Nationalmannschaft(Un-) Glückliches UnentschiedenDeutschland - Japan 0:0 (0:0) | ||
Von ViolA 31.07.2009 Nach dem klaren Sieg gegen die Niederlande vom letzten Samstag erwarteten viele Zuschauer wohl eine ähnliche Dominaz der deutschen Mannschaft, doch Bundestrainerin Silvia Neid hatte nicht umsonst davor gewarnt den Gegner zu unterschätzen. Obwohl die deutsche Auswahl vor knapp einem Jahr bei den Olympischen Spielen mit 2:0 gewann und die Bronzemedaille abermals mit auf die Heimreise nahm, zeigte sich schon damals die technische Stärke der quierligen und schnellen Japanerinnen, mit der auch ihre Jugendmannschaften zu bestechen wissen. So bekamen die knapp 10.000 Zuschauer im Carl-Benz-Stadion in Mannheim bereits in den ersten Minuten einen Vorgeschmack von der Zweikampf- und Kombinationsstärke der Gäste. Die japanische Stürmerin Ayako Kitamoto setzte sich bereits in der fünften Minute gegen Ariane Hingst durch und wurde erst im letzten Moment von Torfrau Nadine Angerer gestoppt, die an diesem Tag deutlich mehr zu tun bekam als noch wenige Tage vorher. Auch die deutsche Mannschaft kam zu ihren Chancen, wußte diese jedoch das komplette Spiel über nicht zu nutzen. Entweder wurde der Ball vertendelt oder - wie z.B. in der sechsten Minute - an die Gegenspielerinnen verloren. "Die Japanerinnen haben uns das Leben schwer gemacht," bemerkte die Bundestrainerin. "Sie haben die Räume gut zugestellt und sich in den Zweikämpfen behauptet. Uns fehlte es insgesamt an der letzten Konsequenz" - auch was den Abschluss vor dem Tor angeht.
![]() Bianca Schmidt machte ein sehr gutes Spiel und bewies damit wieder einmal, dass sie eine echte Alternative auf der rechten Außenbahn darstellt. Verdient fährt sie nun zu ihrer ersten Europameisterschaft nach Finnland. Selbst Freistöße gingen weit über das Tor (8.) und Flanken oder Pässe fanden ein ums andere Mal keinen Abnehmer (9.). "Das muss einfach kommen, auch wenn wir das noch nicht explizit geübt haben," bemerkte |
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Nadine Angerer musste mehrfach eingreifen, um die Großchancen der Japanerinnen im letzten Moment zu unterbinden und damit eine Niederlage zu verhindern. | |
Silvia Neid nach dem Spiel. "Wenn wir so in Finnland spielen und keine Tore erzielen, fahren wir nach der Vorrunde wieder nach Hause." ![]() Shinobu Ohno sorgte mit ihren genauen Pässen in die Spitze für einige gefährliche Situationen der deutschen Hintermannschaft, ging aber auch immer wieder selbst mit nach vorne. Ein weiteres Problem war sicherlich die Anbindung der Abwehrkette an das Mittelfeld. "Das hat im letzten Testspiel deutlich besser geklappt. Wir wußten in der ersten Halbzeit nicht wohin wir spielen sollten." Dieses Problem versuchte die deutsche Auswahl schließlich durch lange Pässe in die Spitze zu lösen, dabei landete der Ball jedoch in den meisten Fällen beim Gegner. Kam er doch durch, so wurde es dann immerhin gefährlich für die gute agierende japanische Ersatztorhüterin Ayumi Kaihori, doch ein Tor wollte nicht fallen. Dies verhinderten an diesem Tage auf beiden Seiten auch mehrfach Posten oder Latte: Birgit Prinz setzte sich z.B. in der 32. Minute nach einer Vorlage von Inka Grings gegen ihre Gegenspielerinnen durch, hatte nur noch die Torhüterin vor sich, überwand auch diese und traf dann nur den Pfosten. Sympthomatisch war auch die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, die Silvia Neid bemängelte. "Wir haben den Ball zu lang behalten und sind ins Tempodribbling verfallen. Dabei haben wir das Abspielen vergessen und standen dann irgendwann völlig ungefährlich an der Eckfahne." Es schien, als wollten die Spielerinnen den |
Ball ein ums andere Mal ins Tor tragen. Kerstin Garefrekes scheiterte auf diese Weise zweimal im Alleingang an Kaihori. "Wir müssen konzentrierter spielen", lautet das Fazit. Es bleibt also noch einiges zu tun und es ist nicht mehr viel Zeit. Nur noch zwei Lehrgänge und das Testspiel gegen den EM-Teilnehmer Russland stehen auf dem Plan. Bleibt zu hoffen, dass die Mängel bis dahin ausgemerzt werden. Die Japanerinnen gingen aus den Zweikämpfen - wie hier gegen Simone Laudehr - meist als Sieger heraus.
Deutschland:
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