DFB-Pokal 2. Runde

Spätes Glück mit Köpfchen

TSV Jahn Calden – Hamburger SV 1:2 (1:0)

Von Martin Kochem (Text) und Tabea Kriesten (Fotos)

18.10.2005

Lediglich 6 Minuten fehlten dem über die gesamte Spieldauer äußerst engagiert zu Werke gehenden Underdog zur großen Pokalsensation der 2. Hauptrunde, ehe der aktuelle Tabellenzweite der Frauenfussballbundesliga den Spieß doch noch einmal umdrehen und sich mit einem mehr als glanzlosen Sieg fürs Achtelfinale qualifizieren konnte.

Sichtlich geschockt von den frühen verletzungsbedingten Ausfällen von Spielmacherin Katharina Grießemer (Knieverletzung) sowie Marion Wilmes (Verdacht auf Gehirnerschütterung) operierte der HSV nach dem frühen Rückstand durch TSV-Kapitänin Jacqueline Scheuren vor allem im Mittelfeld zu ideen- und konzeptlos und fand gegen die massiv und kompakt stehenden Gastgeberinnen keinerlei

Silva Lone Saländer brachte den HSV mit ihrem Ausgleichstreffer wieder zurück ins Spiel

Mittel. Mit der Hereinnahme der leicht angeschlagenen Aferdita Kameraj zu Beginn der 2. Halbzeit ging der bis dato maßlos enttäuschte HSV-Coach Achim Feifel sicherlich ein hohes Risiko ein, welches sich vor den Augen von DFB-Trainerin Maren Meinert letzten Endes jedoch auszahlen sollte.

So war die U 20-Nationalspielerin an beiden HSV-Toren unmittelbar


Frederike Engel (l.) im Zweikampf mit Leoni Klement

beteiligt, als diese mit ihren exakt getimeten Eckbällen die Kopfballtreffer von Silva Lone Saländer sowie Tanja Vreden vorbereitete. In der turbulenten Schlussviertelstunde hatte zuvor bereits Imke Wübbenhorst den Ausgleich auf dem Schlappen gehabt, traf jedoch nur den Pfosten (78.) Im Gegenzug hätte die überragende Jacqueline Scheuren alles klar machen können, scheiterte jedoch alleine vor U 19-Weltmeisterin Tessa Rinkes stehend ebenso an ihren Nerven wie im übrigen auch Mannschaftskameradin Mirjam Böttcher (89.).

So blieb es der ansonsten unauffälligen Tanja Vreden quasi mit dem Schlusspfiff vorbehalten, den durchaus auch spielerisch überzeugenden Nordhessinnen mit ihrem wuchtigen Kopfball den unverdienten Pokal-K.O. zu verpassen.

Trainerstimmen zum Spiel:

Manfred Rauschenbach (TSV Jahn Calden):
„Ein dickes Kompliment an meine Truppe, die riesig kompakt gestanden und alle taktische Vorgaben prima umgesetzt hat. Es war geradezu sensationell, was wir an Laufbereitschaft an den Tag gelegt haben und hätten das Ding eigentlich mit 1:0 nach Hause schaukeln müssen. Wir haben ohne Zweifel an unserem Limit gespielt und sicherlich äußerst unglücklich verloren.“

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Achim Feifel (Hamburger SV):
„Ein hervorragendes Spiel habe ich nur von Calden gesehen, die den Sieg jedenfalls eher verdient gehabt hätten als wir. Heute sind gerade diejenigen in meiner Mannschaft wieder auf den Boden der Tatsachen gekommen, die gemeint haben, dass es im Fußball gegen eine klassentiefere Mannschaft auch ohne Lauf- und Zweikampfbereitschaft geht.“

Statistik:

TSV Jahn Calden:
Zeuner – D. Scheuren, Giehl, Alexi, Rosek – Salokat, Niemeier, Thöne (56. Klement), Austermühl – Müller, J. Scheuren (81. Böttcher)

Hamburger SV::
Rinkes - Ende, Patzke, Freitag, Haye – Grießemer (8. Wübbenhorst), Wilmes (25. Engel), Wörle, Saländer – Schubert (46. Kameraj), Vreden

Zuschauer: 350

Tore:
1:0 J. Scheuren (14.)
1:1 Saländer (84.)
1:2 Vreden (90.)

Gelbe Karte: Salokat – Freitag

Schiedsrichterin: Monique Klauß (Mühlheim)

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