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EM-Qualifikation Finnland 2009Ein Trainingsspiel, für das es drei Punkte gibtGruppe 4: Wales - Deutschland 0:6 (0:3) | ||
Von Katja Öhlschläger11.05.2007 Nun, es werden wohl die wenigsten von diesem zweiten EM-Qualifikationsspiel der deutschen Mannschaft in Wales einen packenden Fight erwartet haben. Zu unterschiedlich sind die Leistungsstärken der beiden Teams. Zumindest aber darauf hoffen, dass die Truppe von Bundestrainerin Silvia Neid die Begegnung zu nutzen versuchte, um nach den zuletzt durchwachsenen Leistungen wieder an Sicherheit zu gewinnen, konnte man schon. Diese Hoffnungen wurden nur bedingt erfüllt. Mit einer nicht mehr ganz so neuen taktischen Variante - Anja Mittag als Spitze, dahinter Birgit Prinz zentral und Kerstin Garefrekes sowie Fatmire Bajramaj auf den Flügeln, während die beiden zentralen "6er", Linda Bresonik und Renate Lingor, eher defensiv agieren - begann der amtierende Weltmeister engagiert. Das Resultat: 2:0 nach bereits 20 Minuten, zwei Mal durch Birgit Prinz. Beim 1:0 hatte Kerstin Garefrekes die dreimalige Weltfußballerin mit einem langen Ball gekonnt in Szene gesetzt, die im Nachschuss einnetzte. Auch bei Prinz' zweitem Streich sammelte Garefrekes Scorer-Punkte, die sie allerdings primär der erneut sehr stark aufspielenden Flankengeberin Bianca Rech und Torfrau Nicola Davies zu verdanken hatte, die Rechs Flanke unterlief und den beiden Frankfurterinnen im Abschluss damit freie Bahn ließ. ![]() Kerstin Stegemanns Fernschuss zum 3:0 war das Tor des Tages. Man hätte jetzt schon abpfeifen können, denn die Partie war spätestens jetzt bereits entschieden. Dass Innenverteidigerin Ariane Hingst bereits in der 9. Spielminute zum gegnerischen Strafraum vorgedrungen war oder dass die Britinnen kaum nachrückten, wenn sie mal in Ballbesitz kamen, machte den Klassenunterschied mehr als deutlich. So hätte es nach 20 Minuten durchaus schon 3:0 oder 4:0 stehen können. Doch in der 14. Minute ließ sich Bajramaj in aussichtsreicher Position viel zu lange Zeit und konnte sich Davies im walisischen Kasten, nachdem ihr bei Prinz' erstem Schuss noch der Pfosten helfen musste, bei Bresoniks Nachschuss auszeichnen. Die Essenerin präsentierte sich spielfreudig und zeigte im Zusammenspiel mit Lingor ein gutes Spielverständnis, wobei Bresonik die auffälligere der beiden zentralen Mittelfeldakteurinnen war. Nur 1,61 Meter groß, und dennoch mit dem Kopf erfolgreich: Martina Müller.
Dass es in Haverfordwest Bindfäden regnete und die Zuschauerränge mehr als spärlich besetzt waren, war sicher kein zusätzlicher Motivationsschub für die deutsche Mannschaft. So plätscherte die Partie denn auch ab dem 2:0 - also gute 60 Minuten bis zu einer Steigerung in den |
![]() Birgit Prinz war mit drei Treffern die Spielerin des Spiels. Nur um ein Haar verpasste sie einen lupenreinen Hattrick. | |
Schlussminuten - recht langweilig vor sich hin. Für Aufregung sorgten dann eher Fouls der übleren Sorte, wie jenes der frischgebackenen UEFA-Cup-Siegerin Jayne Ludlow in der 32. Minute an Lingor, das - da von hinten attackiert wurde - schon leicht rotverdächtig aussah. Überhaupt, die Gastgeberinnen konnten sich über die durchaus großzügig pfeifende Unparteiische nicht beschweren, gingen sie doch in einigen Situationen - ungestraft - recht rustikal zu Werke. Kurz vor dem Pausenpfiff schließlich tat sich dann doch nochmal etwas auf dem holprigen Grün. Erst verpasste Prinz nach einer maßgenauen Flanke von Kerstin Stegemann knapp ihren lupenreinen Hattrick. Dann aber machte es fünf Minuten später Dauerflankengeberin Stegemann besser, indem sie aus gut 20 Metern direkt und erfolgreich ins Toreck abzog. Das schönste Tor des Tages.
Sah die einzige gelbe Karte des Spiels, hatte aber auch in der 18. Minute per Kopfball die größte Chance der Wales: Jayne Ludlow, hier im Dress des UEFA-Cup-Siegers Arsenal LFC. Vom Wiederanpfiff an bis zur 81. Minute mussten sich die 200 Zuschauer mit fußballerischer Magerkost begnügen. Debütantin Isabell Kerschowski, die für Bajramaj ins Team gerückt war, fügte sich nahtlos in das Mannschaftsgefüge ein, ohne dabei aufzufallen. Die Spielerinnen, das merkte man, hatten das Spiel nun abgehakt. Wichtige Partien in Bundesliga und DFB-Pokal stehen kurz bevor. Da möchte sich niemand verletzen und wird auch nicht jeder Sprint angegangen. Die Fehlpässe häuften sich, weil die Anspielstationen fehlten. Nicht weiter tragisch, weiß man das Spiel richtig einzuordnen. Doch die Gelegenheit, sich Selbstbewusstsein im Herausspielen und Verwerten von Torchancen zu holen - daran haperte es in den letzten Monaten besonders -, blieb ungenutzt. |
Zumindest bis zur 81. Minute. Danach erhöhten Garefrekes (81.), die eingewechselte Martina Müller (85.) und erneut Prinz (87.) auf 6:0. Prinz profitierte in dieser Situation erneut von einem Riesenpatzer der Waliser Torfrau, die eine Flanke von Stegemann nur in Volleyball-Manier abwehren konnte, statt das Leder sicher zu fassen. Da musste die Rekordnationalspielerin nur noch vollenden. Dass die deutsche Mannschaft wieder zu alter Stärke zurückfindet, ist auch für die Fernsehsender wichtig. Sie haben mit der Vorberichterstattung auf die WM schon begonnen. Hier wird Anja Mittag am Strand an der Algarve für einen Trailer gefilmt. Alles in allem ein zähes Spiel, ein klassischer Pflichtsieg ohne jeglichen Glanz. Dem Fazit von Bundestrainerin Neid, die mit ihrer Mannschaft "sehr zufrieden" war, "viel Engagement, um gegen das walisische Bollwerk anzulaufen", gesehen hatte und nur noch Mängel beim finalen Pass erkannt hatte, muss man daher nicht teilen.
Wales
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