U21-Testspiel in Hameln

Die U21 siegt beim Rattenfänger

Deutschland : Dänemark 4:1 (2:1)

Von Nora Kruse (Text und Fotos)

06.04.2005

Am Ende der Trainer-Karriere von Tina Theune-Meyer steht im Sommer nicht nur die Europameisterschaft mit der A-Nationalmannschaft auf dem Programm, sondern auch der Nordic Cup mit der U21-Nationalmannschaft. Um für diesen die Talente zu sichten und gemeinsam zu trainieren, traf sich das Team von "TTM" zu einem Lehrgang in der Rattenfänger-Stadt Hameln und absolvierte im dortigen Weserberglandstadion ein Testspiel gegen die U21 aus Dänemark.

Als Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus die Partie um 17 Uhr anpfiff, sahen die Zuschauer jedoch zunächst eine Anfangsphase, die ihnen so gar nicht schmeckte. Dänemark begann druckvoll und das Spiel fand eigentlich nur in der deutschen Hälfte statt. Die Mannschaft von Tina Theune-Meyer war sofort in der Defensive und war allein mit Abwehr beschäftigt. Ballbesitze wurden aufgrund von Fehlpässen und Ungenauigkeiten nicht genutzt. So war es wenig verwunderlich, dass Dänemark bereits in der 6. Minute durch ein Tor von Tanja Mejer Christensen in Führung ging.

Doch wer jetzt Böses ahnte, sollte falsch liegen. Deutschland brach nicht etwa völlig ein, es schien stattdessen so, als habe die Mannschaft einen Weckruf gebraucht, denn erst jetzt suchte sie mal die gegnerische Hälfte auf und so fiel auch nur zwei Minuten später der Ausgleich. Eine Hereingabe von der linken Seite schien zunächst keine Gefahr zu bringen, weil die Torhüterin Susanne Graversen den Ball sicher zu haben schien. Sie konnte ihn jedoch nicht halten und so war Shelly Thompson zur Stelle und nutzte den Fehler eiskalt aus.

Arbeitete heute erneut als Assistenz- und Torwarttrainerin in der U21: Silke Rottenberg (r.)

In der Folgezeit war das Spiel von Ungenauigkeiten und vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. Die Spielerinnen verrannten sich und produzierten Fehlpässe fast am laufenden Band. Trotz allem war es die deutsche Mannschaft, die mit der Zeit das Heft in die Hand nahm und etwa ab der 15. Minute das Spiel dominierte. In der 20. Minute brachte dies auch den gewünschten Erfolg, als erneut Thompson den Ball im gegnerischen Kasten unterbringen konnte. Die Führende in der Bundesliga-Torschützenliste löste sich in der Strafraummitte und ließ der in der ersten Halbzeit unsicher wirkenden dänischen Torfrau keine Chance. Bis zum Halbzeitpfiff hatte die deutsche Mannschaft noch mehrere Chancen, den Pausentee mit einer höheren Führung zu genießen. 

Melanie Behringer schoss zwei Tore, hatte mehrere Chancen und machte ihren Gegenspielerinnen - wie hier Stine Aagaard - das Leben schwer.

In der 40. Minute schoss Melanie Behringer knapp links am Tor vorbei, nur kurz danach scheiterte Aferdita Kameraj an der dänischen Torhüterin. Ähnlich erging es Thompson knapp vor dem Halbzeitpfiff.

Die zweite Hälfte begann die deutsche Mannschaft, die zunächst nicht auswechselte, druckvoll, ein erneuter Treffer wollte jedoch nicht fallen.

Erst in der 57. Minute konnte sich Behringer auf der linken Seite ihre Gegenspielerin abhängen und traf unhaltbar für Graversen im dänischen Tor zum 3:1. Nur fünf Minuten später steuerte sie ihren zweiten Treffer am heutigen Tage bei.

Die restliche knappe halbe Stunde verlief torlos, wobei Deutschland weitere Möglichkeiten hatte. In der zweiten Halbzeit steigerte sich jedoch auch die dänische Torfrau und hielt in der 68. Minute glanzvoll einen Schuss von Carina Breunig.

Susanne Kasperczyk machte heute ihr erstes U21-Länderspiel und spielte offiziell volle 90 Minuten durch. Kurz vor Ende verließ sie jedoch verletzungsbedingt das Spielfeld. Tina Theune-Meyer gab auf Nachfrage in der anschließenden Pressekonferenz Entwarnung und auch der FFC Brauweiler meldet seine Leistungsträgerin unverletzt.

In der 85. Minute sorgte dann die mittlerweile eingewechselte Nadine Richter im deutschen Tor für Begeisterung im Publikum, als sie mit einem Hechtsprung eine der wenigen dänischen Torchancen vereiteln konnte.


insgesamt konnte man ein munteres Fußballspiel sehen, das die deutsche Mannschaft nach einem schwachen Beginn gut im Griff hatte und verdient gewonnen hat. Das räumte auch die dänische Trainerin, Brigitte Ladefoged, ein. Sie kritisierte insbesondere das unstrukturierte Spiel in der zweiten Halbzeit, wodurch die deutsche Mannschaft zu viele Torchancen bekam.

Tina Theune-Meyer war nach dem Spiel zufrieden mit ihrer Mannschaft, lobte das Engagement und zeigte sich beeindruckt von der Kulisse der 2.816 Zuschauer.

Beide Mannschaften werden Ende Juli beim Nordic Cup in Schweden wieder aufeinander treffen und die Trainerinnen waren sich einig, dass das Traditions-Turnier schwierig und spannend werden wird.

Deutschland

Holl (68. Richter), van Bonn (68. Schneider), Kasperczyk, Rech, Hagedorn, Partzsch, Behringer, Kameraj (78. Schumski), Thompson (78. Hackmann), Kliehm (63. Breunig), Wilmes (63. Himmighofen)

Dänemark

Graversen, M. Pedersen (Bodholdt), L. Pedersen, Olsen, Nielsen, C. v. Pedersen, Larsen (Jörgensen), Munch, Christensen (46. K. Pedersen), Örntoft (46. Aagaard), Vester (64. Frandsen)

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover)

Zuschauer: 2.816

Tore:
0:1 Christensen (6.)
1:1 Thompson (8.)
2:1 Thompson (20.)
3:1 Behringer (57.)
4:1 Behringer (62.)

gelbe Karte: Olsen

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