U19-Europameisterschaft in Ungarn (20.-31.7.2005)

Russischer Nachwuchs triumphiert

Finale: Russland – Frankreich 8:7 n.E. (2:2, 0:0)

Von Martin Kochem (Text und Fotos)

Russland heißt der neue U19-Europameister und ist somit Nachfolger der Spanierinnen, welche sich bekanntlich für die vom 20.07. bis 31.07.05 in Ungarn stattfindende EM-Endrunde überhaupt nicht erst hatten qualifizieren können.

Team Russland vor dem Finale
Oben v.l.n.r: Ksenia Tsybutovich, Elvira Todua, Oxana Titova, Victoria Afanasova, Olesya Mashina
Unten v.l.n.r.: Elena Morozova, Elena Terekhova, Maria Filisova, Elena Danilova, Anna Koznikova, Olga Petrova

In einem an Dramatik und Spannung kaum zu überbietenden Finale behielt das Team von Trainer Valentin Grishin gegen die im Vorfeld mitfavorisierten Französinnen vor 1500 Zuschauern im Varosi Stadion zu Zalaegerszeg letztendlich im Elfemeterschießen mit 8:7 Toren die Oberhand, nachdem es nach regulärer Spielzeit sowie Verlängerung gerechterweise 2:2-Unentschieden geheißen hatte.

Team Frankreich vor dem Finale:
Hinten v.l.n.r.: Inès Dahou, Julie Peruzzetto, Coralie Ducher, Morgane Courteille, Marie Laure Delie, Sabrina Delannoy
Vorne v.l.n.r.: Sarah Bouhaddi, Jessica Houara, Louisa Necib, Elodie Thomis, Laure Boulleau

Nach einer beiderseits über weite Strecken zerfahren geführten torlosen ersten Spielhälfte schien der 1:0-Führungstreffer der Russinnen durch Elena Terekhova nach 47 Minuten die Französinnen endlich wachgerüttelt zu haben, welche daraufhin gezwungenermaßen den Vorwärtsgang einlegen mussten und durch ein Abstaubertor von Elodie Thomis auch folgerichtig zum Ausgleich kamen.

Ein Geniestreich der an diesem Abend überragenden Victoria Afanasova schien das Spiel nach 77 Minuten zu entscheiden, als die ansonsten gut bewachte Toptorjägerin Elena Danilova deren Zuckerpass mit einem in den


Der neue U19-Europameister Russland. Herzlichen Glückwunsch!

rechten Winkel gehobenen Kunstschuss zur erneuten russischen Führung verwerten konnte – ein Traumtor!

Doch die kämpferisch überzeugenden Französinnen kamen noch einmal zurück ins Spiel und nach einem Patzer von Torfrau Elvira Todua (griff nach einem Eckball von Ines Dahou am Ball vorbei) per Kopfballtor der aufgerückten Abwehrstrategin Morgane Courteille in der 85. Minute zum verdienten 2:2-Ausgleichstreffer. In der darauf folgenden Verlängerung hätte die „Equipe Tricolore“ den Sack dann endgültig zubinden können bzw. sogar müssen, doch die eingewechselte Aurelie Mula brachte wenige Sekunden vor dem Ende das Kunststück fertig, das ihr vor die Füße prallende Leder aus 3 Metern freistehend über das russische Gehäuse zu jagen.

Strahlende Sieger: Kapitänin Tsybutovich (links) und Torfrau Todua mit dem EM-Pokal

So musste letztendlich das nerventötende Elfmeterschießen über Sieger und Verlierer entscheiden, in welchem Elvira Todua den entscheidenden 14. Strafstoß von Laure Boulleau


entschärfen konnte und damit für den ersten Titelgewinn einer russischen Frauenfussballmannschaft überhaupt sorgte.

Statistik

Russland
Todua - Kozhnikova, Filisova, Afanasova, Terekhova (79. Kharchenko, 93. Gomozova) - Titova, Petrova, Tsybutovich, Mashina - Danilova, Morozova

Frankreich
Bouhaddi – Delannoy, Boulleau, Courteille, Ducher – Houara (106. Ben Abdelwahab), Necib, Peruzzetto, Dahou – Thomis (119. Mula), Delie (66. Castera)

Tore:
1:0 Terekhova (48.)
1:1 Thomis (68.)
2:1 Danilova (77.)
2:2 Courteille (85.)

Elfmeterschießen
3:2 Morozova
3:3 Peruzzetto
Titova verschießt
3:4 Necib
4:4 Afanasova
4:5 Dahou
5:5 Petrova
5:6 Mula
6:6 Danilova
Todua hält gegen Bouhaddi
7:6 Todua
7:7 Ducher
8:7 Tsybutovich
Todua hält gegen Boulleau

Schiedsrichterin: Lena Arwedahl (SWE)
Assistenten: Anna Nyström (SWE), Secim Demirel (TUR)

Gelbe Karten: Danilova, Petrova, Mashina

Zuschauer: 1.500 (in Zalaegerszeg)

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