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Olympische Spiele 2008

Zurück in der Spur

Der zweite Spieltag

Von Nora Kruse (Text u. Archivfotos)

09.08.2008

Am zweiten olympischen Spieltag blieben die Überraschungen aus, die „großen“ Nationen holten erwartungsgemäß drei Punkte. Doch was sich am Mittwoch schon abgezeichnet hatte, setzte sich fort: es sind knappe, hart erkämpfte Siege. 22 Tore fielen bislang in zwölf Partien, Kantersiege gab es keine, das Turnier scheint so eng zu sein wie noch nie.

Neuseeland - Norwegen

2:0 war bislang der höchste Sieg im Turnier. Er gelang den Norwegerinnen ausgerechnet gegen die USA. Wer einen solchen Auftakt hinlegt, schürt automatisch Erwartungen. Doch gegen Neuseeland gelang heute nur ein 1:0-Erfolg. Wie schon gegen die USA legten die Nordländerinnen los wie die Feuerwehr. Es waren keine acht Minuten vergangen, da hatte sich Leni Larsen Kaurin freigespielt und passte auf Melissa Wiik, die mit ihrem zweiten Turniertreffer den Einzug ins Viertelfinale perfekt machte. Trainer Bjarne Berntsen lobt das Flügelspiel seiner Mannschaft, doch ein weiterer Treffer wollte nicht fallen. Neuseeland stand in der Defensive gut, ließ nur wenige Chancen zu und ging selbstbewusst in die Zweikämpfe. Die „Football Ferns“ zeigten sich jedoch noch zu unerfahren, um die sich ihnen bietenden Chancen ausnutzen zu können. In der 14. Minute hatte Kirsty Yallop die Möglichkeit zum Ausgleich, doch der Kopfball flog über die Latte.

In der Folgezeit spielte sich die Partie hauptsächlich im Mittelfeld ab. Neuseeland versuchte ihm Rahmen der Möglichkeiten Druck zu machen und kam auch zu mehreren Ecken und Freistößen – doch die norwegische Defensive hielt, Torfrau Erika Skärbo musste kaum eingreifen. Neuseelands Trainer John Herdman zeigte sich am Ende trotz der Niederlage hochzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, doch der Engländer ist sich bewusst, die kommende Partie gegen die USA nun gewinnen zu müssen, um ins Viertelfinale einzuziehen. Für unmöglich halte er dies nicht, sein Team werde von Beginn an wach und druckvoll spielen.

Vereinigte Staaten – Japan

Ein anderes Auftreten ihrer Mannschaft hat US-Nationaltrainerin Pia Sundhage für die Partie gegen Japan versprochen. Es gelang in soweit, als dass die USA drei Punkte einfahren konnten und sich mannschaftlich geschlossen zeigten. Doch die Chancenauswertung der sonst so eiskalten Nordamerikanerinnen war mangelhaft, was sie mehr zittern ließ, als es notwendig gewesen wäre.

Carli Lloyds Siegtreffer gab der der USA neues Selbstvertrauen.


Torjubel

Die deutsche Mannschaft hat wieder Grund zum Jubeln. Kerstin Stegemann (l.) brachte die DFB-Elf zurück auf die Siegerstraße.

Japan hätte durch Homare Sawa und Yukari Kinga bereits vor der Halbzeit in Führung gehen können, vergaben jedoch genauso, wie die USA ihre zahlreichen guten Möglichkeiten in der zweiten Hälfte. Rächen konnte sich das nicht mehr, denn Carli Lloyd hatte ihr Team nach einer knappen halben Stunde bereits in Führung gebracht, und da der zweifache Weltmeister und Olympiasieger die japanischen Angriffe zumeist im Keim ersticken konnte, brachte die zweite Halbzeit kaum Gefahr für den Kasten von Hope Solo. Ihre Kollegin auf der anderen Seite hatte dagegen viel zu tun, zeichnete sich jedoch durch diverse Glanzparaden aus, unter anderem rettete sie gegen die frei vor ihr zum Schuss kommende Amy Rodriguez.

Schweden – Argentinien

Ebenfalls eine Auftaktniederlage kassiert und vorerst rehabilitiert ist Schweden. Die Nordländerinnen taten sich jedoch mit Argentinien schwer und kamen nur zu einem 1:0-Erfolg, obwohl die Blaugelben über die gesamte Spielzeit die tonangebende Mannschaft war. Doch der Ball wollte nicht ins Tor. Ob Weitschuss, frei stehend, ob Lotta Schelin oder Victoria Svensson – die schwedischen Waffen stachen nicht, und Argentinien kämpfte aufopferungsvoll. So ging es mit einem 0:0 in die Halbzeit, und die zweite Hälfte bot ein ähnliches Bild. Schweden diktierte das Tempo, machte Druck und hatte Argentinien zu jeder Zeit unter Kontrolle, ein Tor wollte jedoch nicht fallen. Erst in der 58. Minute war es die junge Nilla Fischer, die einen Freistoß von Therese Sjögran zum 1:0-Endstand vollendete.

Es dürfte ein frustrierendes Spiel für die Schwedinnen gewesen sein, doch am Ende gab es nicht nur drei Punkte. Auch die Gruppengegner Kanada und Japan spielten für den Vizeweltmeister von 2003 und trennten sich unentschieden, sodass es Schweden am Dienstag gegen Kanada selbst in der Hand hat, den Viertelfinaleinzug perfekt zu machen.

Kanada – China

An der Tabellenspitze der Gruppe E bleiben Kanada und China, die sich in Tianjin mit 1:1 trennten. Nach 34 Minuten gingen die Kanadierinnen durch Christine Sinclair mit 1:0 in Führung, doch scheinbar hielt der Siegestaumel zu lange an, nur zwei Minuten später schoss Yuan Xu den Ausgleich. Randee Hermus hätte das 1:1 fast verhindert, die Abwehrspielerin kam jedoch wenige Hundertstel zu spät und konnte den Ball nur noch hinter der Linie ins Aus befördern.

In der Folgezeit gab es Chancen für beide Teams. Auf Seiten der Kanadierinnen machten sich insbesondere Diana Matheson und


Sinclair einen Namen. So war es Matheson, die in der 58. Minute im Strafraum zum Schuss kam, jedoch in der Hektik nicht richtig traf. Den Chinesinnen gehörte die letzte Viertelstunde, in der die kanadischen Beine schwer geworden seien, wie Sophie Schmidt erklärte. Xu Yuan und Bi Yan hatten die Führung auf dem Fuß, vergaben jedoch beide.

Erster Turniertreffer für Kanadas Star Christine Sinclair.

Deutschland – Nigeria

Ein hartes Stück Arbeit war es für die DFB-Elf gegen Nigeria. Vor 19.000 Zuschauern war es Kerstin Stegemann, die Deutschland in der 64. Minute erlöste. Ausführlicher Spielbericht.

Brasilien – Nordkorea

Gegen Deutschland war sie glücklos, gegen Nordkorea hat Weltfußballerin Marta ihrer Mannschaft den Sieg gesichert. Nachdem Daniela die „Seleção“ nach 14 Minuten in Führung gebracht hatte, erhöhte Marta nach Zuspiel von Cristiane nur acht Minuten später auf 2:0. Die Nordkoreanerinnen schienen durch den frühen Rückstand ein wenig aus dem Konzept und konnten ihren schnellen Angriffsfußball nicht umsetzen. Dennoch hatten die Asiatinnen Chancen auf Anschlusstreffer und Ausgleich. Ri Un Suk und Ri Kum Suk vergaben beste Möglichkeiten, ehe das Ri Un Suk das Anschlusstor in der 93. Minute gelang.

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