DFB-Pokal, Achtelfinale

Entscheidung durch späte Tore

Hamburger SV - FFC Heike Rheine 2:1 (0:0)

Bilder von Beate Wolter
Text von Jens Wolter

8.11.2005    Erst in den letzten 10 Spielminuten fielen die drei Tore. In den 80 Minuten zuvor stellten ein zwar über weite Strecken überlegener, jedoch abschlussschwacher HSV und eine zu zurückhaltend agierende Mannschaft aus Rheine die Geduld der Zuschauer auf die Probe.

In der ersten knappen halben Stunde boten beide Teams den Zuschauern eine zerfahrene Partie, welche die unterschiedliche Tabellensituation der Mann- schaften in der Bundesliga nicht wiederspiegelte. Die 27. Spiel- minute sah die erste wirklich torgefährliche Aktion der Gast- geberinnen durch eine Doppelchance von Aferdita Kameraj. Nach einer Rechtsflanke von Tanja Vreden endete die Chance jedoch in der Rheiner Abwehr, ein energisches Nachsetzen von Maja Schubert mit anschließender Linksflanke führte ebenfalls zu einer Chance, nicht jedoch zu etwas Zählbarem.

Alexandra Gärtner und Dyanne Bito

An Alexandra Gärtner war kein Vorbeikommen. Sie bot wieder einmal ein tolles Spiel. Hier mit Dyanne Bito, die sehr laufstark ist, aber Pech im Abschluß hatte.

Fünf Minuten später ergab sich durch einen Alleingang von Dyanne Bito über links die erste gefährliche Situation für Rheine, die von HSV-Torhüterin Bianca Weech jedoch souverän abgefangen wurde. Große Aufregung dann eine Minute später vor dem Tor der Gäste: Ein Heber von HSV-Torjägerin Tanja Vreden über die herausstürmende Torfrau Anja Müller hinweg wurde von Theresa Hunecke gerade noch "von der Linie gekratzt".

Ein beherzter Alleingang in der 37. Minute von Frederike Engel in Richtung des Rheiner Tores wurde von der Schiedsrichterin wegen Stürmerfouls unterbunden. Den Schlusspunkt der 1. Halbzeit setzte in der 43. Minute Rheines Jessica Torny durch einen direkten Freistoß, der knapp über das HSV-Tor hinweg ging, nachdem eine weitere HSV-Chance von Schubert in der 39. Minute wiederum keine Veränderung des Spielstandes bewirkt hatte.


Tanja Vreden

Tanja Vreden war nie so auszuschalten, wie Rheine sich das vorgestellt hatte, und erzielte in der 85. Minute das spielentscheidende zweite Hamburger Tor.

Mit Beginn der 2. Halbzeit ersetzte Rheine Maxine Mittendorf durch Eva Hüwe. Die Gastgeberinnen begannen den 2. Durchgang wesentlich konzentrierter und entschlossener als die 1. Halbzeit und erarbeiteten sich auf diese Weise eine ständige Feld- überlegenheit. Hochkarätige Torchancen blieben trotzdem Mangelware. Ein von Aferdita Kameraj in der 58. Minute erzieltes Tor wurde wegen eines voraus gegangenen Handspiels zurecht nicht anerkannt. Der HSV bedrängte in der Folgezeit die Abwehr der Gäste, kam jedoch, wie bereits erwähnt, nicht zu wirklich zwingenden Situationen. Für Entlastung aus Rheiner Sicht sorgten nur Konterangriffe über die sehr schnelle Dyanne Bito, die sich jedoch spätestens beim Erreichen des HSV-Strafraumes mit mindestens zwei Abwehr- spielerinnen konfrontiert sah und sich daher nicht entscheidend durchsetzen konnte.

Kestirn Stegemann und Silva Lone Saländer

Lieferten sich spannende Zweikämpfe: Nationalspielerin Kerstin Stegemann (links) und die wieder sehr torgefährliche Silva Lone Saländer

Die letztlich spielentscheidende Szene ergab sich in der 80. Minute, als Kameraj mit einem sehens- werten Weitschuss die Rheiner Torfrau zum 1:0 überwandt. Den anschliessend nochmals erhöhten Druck der Gastgeberinnen krönte dann in der 85. Minute Vreden, als sie einen von der in der 62. Minute eingewechselten Imke Wübben- horst an der Rheiner Straf- raumgrenze erkämpften Ball per Kopf zum 2:0 im Gästetor versenken konnte.


Erst dieser Zwei-Tore-Rückstand schien die Spielerinnen aus Rheine aufgeweckt zu haben. Sie drückten in den Folgeminuten auf den Anschlusstreffer, der ihnen, nach einer völlig missglückten Abseitsfalle der HSV-Abwehr, in der 89. Minute durch Jessica Torny auch gelang. HSV-Torfrau Weech sah sich in dieser Situation nicht weniger als drei freistehenden Spielerinnen aus Rheine gegenüber und hatte nicht den Hauch einer Abwehrchance. Im Gegenzug verhinderte der Pfosten in der 90. Minute nach einem fulminanten Schuss von Wübbenhorst ein klareres Ergebnis. Nach zwei Minuten Nachspielzeit beendete der Schlusspfiff die Bemühungen der viel zu spät aktiv gewordenen Mannschaft aus Rheine, doch noch einen Schritt Richtung Berlin zu machen.

Aferdita Kameraj

Aferdita Kameraj (links) machte auch heute wieder ein sehenswertes Tor. Rechts Stefanie Pohl .

Hamburger SV:

Weech - Engel, Gärtner, Ende - Kameraj, Wörle, Saländer, Haye - Patzke (62. Wübbenhorst), Vreden, Schubert (87. Freitag)

FFC Heike Rheine:

Müller - Pohl, Mittendorf (46. Hüwe), Thiem (Scholz), Heuvels, Stegemann, Hunecke, Bock, Graf (Kattenbeck), Torny - Bito

Tore:
1:0 Kameraj 80.
2:0 Vreden 85.
2:1 Torny 89.

Karten: Keine

Zuschauer: 280


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