Text und Bilder von Tom Schlimme 16.10.2005
Es war die einzige Pokalbegegnung an diesem Sonntag, in der formal zwei Erstligisten aufeinandertrafen, doch ein Klassenunterschied war in jeder Minute des Spiels unverkennbar. Der FSV Frankfurt ist nicht ohne Grund mit 1:31 Toren Tabellenletzter der Bundesliga, dies zeigte sich auch in diesem Spiel.
Genau wie im letzten Heimspiel gegen Potsdam konnte das junge Team des FSV Frankfurt in der ersten Halbzeit noch ganz gut mithalten, auf dem Papier jedenfalls. Da stand nach der ersten Hälfte nämlich ein mageres 0:1 für Bad Neuenahr zu lesen. Das Chancenverhältnis lag jedoch hier schon bei gut 20:2 für Bad Neuenahr.

Nadine Hagmann (ganz links) im Spiel gegen ihren ehemaligen Verein. Außer Annika Stunz (zweite von links) ist allerdings keine Feldspielerin der letzten Saison beim FSV geblieben. Im Hintergrund Anne-Kathrin Sabel, rechts vorne Sarah Schatton
Dass der FSV zum Pausenpfiff nicht schon höher zurücklag, lag zum einen an der immer wieder gut haltenden FSV-Keeperin Verena Volz, aber auch an der Abschlussschwäche der Stürmerinnen von Bad Neuenahr. Immer wieder wurde noch mal quer gespielt, wo der Weg zum Tor eigentlich frei war, oder aus aussichtsreicher Position neben oder über das Frankfurter Tor geschossen. Beste Stürmerin von Bad Neuenahr war an diesem Tage Lydia Neumann, die auf der linken Seite viel Druck machte und viele gute Pässe in den Strafraum schlug. Das erste Tor für Bad Neuenahr fiel dann auch Neumann zwar glücklich, aber verdient sozusagen vor die Füße: Nach einer von Nadine Hagmann getretenen Ecke auf den langen Pfosten prallte der Ball von Annika Stunz, die am Pfosten stand, direkt zu Neumann, die aus zwei Meter Entfernung keine Mühe hatte, in der 34. Minute die Bad Neuenahrer Überlegenheit auch in den ersten Treffer umzumünzen.

Lydia Neumann (in weiss) hat sich hier gegen Yvonne Bärthel durchgesetzt und flankt in den Strafraum. Im Vordergrund Deniz Özer
In der 39. Minute dann der schönste Spielzug des FSV im gesamten Spiel: Ein weiter Pass aus dem Mittelfeld erreichte Sarah Schatton, die sich im Strafraum auch von zwei Gegenspielerinnen nicht stören ließ und gut zu Annika Stunz weitergab. Deren Schuss war jedoch zu schwach und bereitete Bad Neuenahrs Keeperin Jasmin Paganetti keine Probleme.
Direkt nach dem Pausenpfiff gab es dann die dritte und letzte FSV-Chance des Spiels zu sehen: ein ungefährlicher Weitschuss von Schatton, die damit immerhin an
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Kein Tor: Verena Volz hat einen Kopfball von Isabell Bachor abgewehrt. Die vielbeinige FSV Abwehr verhindert erfolgreich einen Nachschuss. Sieben Gegentore waren auch genug. Von links: Anne-Kathrin Sabel, Deniz Özer, Sarah Schatton, Isabell Bachor, verdeckt Verene Volz, dann Anissa Holzhaus, Safi Nyembo, Sandra Minnert, Annika Stunz und Yvonne Bärthel
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allen drei Chancen beteiligt war und noch die beste Leistung im Angriff des FSV bot, während diesmal von der sonst meist auffälligeren Safi Nyembo heute fast nichts zu sehen war.

Der FSV präsentierte mit Katrin Schneider, Jahrgang 1986, einen Neuzugang. Allerdings hat Schneider nach einer Zeit als Jugendspielerin bei FSV und FFC Frankfurt eine Fußballpause von eineinhalb Jahren im Lebenslauf. So waren gute technische Ansätze ebenso zu erkennen wie ein Konditionsrückstand. Ganz links Schneider, in der Mitte Deniz Özer, rechts Sarah Schatton
Der Druck auf das FSV-Tor wurde in der zweiten Halbzeit noch stärker, und ab der 62. Minute brachen dann auch die Dämme: Ein Schuss der vorne wie hinten überall zu findenden Sandra Minnert prallte von links an den langen Pfosten, Nicole Bender konnte den Abpraller eiskalt verwandeln. Zwei Minuten später spielte Deniz Özer den Ball zu kurz zurück, die schnelle U19-Welt- meisterin Celia Okoyino da Mbabi holte sich das Leder, zog gestört von Özer aufs Tor und konnte flach ins lange Eck abschließen. Bei dieser Szene verletzte sich Deniz Özer und mußte auf einer Trage aus dem Stadion gebracht werden. Ich hoffe sehr, dass nichts ernsthaftes passiert ist und wünsche Deniz baldige Genesung!

Weltmeisterin Sandra Minnert bereitete das 0:2 vor. In der Mitte Katrin Zimmermann, rechts Jaqueline Günther
Das 0:4 besorgte dann Isabell Bachor in der 71. Minute mit einem wuchtigen Schuss in den linken oberen Winkel, das 0:5 wieder da Mbabi nur eine halbe Minute später direkt nach dem Wiederanstoß. Da Mbabi war es auch, die in der 83. Minute einen Alleingang mit Ball vom Mittelkreis startete, und bedrängt, aber souverän zum 0:6 verwandelte. Den 0:7 Endstand erzielte dann die eingewechselte Jasmin Stümper, die aus abseitsverdächtiger Position allein vor dem Tor Volz ausspielte und cool einschob.
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Bad Neuenahrs Trainer Didi Schacht zollte anschließend auf der Pressekonferenz dem Team des FSV Frankfurt Respekt für die erste Halbzeit, in der die "aufopferungsvoll kämpfende" Mannschaft seinem Team das Leben schwer gemacht habe. Seine Spielerinnen hätten in der zweiten Halbzeit dann konzentrierter gespielt und seien gegen Ende wohl auch körperlich überlegen gewesen. Frank Schwalenberg, Trainer des FSV Frankfurt, gratulierte zum Sieg und bedankte sich für diese aufmunternden Worte, konnte sich aber auch mit der in der ersten Halbzeit gezeigten Leistung des FSV nicht zufrieden zeigen. Am Ende habe man sich aber 60 Minuten gequält um dann in den letzten 30 Minuten doch noch durch individuelle Fehler jeweils unterschiedlicher Spielerinnen 7:0 unterzugehen.

Celia Okoyino da Mbabi zeigte ein sehr gutes Spiel und erzielte mit drei Toren in einer Halbzeit einen Hattrick
FSV Frankfurt:
Volz - Bärthel, Schneider (57. Gado), Engel, Holzhaus, Özer (66. Riedl), Stunz, Maksuti, Schatton, Nyembo, Günther
SC 07 Bad Neuenahr:
Paganetti - Himminghofen, Okoyino da Mbabi, Fols, Bender, Minnert, Neumann (52. Stümper), Sabel, Bachor, Hagmann, Zimmermann
Tore:
0:1 Neumann 34.
0:2 Bender 62.
0:3 da Mbabi 64.
0:4 Bachor 71.
0:5 da Mbabi 72.
0:6 da Mbabi 83.
0:7 Stümper 86.
Schiedsrichterin: Moiken Jung (Worms-Herrnsheim)
Zuschauer: 160
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