![]() | ||
DFB-Pokal 1. Runde
Die Hesse komme!
SV Fortuna Friedersdorf – TSV Jahn Calden 0:6 (0:4) | ||
| Von Christian Heidler (Text) und Michael Manneck (Fotos) 11.08.2005
In einer über weite Strecken sehr einseitigen Partie war der Zweiklassenunterschied nicht zu übersehen. Mit einer auch in der Höhe verdienten 0:6 Niederlage verabschiedet sich der Vertreter Brandenburgs aus dem DFB-Vereinspokal der Frauen.
Friedersdorfs Abwehrreihe hat das Nachsehen. Doch Torfrau Doreen Dittmar pariert den Caldener Fernschuß
Das erste Ausrufezeichen im Duell der beiden Dorfvereine setzte die gastbebende Fortuna als die quirlige Nicole Voigt sich geschickt auf der rechten Außenbahn durchsetzen und in den Strafraum eindringen konnte. Dort wurde sie von Justine Rosek zu ungestüm angegangen. Voigt kam zu Fall, die Schiedsrichterin pfiff und Janine Jertz legte sich den Ball auf den Elfmeterpunkt. Die Kapitänin von Friedersdorf lies Torfrau Julia Zeuner nicht den Hauch einer Abwehrchance – sie semmelte den Ball über das Gehäuse und gefährdete lediglich den dahinter aufgebauten Bierstand. Friedersdorf würde dieser großen Möglichkeit aus der ersten Minute noch nachtrauern. Für Calden war es dagegen ein Weckruf zur rechten Zeit, denn nun hatte gewiß auch die Letzte verstanden, daß dieser Gegner nicht zu unterschätzen war.
In der dritten Spielminute eröffnete die spielstarke Jacqueline Scheuren dann den Angriffswirbel der Caldener. Beinahe im Minutentakt erarbeiteten sich die Gäste aus Nordhessen ihre Torchancen, allen voran die Offensivkräfte „Jacko“ Scheuren, Simone Müller und Julia Salokat, die häufig vom rechten Flügel her den Friedersdorfer Torraum gefährdete. So war das 0:1 durch Simone Müller nur folgerichtig (17. Minute), so wie auch neun Minuten später das 0:2 durch J. Scheuren. Aber auch andere Spielerinnen Caldens versuchten sich im Torschuß. So zum Beispiel Spielmacherin Annika Niemeier, der das vielleicht schönste Tor des Tages gelang, als sie die Friedersdorfer Abwehr im Strafraum wie Slalomstangen ausspielte und dann auch Keeperin Doreen Dittmar das Nachsehen hatte (0:3, 40. Minute).
|
||
|
Den Schlußpunkt der ersten Halbzeit setzte Abwehrspielerin Dominique Scheuren als sie mit dem Ball von der Mittellinie bis zur Strafraumgrenze durchlaufen konnte, ohne je energisch angegriffen worden zu sein. Mit ihrem Treffer zum 0:4 ging es dann in die Pause.
Von der Elf von Trainer Klaus-Dieter Henkel mußte man alles in allem enttäuscht sein. Die als besonders heimstark geltende Fortuna hatte sich am Wochenende zuvor noch anläßlich des zehnjährigen Jubiläums der Frauenfußballabteilung ein packendes Match gegen die zweite Mannschaft von Bayern München geliefert und war dem Meister der Bayernliga am Ende nur knapp mit 5:7 unterlegen. Doch gegen Calden kam Friedersdorf phasenweise kaum aus der eigenen Hälfte. Einsatzwille war ihnen nicht abzusprechen, ein geordneter Spielaufbau kam aber nur selten zu Stande. Häufig suchte man Voigt mit langen Bällen zu bedienen. Wenn sie denn mal ankamen, war der kleine Wirbelwind jedoch zumeist auf sich allein gestellt. Lediglich in der 10. Minute konnte sie noch einen gefährlichen Torschuß anbringen. Zudem versuchte sich Nadja Müller in der 37. Minute noch mit einem Schlenzer über Zeuner, der das Caldener Tor aber deutlich verfehlte. Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst weiter wie gehabt. Nach zwei Torschüssen von Müller krönte Leonie Klement ihre gute Leistung mit dem Treffer zum 0:5. Aus Sicht von Caldens Coach Manfred Rauschenberg war die Partie damit gelaufen. Wenig später nahm er einen Dreifachwechsel vor und probierte auch noch im weiteren Spielverlauf das ein oder andere aus. Das Spiel verflachte nun etwas und paßte sich dem ungemütlich werdenden Wetter an. Zeitweise ergossen sich Der Vorteil eines nassen Rasens: Die Spielerinnen von Fortuna können sich bei ihren Fans mit einem "Diver" bedanken
heftige Schauer auf das Spielfeld, ein Gewitter kündigte sich an, ohne den Spielort dann letztlich heimzusuchen. Friedersdorf gewann etwas mehr Spielanteile und Voigt erarbeitete sich noch eine gute Chance für die Gastgeber. Dann wurde sie, die sich an der Caldener Abwehr aufgerieben hatte, ausgewechselt. Auch Janine Jertz bot sich später noch eine Torchance. Insgesamt war von der Torschützenkönigin der Brandenburger Verbandsliga (29 Treffer) aber recht wenig zu sehen.
texttexttexttexttext
|
Calden bedrängte auch weiterhin das Friedersdorfer Tor, ließ aber im Gefühl des sicheren Sieges die notwendige Konzentration im Abschluß vermissen. Die Hessen kannten aber insoweit kein Erbarmen, als sie den Gastgebern den Ehrentreffer versagten und in der 77. Minute durch Sina Kanngießer auch noch das halbe Dutzend voll machten. Am Ende waren alle froh, als die alles in allem fair ausgetragene Pokalpartie abgepfiffen wurde. Friedersdorf war mit dem Ergebnis noch gut bedient und konnte sich bei seiner Torfrau Dittmar und der ungenügenden Caldener Chancenverwertung bedanken. Die Fortuna-Spielerinnen feierten sich und ihr Publikum ausgelassen und präsentierten einen kollektiven „Diver“. Am 02.10. kann Fortuna Friedersdorf beim FC Schwedt 02 mit einem Sieg in der zweiten Hauptrunde des Brandenburger Landespokals den ersten Schritt zur Qualifikation für die DFB-Pokalsaison 2006/07 machen. Caldens Spielerinnen sangen nach der Partie das berühmte „Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!“ Da wußten sie noch nicht, daß Tennis Borussia Berlin die zweite Hauptrunde in Lütgendortmund und Calden zu Hause gegen den HSV spielen wird. Aber vielleicht heißt es ja auch nach dem 16.10. irgendwo in Erwartung des TSV Jahn Calden wieder „Die Hesse komme!“
SV Fortuna Friedersdorf: Weitere Fotos zum Spiel finden sich auf der Homepage des SV Fortuna Friedersdorf unter „Calden Bilder“. Wir danken dem SV Fortuna Friedersdorf ganz herzlich für die zur Verfügung gestellten Bilder und wünschen alles Gute für die kommende Saison! | |