U21-Nationalmannschaft: Nordic-Cup in Schweden

USA mal wieder eine Nummer zu groß

Deutschland - USA 1:3 (0:1)

22.07.2005
Von Martin Kochem (Text) und Volker Lieberum (Archivfotos)

Es war eigentlich so wie immer in den letzten Jahren - im entscheidenden Gruppen"end"spiel und dem damit verbundenen Finaleinzug konnte die deutsche Elf gegen die US-Amerikanerinnen nicht einmal ansatzweise dagegenhalten und unterlag am Ende hochverdient mit 1:3 Toren.

Dem Führungstreffer durch Heather O'Reilly (27.) ließen die US-Girls nach dem Seitenwechsel mit einem Doppelschlag in Person von Kapitän Lindsay Tarpley weitere Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 folgen, welche Uschi Holl mit fulminanten Schüssen aus der Drehung (64.) sowie aus der Distanz (70.) ueberwinden konnte.

Gegen die USA kam das deutsche Team, hier Jennifer Zietz von Turbine Potsdam, mächtig ins Schwitzen...

Bis zu diesem Zeitpunkt dominierte der große Turnierfavorit und Seriengewinner der vergangenen Jahre das Geschehen auf dem Rasen und hätte das Ergebnis durchaus auf eine unangenehme Höhe schrauben können, wenn Uschi Holl den Schuss der eingewechselten Megan Rapinoe nicht im letzten Moment zur Ecke hätte fausten können (79.) bzw. der Drehschuss der nach der Pause wie aufgedreht agierenden Kapitänin Lindsay Tarpley nicht knapp über den Winkel gestrichen wäre (63.).

Erst in den letzten 10 Minuten schalteten die souverän aufspielenden und das Spielgeschehen jederzeit kontrollierenden US-Girls 2 Gänge zurueck und liessen die zuvor viel zu ängstlich agierende Truppe von Trainer Helmut Horsch etwas besser ins Spiel kommen. Als sich die im Vergleich zu den vorausgegangenen Spielen nicht wieder zuerkennende Shelley Thompson in der 86. Minute dann das erste und einzige Mal ueberhaupt gegen ihre Gegenspielerin Rachel Buehler auf der linken Seite durchsetzen konnte, war es der eingewechselten Lydia Neumann vorbehalten, mit einem durchaus


Erzielte kurz nach ihrer Einwechslung den deutschen Ehrentreffer: Lydia Neumann vom SC 07 Bad Neuenahr

nicht leicht zu nehmenden Kopfball den 1:3-Ehrentreffer zu erzielen.

Realistisch analysierte Bundestrainer Helmut Horsch nach der Niederlage den Auftritt seiner Elf:

Die schnellen US-Stürmerinnen waren auch für Aferdita Kameraj vom Hamburger SV nicht immer zu halten

"Unser Spiel war von Anfang an zu ungenau und ueberhastet und dadurch bekamen wir keine Ruhe ins Mittelfeld, was zu vielen unnötigen Ballverlusten fuehrte. Wir wollten von Anfang an das Spiel eng machen, dadurch schnell in Ballbesitz kommen und uns dann durch ueberraschende Angriffe in Szene setzen - all das ist uns heute nicht gelungen...


Gegen so eine mannschaftstaktisch hervorragende Truppe wie die USA muss jede Spielerin ihre 100 % brigen, damit man ueberhaupt die Chance auf ein Remis hat. Bei 2-3 Totalausfällen hat man dann natuerlich schlechte Karten - Shelley Thompson hat heute auf internationaler Ebene sicherlich ihre Grenzen aufgezeigt bekommen - daraus muss sie, aber auch alle anderen, lernen..."

Statistik:

Deutschland
Holl - van Bonn, Zietz, Rech, Krahn - Partzsch (78. Himmighofen), Kameraj (78. Neumann), Bartusiak, Behringer - Thompson, Laue (46. Thomas)

USA
Barnhart - Fletcher (76. Castelanelli), Chalupny (76. Huffmann), Oakes, Buehler - Tarpley, Cheney ( 72. Rapinoe), O'Reilly (76. Makoski), Lloyd (59. Rodriguez) - Lopez, Buczkowski

Tore:
0:1 O'Reilly (27.)
0:2 Tarpley (64.)
0:3 Tarpley (70.)
1:3 Neumann (86.)

Gelbe Karte: Rech,Partzsch

Schiedsrichterin: Eva Ödlund (SWE)
Assistenten: Linda Bengtström, Fredrik Carlsson (beide SWE)

Zuschauer: 205

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