. . . .

FanSoccer

Das Frauenfußball-Magazin



EM - Qualifikation

Klare Sache gegen die Schweiz

Schweiz - Deutschland 0:6 (0:3)

07.04.2012 - Text und Bilder von Roland Baumann

Mit einem deutlichen 6:0 gegen die Schweiz machte die deutsche Elf in Aarau einen weiteren wichtigen Schritt für die direkte Qualifikation zum EM 2013. Überragende Spielerin war wieder Celia Okoyino da Mbabi, die an allen sechs Toren direkt beteiligt war. Vier der Tore erzielte sie selbst, für die beiden anderen Tore, dem 2:0 von Anja Mittag und dem Eigentor zum 5:0 von Marie-Andrea Egli, gab sie die Vorlage. Damit erhöhte Okoyino da Mbabi ihre Trefferquote auf 14 in vier aufeinander folgenden Länderspielen.


Das Tor zum 0:4

Die Szene zum 0:4. Die Hereingabe von Celia Okoyino da Mbabi (li.) konnte Marie-Andrea Egli gegen Anja Mittag nur noch ins eigene Tor ablenken. Keeperin Jennifer Oehrli war machtlos.   



Strafraumgetuemmel Vor dem Spiel verabschiedete sich Marisa Brunner, die zuletzt bei SC Freiburg unter Vertrag stand, als Nationaltorhüterin von ihren Fans. Aufgrund ihrer fortwährenden Verletzungsproblemen hatte die 29-jährige Aarauerin ihre Fußballkarriere beendet, Fansoccer berichtete darüber. Vor 3600 Zuschauern kamen die Eidgenossinnen zunächst besser ins Spiel. Bereits in der dritten Minute zwang Sandy Maendly die deutsche Keeperin Almuth Schult zu einer Glanzparade. Nach einer weiteren kritischen Situation zehn Minuten später, als erneut Maendly den Ball gefährlich dicht vors deutsche Tor brachte, aber Schult vor Ramona Bachmann an den Ball kam, übernahm die Elf von Silvia Neid jedoch das Kommando im Stadion Brügglifeld. Mit einem energischen Sprintduell setzte sich Anja Mittag gegen Marie-Andrea Egli auf der rechten Seite durch und brachte den Ball vors Schweizer Tor, wo die Celia Okoyino da Mbabi viel Platz hatte und sich bei ihrem Treffer zum 1:0 die Ecke aussuchen konnte. Gegen das starke Pressing der deutschen Elf fanden die Schweizerinnen kein Mittel und mussten bis zur Pause zwei weitere Gegentreffer hinnehmen.

Lara Dickenmann gegen Viola Odebrecht und Linda Bresonik Nach der Pausenansprache der neuen Schweizer Trainerin Martina Voss-Tecklenburg kamen die Eidgenossinnen gestärkt zurück ins Spiel und konnten die Partie wieder offen gestalten. Gegen das zur Zeit bestens eingespielte Sturmduo Okoyino da Mbabi – Mittag konnte aber die Schweizer Abwehr dann doch nicht stand halten. In der 64. Minute überlief Okoyino da Mbabi am rechten Flügel ihre Gegenspielerin und flankte auf die mitgelaufene Mittag. Egli kam zwar einer Fußspitze vor Mittag an den Ball, konnte das Leder aber nur zum 0:4 ins eigene Netz ablenken. Bedingt durch individuelle Fehler kam Okoyino da Mbabi zu zwei weiteren Kopfballtreffern und stellte somit das Endergebnis von 6:0 aus deutscher Sicht her. Dennoch blieben die Gastgeberinnen gerade in der Schlussphase nicht chancenlos. So konnte sich Ramona Bachmann in der 75. Minute gegen die deutsche Abwehr durchsetzen, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Schult. Die beste Chance für die Schweiz vergab die erst eingewechselte Isabelle Meyer in der Schlussminute, als sie nach einem Freistoß nur die Latte traf.

Fazit: Das deutsche Sturmduo Mittag – Okoyino da Mbabi zeigte sich wieder in Weltklasse Form. Doch ohne die immer wieder couragiert nachsetzende deutsche Hintermannschaft wären die Beiden sehr wahrscheinlich ähnlich wirkungslos geblieben, wie ihre Pendants in der Schweizer Mannschaft. Gerade die rechte Seite mit Lira Bajramaj und Linda Bresonik konnte in diesem Spiel gut überzeugen.

Auf der anderen Seite muss die Schweizer Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg an die eigene Stärke glauben und diese auch abrufen, wenn sie im kommenden Spiel gegen Spanien ihre letzte Chance zur EM-Teilnahme wahren möchte.

Stimmen zum Spiel: Silvia Neid: "Mit dem Ergebnis sind wir natürlich sehr zufrieden. Wir wussten, dass es kein leichtes Spiel sein wird. Nach den ersten Chancen der Schweiz mussten wir uns erst in des Spiel reinbeißen und konnten es durch gute Präsenz an uns reißen. Durch die drei Tore bis zur Halbzeit war dann das Spiel entschieden. Die Mannschaft hat die Vorgaben gut umgesetzt, so konnten wir unser Ziel, die sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen (Spanien und Schweiz), erreichen."

Martina Voss-Tecklenburg: "Wir hatten uns einiges vorgenommen, doch zeigten einige Spielerinnen vor dem Spiel große Nervosität. Wir machten unser Tor in der Anfangsphase eben nicht, was den großen Unterschied zum deutschen Team zeigt. Im Spiel haben wir es dann den Deutschen zu leicht gemacht."


Verabschiedung von Marisa Brunner Lira Bajramaj gegen Martina Moser und Marie Andrea Egli Merza Julevic gegen Tammy Streicher


Schult gegen Bachmann Selina Keller gegen Melianie Behringer Okoyino da Mbabi gegen Keller


Schweiz:
Oehrli - Keller, Egli, Abbe, Kuster, Bürki (74. Meyer), Moser (70. Zumbühl), Maendly (85. Wälti), Bachmann, Dickenmann, Crnogorcevic

Deutschland:
Schult - Bresonik, Krahn, Bartusiak, Peter, Odebrecht, Goeßling (85. Henning), Bajramaj, Okoyino da Mbabi, Behringer, Mittag (70. Popp)

Tore:
0:1 Okoyino da Mbabi (16.)
0:2 Mittag (24.)
0:3 Okoyino da Mbabi (38.)
0:4 Egli (64. Eigentor)
0:5 Okoyino da Mbabi (71.)
0:6 Okoyino da Mbabi (85.)

Gelbe Karten: - / Mittag

Schiedsrichterin: Tanja Schett (Österreich) mit Agnes Sirkka Prammer und Senka Omerhodzic

Zuschauer: 3600


Teilen


Zur EM-Qualiseite

Zur FanSoccer-Startseite