Text von Katja Öhlschläger, Archivfotos von Nora Kruse 26.01.2007
Da sowohl Deutschland als auch die USA stark dezimiert in ihr Auftaktspiel beim diesjährigen Vier-Nationen-Turnier gingen, richtete wohl kaum einer der Beteiligten oder Zuschauer übersteigerte Erwartungen an dieses Match. Gut so, kann man im Nachhinein sagen, denn was die beiden Führenden der Weltrangliste boten, war zumindest in der ersten Hälfte fußballerische Magerkost. In Halbzeit zwei kamen beide Teams besser auf Touren, blieben im Abschluss aber erfolglos, sodass am Ende ein gerechtes 0:0-Unentschieden stand.
Ohne die Stammkräfte Birgit Prinz, Renate Lingor, Kerstin Garefrekes, Steffi Jones und Sandra Minnert nach China gefahren, begann der amtierende Weltmeister Deutschland mit einer jungen Mannschaft um die 18-jährige Célia Okoyino da Mbabi im zentralen Mittelfeld, die ebenfalls 18-jährige Babett Peter auf der linken Abwehrseite, und mit der 21-jährigen, aber schon recht erfahrenen Annike Krahn in der Innenverteidigung. Ähnlich die USA, die auf Kapitänin Kristine Lilly, Aly Wagner, Abby Wambach und Christie Rampone verzichteten.
 Ersatzkapitänin Cat Whitehill absolvierte heute ihr 100. Länderspiel im US-Dress.
Nach anfänglichem vorsichtigen Abtasten, in dem die mangelnde Eingespieltheit auf beiden Seiten sichtbar wurde, dauerte es bis zur 20. Minute, ehe sich zunächst die US-Amerikanerinnen eine aussichtsreiche Torchance erspielten. Heather O'Reilly hatte sich auf dem linken Flügel durchgesetzt und mit ihrem Pass die überraschend offensiv agierende Lindsay Tarpley erreicht. Doch Ariane Hingst reagierte geistesgegenwärtig, indem sie noch ihren Fuß an den Ball brachte und zur Ecke klären konnte. Nach dieser Ecke versenkten die Amerikanerinnen zwar den Ball im Netz, doch Schiedsrichterin Deng Junxia hatte in einer unübersichtlichen Situation wegen Stürmerfouls bereits abgepfiffen.
Die USA waren nun feldüberlegen und kamen neun Minuten später zu ihrer nächsten Gelegenheit. Torfrau Silke Rottenberg griff bei einer US-Ecke neben den Ball, die starke Célia Okoyino da Mbabi konnte nur noch in letzter Sekunde auf der Linie klären und bugsierte den Ball vor die Füße der sehr agilen O' Reilly. Dass O'Reilly aus dieser Chance kein Kapital schlagen konnte, war schließlich ohne Bedeutung, da Deng korrekterweise die Attacke von Spielführerin Cat Whitehill, die
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Anja Mittag hatte in der 32. Minute die größte deutsche Chance.
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heute ihr 100.Länderspiel absolvierte, gegen Silke Rottenberg mit einer gelben Karte geahndet hatte.
32 Minuten hatte es gedauert, da hatten auch die amtierenden Weltmeisterinnen ihren ersten gefährlichen Torschuss. Die spielfreudige, aber etwas glücklos agierende Anja Mittag zog aus etwa 28 Metern in halblinker Position direkt ab und zwang Hope Solo im Kasten der USA zu einer Glanzparade. Es schien, als habe dieser Hammer wie eine Art Weckruf gewirkt, denn die Truppe von Silvia Neid kam nun besser ins Spiel und zeigte mehr Zug zum Tor. Zur Pause aber blieb es beim 0:0.
Nach dem Wechsel kamen die nachnominierte Melanie Behringer für Martina Müller und Rückkehrerin Linda Bresonik für Anja Mittag ins Spiel. Vor allem Behringer mauserte sich zu einem Aktivposten im deutschen Spiel und zeigte bei ihren regelmäßigen Flügelwechseln viel Engagement. Die deutsche Mannschaft war nun spielbestimmend und erspielte sich die besseren Chancen. Die erste hatte da Mbabi, die nach einer Stunde mit einem Drehschuss das Torgehäuse verfehlte. Sekunden später versuchte sich Behringer von der Strafraumgrenze, zog aber rechts am Kasten vorbei.
 In Abwesenheit von Birgit Prinz und Renate Lingor trug Kerstin Stegemann heute die Kapitänsbinde.
Die zweitgrößte Chance des Spiels nach Mittags Fernschusshammer in der ersten Hälfte ergab sich in der 65. Minute. Nach einer Flanke der emsig arbeitenden Petra Wimbersky konnte Hope Solo nur noch per Faustabwehr klären, und zwar vor die Füße von Behringer, die sich auf der linken Seite postiert hatte. Die Freiburgerin flankte auf den Kopf der eher unauffälligen Bresonik, doch diese verfehlte das Tor knapp rechts.
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Nachdem kleinere Torgelegenheiten durch Lindsay Tarpley - Rottenberg rechtzeitig aus dem Tor gekommen - und der eingewechselten Navina Omilade keinen Treffer brachten, blieb es beim letztlich gerechten 0:0.
 Die meisten Offensivaktionen der USA liefen über sie: Heather O'Reilly.
Die USA treffen nun am Sonntag um 9 Uhr auf England, Deutschland bekommt es mit den 2:0 gegen England siegreichen Gastgebern aus China zu tun (6.30 Uhr). Die Chinesinnen hatten ihren Sieg gegen die Mannschaft von Hope Powell hochverdient eingefahren. Beide Tore fielen in der ersten Halbzeit, in der die Mannschaft aus dem Reich der Mitte die “Three Lions” regelrecht an die Wand spielte. Zhang Ying traf in der 4. Minute per Aufsetzer von der Strafraumgrenze, Han Duan besorgte eine Minute vor dem Halbzeitpfiff durch einen Kopfball das 2:0. Ein am Ende schmeichelhaftes Ergebnis für England.
Deutschland:
Rottenberg - Stegemann, Krahn, Hingst, Peter – Carlson (65. Omilade), Okoyino da Mbabi – M. Müller (46. Behringer), Wimbersky - Smisek, Mittag (46. Bresonik)
USA:
Solo - Mitts, Whitehill, Markgraf (58. Frimpong), Lopez - Osborne, Hucles (46. Lloyd), Chalupny - Tarpley, Cheney (46. Kai), O’Reilly
Tore: Fehlanzeige
SRin: Deng Junxia (China)
Gelbe Karten: Wimbersky - O'Reilly, Osborne
Zuschauer: 1.500
A-Natio
Vier-Nationen-Turnier
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