minuten je ein Tor, doch am Ende konnte sich Michaela Hemmer (links) über das Weiterkommen mit Jägersburg freuen, während Sabine Hofmann (rechts) mit Limburg aus dem Pokal ausschied

Sturm dagegen bestand meist nur aus einer Stürmerin, erst Stammler, dann, als diese sich zurückfallen ließ, war Amnore Loshay vorne allein auf weiter Flur. Es schien, als fehlte Limburg gegen die technisch natürlich besseren Zweitligisten auch der Mut, öfter mit mehreren Spielerinnen entschlossen nach vorne zu stürmen.

Bei Jägersburg dagegen spielten auch die Abwehrspielerinnen gut nach vorne, allen voran Bianca Herber, die auf der rechten Seite für viel Druck sorgte. So kam es, wie es kommen mußte: In der 42. Minute fand ein Freistoß von Herber den Weg durch die Limburger Abwehr zu Dinger, die diesmal aus kurzer Entfernung Torfrau Kremer keine Chance ließ. So ging es mit einem verdienten 1:0 für Jägersburg in die Halbzeitpause. Die Spielerinnen beider Mannschaften schienen auf die zweite Halbzeit geradezu zu brennen, denn bereits nach zehn Minuten waren alle Spielerinnen wieder auf dem Platz, während das Schiedsrichterteam erst kurz vor Ende der üblichen 15 Pausenminuten den Platz betrat und zur zweiten Halbzeit anpfiff.

Es ging weiter wie gehabt. 46. Minute, Kremer hält schwachen Schuss von Dinger. Immerhin, in der 48.Minute kam auch Limburg wieder zu einer Chance durch Loshay, doch eine Abwehrspielerin blockte den Schuss noch ab. In der 53. Minute dann wieder Jägersburg vorne. Reinheimer nach Eckball mit guter Einschuss- möglichkeit, haut über den Ball, kommt sogar noch einmal zum Schuss, drüber. Damit ist die größte Schwäche der Jägers- burgerinnen gut beschrieben, es hapert bei der Chancen- auswertung. Nur eine Minute später wieder Dinger, wieder zu schwach, wieder gehalten. Zwei Minuten später Freistoß Limburg, diesmal kommt Limburgs Nummer 10 Sabine Hoffmann an den Ball, und es steht plötzlich 1:1.

Im Limburger Freudentaumel kontert Jägersburg eiskalt. Nur eine Minute nach dem Ausgleich krönt die Nr. 10 auf Jägersburger Seite Herber ihre hervorragende Leistung als Mittelfeldmotor mit einem nach schönem Sololauf unhaltbar abgezogenen Schuss zum 2:1.

Das schönste Tor des Tages schoss jedoch wenig später Dinger, die den Ball annimmt, sich um die Gegenspielerin dreht und aus 15 Metern unhaltbar in den Winkel schießt.

Meike Dinger durfte gleich nach ihrem zweiten Tor Feierabend machen. Mit der 15 eingewechselt: Ecker.


Jessica Otto mußte kurz vor Ende der Partie vom Platz getragen werden und wurde noch lange nach dem Spiel behandelt. Ich hoffe sehr, dass es nichts ernstes ist und wünsche baldige Genesung!

Fazit:
Es war ein gutes Pokalspiel. Limburg hatte an diesem Tag gegen den klassenhöheren Gegner keine Chance, gehört für mich aber mit der gezeigten Leistung zu den besten Teams der Oberliga Hessen. Jägersburg muss an der Chancenauswertung arbeiten, dann dürfte das Team in dieser Saison von größeren Abstiegs- sorgen in der zweiten Liga Süd verschont bleiben.

VFR 07 Limburg:
Kremer, Roos(ca.70. Ackermann), Fassbender (ca. 75. Scheib), Scheid, Stilper, Otto, Loshay, Hofmann, Stammler, Stenger, Brühl (ca. 60. schäfer)

FSV Jägersburg:
Kloos, Nadler, Auffenfeld, Herber, Marschall, Müller, Reinheimer, Lackmann (ca. 55.Serra), Dinger (66. Ecker), Hemmer, Schwarz (ca. 75. Jakob)

Tore:
0:1 Dinger 42.
1:1 Hofmann 56.
1:2 Hemmer 57.
1:3 Dinger 65.

Schiedsrichterinnen:
Martina Storch-Schäfer (Petersberg)
Christine Hoche
Anke Gottfried

Zuschauer: ca. 80


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