A-Nationalmannschaft, FreundschaftsspielGuter Start in die WM VorbereitungDeutschland - Kanada 5:0 (1:0) | ||
Text von Tom Schlimme 16.09.2010 So klar, wie es das Ergebnis aussagt, waren auch die Spielanteile verteilt. Im ersten Testspiel zur Vorbereitung auf die WM 2011 konnte das deutsche Team gegen Kanada auf ganzer Linie überzeugen. Besonders positiv ist zu werten, dass der Kader so durchgehend gut besetzt ist, dass auch die zahlreichen Wechsel in der zweiten Halbzeit nicht die Spur eines Leistungsabfalls erkennen ließen. Genau genommen lief es in der zweiten Hälfte sogar noch besser als in der ersten Halbzeit, immerhin fielen hier vier der fünf Tore. Doch Bundestrainerin Silvia Neid lag nach dem Spiel mit ihrem Hinweis richtig, dass das Aufgebot der ersten Halbzeit die lauffreudigen Kanadierinnen erst einmal müde spielen musste, während es die eingewechselten Spielerinnen in der zweiten Hälfte gegen müder werdende Gegnerinnen dann natürlich leichter hatten. ![]() Die Startformation des deutschen Teams. Oben von links nach rechts: Nadine Angerer, Simone Laudehr, Birgit Prinz, Kim Kulig, Kerstin Garefrekes. Auch in der ersten Halbzeit wurde schon eine Vielzahl von Torchancen für Deutschland herausgespielt, während die Kanadierinnen kaum einmal nur in die Nähe des deutschen Strafraums kamen. Doch die Chancenverwertung in diesem Zeitraum war die einzige Schwäche im deutschen Team. Abgesehen von dem 1:0 durch den von Inka Grings souverän verwandelten Foulelfmeter in der zweiten Minute gelang kein Tor in diesem ersten Durchgang. „Unser Fehler in der ersten Minute machte es schwer für unsere Abwehr”, haderte Kanadas Trainerin Carolina Morace hinterher mit dem Schicksal. Tatsächlich hatte Kanada in dieser Szene Pech, dass Schiedsrichterin Dagmar Damkova (Tschechien) schon in der ersten Minute nach einem Foul von Emily Zurrer an Birgit Prinz auf den Elfmeterpunkt zeigte. Die Entscheidung war wohl berechtigt, aber knapp, solche Strafstöße werden nicht immer gegeben. ![]() Schlechter Start für Kanada: Schiedsrichterin Dagmar Damkova zeigt Emily Zurrer für ein Foul an Birgit Prinz die gelbe Karte... ![]() ...und Inka Grings verwandelte souverän Trotz des frühen Rückstands blieb das kanadische Team aber bei der von Morace vorgegebenen defensiven Grundlinie. Vorne mühte sich meistens Christine Sinclair als einzige Spitze und bekam kaum einmal einen Ball auch nur in ihre Nähe gespielt. Ein eigener Spielaufbau gelang den Gästen aus Kanada kaum, zu gut war die Abwehrleistung des deutschen Teams schon im Mittelfeld. Neben Simone Laudehr auf der "Doppelsechs" bot auch Kim Kulig eine Klasseleistung im zentralen deutschen Mittelfeld. Während ich Kuligs Leistung bei der U20-WM nicht ganz überzeugend fand, sah ich sie heute in der A-Natio wieder einmal sehr gut, sowohl defensiv als auch offensiv. Kulig kam einige Male zum Schuss, einige gingen weit über den kanadischen |
Eine der positiven Erkenntnisse dieses Testspiels: der Kader des deutschen Teams ist sehr ausgeglichen, die eingewechselten Spielerinnen spielten so stark wie die, die in der Startelf standen. So auch U20-Weltmeisterin Alexandra Popp, hier gegen Carmelina Moscato, die das Tor zum 3:0 mit einem schönen Kopfballtorpedo erzielte | |
Kasten, aber in der 35. Minute musste Kanadas Keeperin Karina LeBlanc gegen Kim Kulig all ihr Können aufbieten, um einen Schuss aus kurzer Distanz noch abzuwehren. Ebenso stark parierte LeBlanc dann auch zwei Minuten später gegen die frei vor ihr auftauchende Kerstin Garefrekes. Das Gästeteam hatte es letztlich seiner Keeperin zu verdanken, dass es nur mit 1:0 in die Halbzeitpause ging. ![]() Kanadas Keeperin Karina LeBlanc hielt in der ersten Halbzeit alles, was irgendwie zu halten war... oben gegen Inka Grings, unten gegen Kim Kulig Den zweiten Durchgang startete das deutsche Team dann gleich mit vier Wechseln, während die kanadische Elf erst einmal konstant blieb. An der Einseitigkeit des Spiels änderte sich aber gar nichts, eher schienen die neuen Spielerinnen frischen Wind ins deutsche Team zu bringen. Vor allem Melanie Behringer auf dem rechten Flügel sowie Celia Okoyino da Mbabi auf dem linken Flügel belebten das Angriffsspiel deutlich. Nachdem die wie meistens starke Bajramaj in der 53. Minute nach einem schönen Lauf noch Anja Mittag angespielt hatte, die dann von der kanadischen Abwehr abgeblockt wurde, machte "Lira" es eine Minute später selbst und hatte Glück, ihr Schuss rutschte LeBlanc durch die Beine ins Tor. ![]() Kanadas Innenverteidigerin Candace Chapman, hier gegen Anja Mittag, wirkte in einigen Spielszenen überfordert gegen die starken deutschen Angreiferinnen Damit war die sowieso schon einseitige Partie entschieden, und Deutschland drückte weiter. Okoyino da Mbabi verfehlte mit einer Volleyabnahme knapp das Tor, dann brachte Celia von links den Ball von der Grundlinie aus schön in den Rücken der kanadischen Abwehr, doch der von Ariane Hingst flach auf´s lange Eck gezielte Ball ging knapp vorbei. Nicht so jedoch ein Kopfballtorpedo der in der 65. Minute eingewechselten Alexandra Popp. Super angespielt von Behringer, ließ Popp der kanadischen Keeperin keine Chance. Behringer selbst erzielte dann das 4:0 mit einem Flachschuss, der nah am Pfosten ins kanadische Tor ging. Ein nicht ganz unhaltbarer Treffer, LeBlanc kam einfach zu langsam in die Ecke herunter. Nicht ganz sicher wirkte die vorher so starke LeBlanc dann auch beim 5:0, als Okoyino da Mbabi es aus |
größerer Entfernung von der Seite einfach mal versuchte und LeBlanc den möglicherweise auch als Flanke gedachten Ball ins eigene Netz klatschte. ![]() Torjägerin Inka Grings wurde vor dem Spiel als Fußballerin des Jahres 2010 ausgezeichnet und verteidigte damit ihren Titel aus dem Vorjahr. Von links im Bild: Bundestrainern Silvia Neid, Klaus Smentek (Chefredakteur des Fachmagazins kicker), Inka Grings und DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg
„Wenn die eigene Torhüterin die beste Spielerin deines Teams war, weisst du, wie stark der Gegner gespielt hat” meinte Carolina Morace hinterher. Bundestrainerin Silvia Neid war dann auch zufrieden mit der Leistung ihrer Spielerinnen, wies allerdings auch darauf hin, dass da schon noch die eine oder andere Schwäche zu sehen gewesen sei, einzelne Stockfehler, im Aufbau, unnötige Ballverluste, an manchen Stellen mangelnde Souveränität im Abwehrverhalten - und nicht vergessen sollte man auch die Chancenverwertung in der ersten Halbzeit. ![]() Das Dresdner Publikum zog wieder einmal voll mit und feierte das deutsche Team begeistert
Deutschland:
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