DFB-Pokal Viertelfinale

120 Minuten Spannung

FCR Duisburg - Hamburger SV 4:2 n.V. (2:2)(1:1)

Text und Bilder von Daniela Schumann

7.12.2005    Eigentlich hätte dies das zweite Spiel des FCR Duisburg innerhalb von acht Tagen gegen den Hamburger Sportverein sein sollen, aber aufgrund des Schneechaos war die Begegnung in der Bundesliga als Generalprobe ausgefallen und es ging sofort im DFB Pokal um alles. Vom Schnee war nichts mehr zu merken, aber der Platz des PCC Stadions war trotzdem nicht in bester Verfassung. Dank des Regens am Morgen rutschten die Spielerinnen beider Vereine bereits beim Aufwärmen.

Beide Mannschaften waren auf offensiven Fußball eingestellt. Die erste Chance hatte Inka Grings nach fünf Minuten über rechts kommend, aber Hamburgs Keeperin Bianca Weech konnte diese Chance vereiteln. Ähnlich war es kurze Zeit später, als es zu einem Gewusel vor dem Tor der Hanseaten kam und die Torhüterin wieder die Übersicht behielt. In der 15. Minute wurde Simone Laudehr von Frederike Engel im Strafraum gefoult und Elke Günther entschied auf Strafstoß. Fatmire „Lira“ Bajramaj übernahm die Verantwortung und traf zur 1:0 Führung. Die Freude der knapp 600 Zuschauer war deutlich zu hören.

Iris Flacke

Iris Flacke am Ball, links Imke Wübbenhorst, rechts Frederike Engel

Der HSV ließ nicht den Kopf hängen, sondern startete über Tanja Vreden eine Aufholjagd. In der ersten Szene setzte sie sich gegen Annike Krahn auf der rechten Seite durch, konnte jedoch von Petra Hauser gestoppt werden, sieben Minuten später setzte sie sich erneut gegen Krahn durch, setzte zu einem sehenswerten Heber an und Silke Rottenberg, die zu weit vor dem Tor stand und wegrutschte konnte nicht zurückeilen um den Ball zu fangen, so dass er mit Netz des Duisburger Gehäuses landete.

Bianca Weech

Die gute Hamburger Torfrau Bianca Weech hat den Ball, die zweifache Torschützin Fatmire Lira Bajmaraj muss diesmal ergebnislos abdrehen. Ganz rechts HSV-Abwehrspielerin Stephanie Ende

Patricia Hanebeck, die nach ihrem doppelten Rippenbruch wieder für den FCR spielte, hatte nach einer halben Stunde die erneute Führung auf dem Fuß, ihr


Inka Grings, Janina Haye, Frederike Engel

Inka Grings (links) blieb glücklos, konnte aber das zweite Tor vorbereiten. Rechts Janina Haye und Frederike Engel

wunderschöner Heber verfehlte jedoch knapp das Tor. Bei der nächsten Chance, dieses Mal durch Annemieke Griffioen, stand die Torhüterin des HSV goldrichtig und fing den Kopfball auf. Die letzte große Chance der ersten Halbzeit galt erneut dem FCR. Grings setzte einen Schuss an den Pfosten und Kapitänin Iris Flacke konnte das Leder im Nachsetzen nur neben das Tor des Gastes setzen.

Nach dem Pausenpfiff war der HSV wacher als vor der Pause und kam in der 52. Minute durch Aferdita Kameraj zur Führung. Rottenberg war mit den Fingerspitzen noch am Ball gewesen, konnte den Treffer aber nicht verhindern. Im Publikum kamen leichte Zweifel auf, ob der FCR den Rückstand aufholen konnte. Die unermüdliche Laudehr und die leider heute glücklose Grings brachten den FCR zurück in den Pokal. Scheiterte Grings noch freistehend an Weech, so schaffte Laudehr den abgewehrten Ball mit dem Kopf über die Linie. Keine fünf Minuten später spielten Grings und die in der 60. Minute für Hanebeck gekommene Jennifer Oster die Abwehr des HSV aus, die Flanke zu Bajramaj wurde jedoch von der Linienrichterin als Abseitsball gesehen. Alles hatte sich bereits auf eine Verlängerung eingestellt, als erneut Vreden, die von der Duisburger Abwehr nie ganz ausgeschaltet werden konnte, in der 86. Minute alleine frei vor Rottenberg auftauchte und den Ball übers Tor schoss. Auf der Gegenseite wurde ein Foul an Bajramaj, das eigentlich im Strafraum gewesen war, von der Schiedsrichterin als vor dem Strafraum gesehen und der Freistoß von Laudehr verfehlte knapp das Tor.

Es hieß demnach erneut für den FCR Verlängerung im DFB Pokal. Vielleicht ist die Anwesenheit von DFB Präsident Theo Zwanziger für den FCR ein Anreiz immer ein wenig „mehr“ Fußball zeigen zu wollen und deswegen die möglichen 120 Minuten auszunutzen. Jedenfalls konnte er, sowie Ulrike Ballweg, die Co – Trainer der DFB Damen, sich auf 30 weitere Minuten freuen.

Die Vorentscheidung fiel bereits in der 94. Minute, als Elke Günther erneut auf Strafstoß für den FCR Duisburg entschied und sich


Bajramaj erneut keine Blöße gab und eiskalt verwandelte. Ob das Foul einen Elfmeter rechtfertigte war diskussionswürdig. Bajramaj zeigte fünf Minuten später, dass sie nicht nur Tore schießen sondern auch vorbereiten kann. Eine Flanke über links erreichte Oster und diese schob den Ball zum entscheidenden 4:2 über die Linie. Oster hatte sogar noch die Chance zum 5:2 nach einer klasse Vorarbeit von Anne van Bonn, vergab diese aber. Aber ein 5:2 wäre auch ein zu hohes Ergebnis gewesen, denn der HSV war über 90 Minuten ein gleichwertiger Gegner gewesen.

Annike Krahn

U19-Weltmeisterin Annike Krahn hatte ihre Probleme mit HSV-Stürmerin Tanja Vreden

FCR Duisburg:

Rottenberg – Krahn, Wilder, Hauser – Hauer, Hanebeck (Oster), Laudehr, Flacke, Griffioen (van Bonn) – Grings (Lenart), Bajramaj

Hamburger SV:

Weech, Gärtner, Engel, Ende, Kameraj, Haye, Wörle, Saländer, Vreden, Schubert (Freitag), Wübbenhorst

Tore:
1:0 Bajramaj (15.)
1:1 Vreden (26.)
1:2 Kameraj (52.)
2:2 Laudehr (61.)
3:2 Bajramaj (94.)
4:2 Oster (100.)

Schiedsrichterin: Elke Günthner (Bamberg)


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