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DFB-Pokal, Halbfinale

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FCR Duisburg - 1. FFC Frankfurt 1:2 (0:2)

Bilder von Peter Henkel
Text von Nora Kruse

27.03.2006   Zum achten Mal in Folge im DFB-Pokalfinale. Diese einmalige Bilanz kann der 1. FFC Frankfurt vorweisen, und genau genommen war bereits das Halbfinale gegen den FCR Duisburg ein kleines Finale. Der Vize-Meister empfing den Deutschen Meister, eine Wiederauflage des Endspiels von 2003.

Damals gewann Frankfurt zum letzten Mal die Trophäe. Die Duisburgerinnen konnten denkbar knapp mit einem 1:0 in der 90. Minute besiegt werden – Torschützin war Duisburgs Legende Martina Voss, die in ihrem Abschiedsspiel ein Eigentor schoss.

Doch nicht nur vor drei Jahren war das Duell hart umkämpft, der FCR ist die einzige Mannschaft, die in den letzten beiden Spiele gegen Frankfurt vier Punkte gewinnen konnte.

Renate Lingor

Frankfurts Spielmacherin Renate Lingor war nach ihrer Verletzungspause erstmals wieder dabei und sorgte für Impulse. Am Boden Simone Laudehr

Diesmal erwischte der Deutsche Meister vor der Duisburger Rekordkulisse von 2044 Zuschauern, darunter die Bundestrainerinnen Silvia Neid und Maren Meinert, sowie DFB-Präsident Theo Zwanziger, den besseren Start. Bereits in der vierten Minute hatte Sandra Smisek die Führung für die Gäste auf dem Fuß. Duisburgs Nationaltorhüterin Silke Rottenberg konnte den Ball nicht festhalten, Smiseks Schuss ging nur wenige Zentimeter am Kasten vorbei. Nur zwei Minuten später war es wieder Smisek, die im gegnerischen Strafraum für Aufregung sorgte und dieses Mal ein besseres Auge bewies. Aus etwa sieben Meter zog sie ab, traf zunächst nur den Innenpfosten, von wo der Ball allerdings noch ins Tor sprang.

Sandra Smisek und Petra Hauser

Sandra Smisek, die Frau für die wichtigen Tore beim FFC, erzielte das 0:1. Rechts Petra Hauser, im Hintergrund Jennifer Oster

Eine frühe Führung für den Deutschen Meister gegen noch nicht sortierte Duisburgerinnen. Wer jedoch nun erwartete, dass die Frankfurterinnen an Sicherheit gewannen, sah sich eines besseren belehrt. Die FFC-Abwehr wirkte konfus und hatte sichtlich Probleme mit den quirligen und spritzigen Duisburgerinnen. Und so freuten sich die heimischen Fans bereits zwei Minuten später über den Ausgleich von Inka Grings. Die Freude kam allerdings zu früh, denn Schiedsrichterin Elke Günthner gab das Tor (zurecht) nicht. Grings spielte Steffi Jones aus, ihr Schuss prallte an Marleen Wissink im FFC-Tor nur ab. Diesen Abpraller nahm Grings mit der Hand an – klare Sache.

Doch auch in der Folgezeit waren die Duisburgerinnen um den Ausgleich bemüht. In der 14. Minute spielte Simone Laudehr in den Lauf von Patricia Hanebeck, an deren Flanke Grings nur um Zentimeter vorbeirutschte. Dass die Frankfurterinnen ihren Gegnerinnen aus Duisburg in punkto Geschwindigkeit unterlegen waren, stellte Grings fünf Minuten später unter Beweis, als sie Katrin Kliehm abhängte. Dass die Frankfurter Führung hielt, lag in dieser Phase an der guten Form von Wissink – unterstützt von Duisburgs ungenauem Spiel und schlechter Chancenauswertung.

Birgit Prinz

Birgit Prinz schoss Frankfurt zum Sieg, flog aber gegen Ende des Spiels wegen Nachtretens vom Platz. Hier wird sie eng bewacht von Verena Hagedorn, Iris Flacke und Annike Krahn (v.l.)

Letztere ist häufig das Problem des FFC Frankfurt, an diesem Tage machten es die „Mainhattenerinnen“ jedoch besser. Die zweite Chance der ersten Halbzeit (und auch die letzte im Spiel) nutzte Birgit Prinz zur 0:2-Pausenführung. Smisek hatte ein Auge für ihre Sturmpartnerin, die dann frei vor Rottenberg stand und dieser keine Chance ließ.

Annike Krahn

Vor kurzem noch gemeinsam mit der Nationalmannschaft an der Algarve, nun wieder gegeneinander: Duisburgs Annike Krahn im Zweikampf mit Kerstin Garefrekes

Auch die zweite Halbzeit stand im Zeichen der mangelnden Chancenauswertung. Bereits in der 46. Minute tauchte Jennifer Oster vor dem FFC-Tor auf, tunnelte Wissink, aber wieder fehlten wenige Zentimeter zum Ausgleich. Eine Szene, die sinnbildlich war. Vier Minuten später erneut Chaos im Frankfurter Strafraum. Abwehr und Angriff sprangen gemeinsam an der Duisburger Hereingabe vorbei, und den Frankfurterinnen um Kliehm gelang es nicht, den Ball aus dem Strafraum zu befördern. In der Folgezeit hätte Grings noch zweimal den Ausgleich auf dem Fuß gehabt, in der 52. Minute setzte sie ihren Heber jedoch vorbei, drei Minuten später scheiterte sie erneut an Wissink.

In der 57. Minute schließlich die letzte Szene, wenn man es gut meint, auch Chance, für den FFC. Nach einer Hereingabe von Renate Lingor rutschte Kerstin Garefrekes am rechten Pfosten nur knapp am Ball vorbei. Mehr war offensiv vom FFC Frankfurt in der zweiten Halbzeit nicht zu sehen. Die personell geschwächte FFC-Abwehr, die ohne Tina Wunderlich und Sarah Günther auskommen wusste, sah nur selten souverän aus. Die Duisburgerinnen, allen voran Inka Grings, hatten zu viel Platz, während der FCR auf der anderen Seite beim FFC-Ballbesitz sofort zur Stelle war und den Frankfurterinnen fast auf den Füßen stand. Inka Grings

Duisburgs Goalgetterin Inka Grings, hier gegen Steffi Jones, sorgte mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 noch einmal für Spannung, verpasste aber insgesamt zu viele Chancen

Profit schöpfen konnten sie daraus jedoch nicht, denn der Vize-Meister scheiterte mehr oder weniger an der eigenen Unfähigkeit. Pässe in die Spitze kamen nicht an und wurden teilweise der FFC-Abwehr direkt in die Füße gespielt, die Stürmerinnen rutschten am Ball vorbei – es fehlte an Präzision und vielleicht auch an Erfahrung, die die im Schnitt älteren Frankfurterinnen doch noch voraushaben.

In der 73. Minute konnten die Zuschauer dann schließlich noch jubeln, als Grings auf der linken Seite zunächst Meike Weber und dann Kliehm ausspielte und Wissink diesmal keine Chance ließ. Dieses


1:2 sollte der Endstand sein. Die Duisburgerinnen machten zwar Druck – jedoch noch mehr Fehler – und die Frankfurterinnen konnten das Ergebnis bis zum Abpfiff bringen, der erst in der 95. Minute war. Grund dafür boten die diversen Fouls und Spielunterbrechungen zum Ende des Spiels. Diese fanden auf beiden Seiten statt, jedoch toppte Birgit Prinz in dieser Phase sämtliche kleinere Foulspiels mit ihrer Aktion gegen Anne van Bonn, für die sie wegen Nachtretens die Rote Karte sah. Ein teurer Sieg somit für die Frankfurterinnen, die im Endspiel gegen Potsdam nun auf ihre Weltfußballerin verzichten müssen.

Hans-Jürgen Tritschoks:

„Ich bin zunächst natürlich sehr glücklich, nach Berlin fahren zu können. Wir haben ein tolles Spiel gesehen – packend und spannend. Aus meiner Sicht hätte ich mir natürlich noch etwas mehr gewünscht. Wir haben gut angefangen und die Tore schon rausgespielt. Zum Ende hatte Duisburg jedoch die ein oder andere klare Chance. Wenn man seine eigenen Tore nicht macht, ist es klar, dass der Gegner irgendwann ein Übergewicht bekommt. Wenn man jedoch kein Glück hat, kann sich auch der Erfolg nicht einstellen.“

Dietmar Herhaus:

„Wir haben einen packenden Pokalfight gesehen. Ich bin natürlich sehr enttäuscht, denn meine Mannschaft hat großen Kampfgeist bewiesen, der ohne Belohnung geblieben ist. Wir haben schwer ins Spiel gefunden und Rückschläge einstecken müssen. Dennoch hat meine Mannschaft immer an ihren Erfolg geglaubt und nie aufgehört zu kämpfen. Die Niederlage wirft uns nicht um, ich bin stolz auf jede meiner Spielerinnen, und neben dem FFC ist heute vor allem der Frauenfußball der Gewinner.

Kulisse

Neuer Rekord in Duisburg: 2044 Zuschauer verfolgten das hochklassige Spiel. Pia Wunderlich mit dem Kopfball, vorne Kerstin Garefrekes, hinten Anne van Bonn, rechts Birgit Prinz

FCR Duisburg:

Rottenberg, van Bonn, Krahn, Hauser, Oster (56. Wilder), Grings, Hanebeck, Laudehr (46. Bajramaj), Flacke (73. Griffioen), Hagedorn, Schröder

1. FFC Frankfurt:

Wissink, Künzer, P. Wunderlich, Prinz, Lingor (65. Weber), Kliehm, Zerbe, Affeld, Garefrekes, Jones, Smisek (90. Albertz)

Tore:
0:1 Smisek (6.)
0:2 Prinz (31.)
1:2 Grings (73.)

Schiedsrichterin: Elke Günthner (Bamberg)

Rote Karte: Prinz (grobe Unsportlichkeit)

Zuschauer: 2044


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