Von
Martin Kochem
27.4.2005
Im
Gegensatz zur
vorangegangen Auftaktbegegnung wurde den am Ende 3.100 Zuschauern
beim von vielen „Experten“ als vorweggenommenes Endspiel um
den
Gruppensieg und die damit verbundene EM-Endrundenqualifikation
hochstilisierten Aufeinandertreffen der amtierenden U
19-Weltmeisterinnen und den zuvor durchaus hochgehandelten
Schwedinnen doch einiges mehr geboten…
Zwar
ließ der durch
den ergiebigen Regenguss eminent schnell gewordene, sich aber dennoch
in gutem Zustand befindliche Rasen des Hubert-Houben-Stadions von
vorneherein nicht allzu viel erwarten, doch spielten beide
Mannschaften unter den gegeben Umständen durchaus einen
technisch guten Ball und konnten vor allem in kämpferischer
Hinsicht vollauf überzeugen. Am Ende behielt die nach dem
Weltmeisterschaftsgewinn neu formierte deutsche Mannschaft der
scheidenden Erfolgstrainerin Silvia Neid zwar knapp, aber nicht
unverdient mit 1:0 (0:0) die Oberhand und räumte damit den
vermeintlich schwersten Brocken auf dem Weg nach Ungarn aus dem Weg.

Patricia Hanebeck vom FCR Duisburg erzielte das "goldene
Tor"
Archivfoto: Volker Lieberum
Für das „goldene
Tor“ zeichnete sich dabei die sich immer mehr zur absoluten
Führungsspielerin entpuppende Mannschaftskapitänin Patricia
Hanebeck verantwortlich, indem diese kurz nach dem Seitenwechsel eine
Linkshereingabe ihrer Duisburger Teamkollegin Simone Laudehr mit
einem „Zwischending aus Knie und Schienbein“ zum
vielumjubelten
1:0 über die Linie drücken konnte (49.).
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Anna Blässe vom FF USV Jena (blaues Trikot) war
gestern über 90 Minuten im Einsatz.
Foto: Sebastian Gille |
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Bereits in der
ersten
Halbzeit hatte sich die überaus
schwungvoll
beginnende
deutsche
Elf zahlreiche gute Tormöglichkeiten herausarbeiten
können,
jedoch
fehlte
sowohl bei einem Distanzschuss von Lena Goeßling
(2.) als auch bei einem Freistoß von Patricia Hanebeck (10.)
das nötige Quäntchen Glück oder aber
man scheiterte an
der hervorragenden schwedischen Torfrau Stephanie Öhrström,
welche gleich zwei Geschosse der überzeugenden Rechtsaußen
Fatmire Bajramaj (23. und 27. Minute) sowie einen Kracher von Simone
Laudehr (44.) zur Ecke entschärfen konnte.
Aber auch die
Schwedinnen besaßen durch deren auffälligste Akteurin, der
pfeilschnellen Johanna Andersson die Chance zur Führung, doch
wurde diese zum einen von Janina Haye im letzten Moment gebremst
(32.) und zum anderen strich ihr Kopfball nur knapp am deutschen
Gehäuse vorbei (42.).
Mit zunehmender
Spieldauer wurden die Heldinnen von Thailand nicht zuletzt aufgrund
des schweren Bodens immer müder, was die zweikampfstarken und
kompakt auftretenden Skandinavierinnen dann sogar fast noch zum
Ausgleich genutzt hätten. Nachdem Tessa Rinkes zunächst
einen Freistossaufsetzer aus 35 Meter nicht festhalten konnte und der
daraus resultierende Abpraller gerade noch von der insgesamt kompakt
stehenden deutschen Abwehr mit vereinten Kräften zur Ecke
abgeblockt werden konnte (67.), bewahrte die Mellendorferin die
deutsche Mannschaft nach einem Volleyschuss von Lina Nilsson mit
einem Weltklassereflex vor einer durchaus möglichen
Punkteteilung (87.), was ihr bei der anschließenden
Pressekonferenz
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ein Sonderlob der
Bundestrainerin bescherte.
So zeigte sich die
Bundestrainerin am Ende mit dem „alles in allem verdienten
Sieg“
zufrieden und konnte auf die kämpferisch und läuferische
hervorragende Leistung ihrer neuformierten Truppe auch zu Recht ein
wenig stolz sein, während Schwedens Coach Calle Barling den
Gruppensieg trotz der Niederlage noch nicht aus den Augen verloren
hat und bis auf die mangelhafte Chancenverwertung ebenfalls mit dem
Dargebotenen seiner Talente einverstanden war.
Statistik
Deutschland:
Rinkes
– Niemeier, Haye, Hauer, M.
Kerschowski (88. Höfler) – Bajramaj, Goeßling,
Hanebeck,
Laudehr – I. Kerschowski (75. Grießemer), Blässe
Schweden:
Öhrström
– Lindner, Frisk,
Gjersvold (46. Herbring), Sembrandt - Boden, L. Andersson, Dahlkvist
– Wilhelmsson (59. A. Nilsson), J. Andersson (80. Erixon), L.
Nilsson
Tor:
1:0
Hanebeck
Gelbe
Karten: -
Gelb-Rote
Karten: -
Rote
Karten: -
Schiedsrichterin:
Cristina
Dorcioman
(Rumänien)
Zuschauer:
3100
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