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Nationalmannschaft

Deutschland startet mit klarem Sieg in die Testspielserie

Deutschland - Niederlande 6:0 (4:0)

Von ViolA

26.07.2009 Die Marschroute war klar: Es sollten nicht nur möglichst viele Spielerinnen, sondern vor allem auch der bisherige Trainingserfolg getesten werden. Mit dem Ergebnis zeigte sich Silvia Neid nach dem Spiel dann auch einigermaßen zufrieden...

Dazu hatte sie auch allen Grund: Bereits ab der ersten Minute übernahm die deutsche Auswahl die Kontrolle über das Spiel und drängte die Niederländerinnen in die eigene Spielfeldhälfte, aus der sie nur selten heraus kamen. Nach einigen vergebenen Chancen wurde es dann nach einem Eckstoss von Melanie Behringer in der vierten Minute richtig brenzlig für die Gäste, als Linda Bresonik frei an den Ball kam. Torhüterin Loes Geurts musste zusammen mit einer Mitspielerin eingreifen um den Schuss in letzter Sekunde abzublocken. Nur eine Minute später parierte sie einen weiteren Schuss in höchster Not. In der neunten Minute musste sie jedoch schließlich hinter sich greifen: Birgit Prinz schoss nach einem Laufduell von der Torauslinie auf ihren Kasten und zwang sie zu einem Eigentor.

Inka Grings

Inka Grings machte ein gutes Spiel und sorgte zusammen mit Sturmpartnerin Birgit Prinz für einigen Wirbel in der niederländischen Abwehr.

Bild: Nora Kruse

Doch auch nach dieser frühen Führung ließen die Deutschen nicht im Mindesten nach und Geurts sah sich einer Angriffswelle nach der anderen gegenüber. Bereits wenige Sekunden darauf hätte es 2:0 stehen können, doch Inka Grings scheiterte noch an einer Niederländischen Abwehrspielerin. In der 16. Minute machte es die Duisburgerin dann besser und verwandelte einen langen Pass von Babett Peter zur 2:0-Führung. Danach zeigte Keeperin Geurts immer mehr Nerven: In der 18. Minute hatte sie einen Schuss von Kim Kulig aus dem Mittelfeld erst im Nachfassen sicher.

Kim Kulig

Youngster Kim Kulig durfte über die gesamten 90 Minuten ihr Können unter Beweis stellen und bildete zunächst mit Simone Laudehr, später mit Linda Bresonik ein solides und gefährliches Mittfeld. Immer wieder schaltete sie sich auch direkt mit in den Angriff und kam dabei auch selbst zum Abschluss.

Bild: Roland Baumann

Das Spiel der Gastgeberinnen zeichnete sich in der ersten Halbzeit vor allem durch eine hohe Laufbereitschaft, wie von einem guten Zusammenspiel und Teamgeist aus. Lediglich am letzten Pass nach vorne sowie dem Abschluss haperte es noch, wie auch Silvia Neid nach dem Spiel bemerkte. Diese Einheiten stehen jedoch erst in der nächsten Lehrgängen vor und nach dem Testspiel gegen Japan in Mannheim an.

Dieses Manko zeigte sich auch anhand einiger weiterer Chancen: Birgit Prinz setzte sich durch, lief frei Richtung Tor und passte Inka Grings zu, die anstatt direkt zu schießen, einen Moment zu lang zögerte und den Ball schließlich an drei Gegenspielerinnen verlor.


Deutsche Nationalmannschaft

Die Nationalmannschaft präsentierte sich beim Testspiel nicht nur im neuen Dress, sondern vor allem auch mit aufsteigender Form. Nach den verletzungsbedingten Pausen waren Kapitänin Birgit Prinz und Mannschaftskameradin Ariane Hingst wieder mit von der Partie. Auch Kerstin Stegemann erhielt in der zweiten Halbzeit die Chance sich zu beweisen.

Bild: Roland Baumann

Im Anschluss kamen die Niederländerinnen zu zwei Torschüssen, die jedoch erfolgreich von Ariane Hingst und Nadine Angerer abgewehrt wurden. Trotz der zwischenzeitlichen Entlastungsversuchen dominierte die deutsche Mannschaft das Spiel weiterhin nach belieben.

3:0 durch Melanie Behringer

Bei dem Freistosstor von Melanie Behringer zum 3:0 griff Niederlands Torhüterin Loes Geurts knapp am Ball vorbei.

Bild: Roland Baumann

Ein Freistoss von Melanie Behringer in der 37. Minute führte zum verdienten 3:0. Keeperin Geurts ahnte zwar die richtige Ecke, kam jedoch nicht mehr an den Ball heran. Direkt im Anschluss erhöhte Spielführerin Birgit Prinz nach einer Flanke von Kerstin Garefrekes, die ein gutes Spiel macht, per Kopfball auf 4:0. Kurz darauf wurde es noch einmal gefährlich für die deutsche Mannschaft. Ein Fehler bei der Ballannahme von Ariane Hingst hätte beinahe zum Gegentreffer geführt, doch Nadine Angerer rette die Situation.

4:0 durch Birgit Prinz

Hier köpft Birgit Prinz eine gegnerische Spielerin an, von derem Arm der Ball unhaltbar zum 4:0 ins Tor abprallt.

Bild: Roland Baumann

Nach der Pause kamen mit Kerstin Stegemann und Annike Krahn zwei feste Bausteine der Weltmeisterschaftsdefensive für Saskia Bartusiak und Kerstin Garefrekes ins Spiel. Doch auch im Tor wechselte die Bundestrainerin und ermöglichte es ihrer zweiten Torfrau Uschi Holl ein bisschen internationale Erfahrung zu sammeln. An den Spielanteilen änderte dies jedoch nichts und so führte ein Pass von Birgit Prinz auf Simone Laudehr zum 5:0 (57. Minute).

Nur zwei Minuten später verließen die beiden Stürmerinnen Prinz und Grings das Feld und Martina Müller sowie Celia Okoyino da Mbabi kamen in die Partie. Beide fügten sich schnell ein und setzten die Niederländerinnen weiter unter Druck. Ein Kopfball von Okoyino da Mbabi ging in der 85. Minute noch knapp am Tor vorbei, fünf Minuten später überwand sie die Torhüterin jedoch nach einer Vorlage von Martina Müller und traf zum 6:0-Endstand.


Niederlands Trainerin Vera Pauw bilanzierte nach dem Spiel, dass dieses Spiel genau zur richtigen Zeit gekommen wäre um an den Fehlern zu arbeiten. "Bei der Europameisterschaft stehen uns lauter solche Gegner gegenüber, daher war es gerade für unsere jungen Spielerinnen gut, auch vor so einer fantastischen Kulisse, gegen eine so starke Mannschaft zu spielen um Erfahrung zu sammeln."

Deutsche Nationalmannschaft

Die Mannschaft bedankte sich nach dem Spiel für die fantastische Kulisse im WM-Stadion.

Bild: Nora Kruse

Silvia Neid schloss sich an: "Die Stimmung war überwältigend. Wir haben uns sehr wohlgefühlt hier und ich bin mit dem Spiel auch für die frühe Phase unserer Vorbereitung sehr zufrieden. Die Spielerinnen standen in den letzten Tagen fünf bis sechs Stunden auf dem Platz, und dass war ihnen anzumerken. Wir waren in der zweiten Halbzeit zu sehr darauf bedacht nach hinten zu spielen und insgesamt zu freundlich. Das Ergebnis hätte deutlich höher ausfallen können, aber wir haben ja noch ein paar Lehrgänge vor uns, in denen wir weiter an uns arbeiten werden. Schließlich wollen wir die EM gewinnen und arbeiten sehr hart dafür. Wenn es nicht klappt, dann haben wir zumindest alles dafür getan."

Deutschland:
Angerer (45. Holl), Peter, Hingst, Bartusiak (45. Krahn), Bresonik, Garefrekes (45. Stegemann), Laudehr (77. Bajramaj), Kulig, Behringer, Prinz (59. Okoyino da Mbabi), Grings (59. Müller)

Niederlande:
Geurts, Bito, Meulen, Koster (71. Spitse), Hogowoning, Kiesel, Hoogendejk, Smit (72. van de Sanden), Melis, van den Ven (58. Pieëte), Stevens (58. de Ridder)

Tore:
1:0 Geurts (9. Eigentor)
2:0 Grings (37.)
3:0 Behringer (37.)
4:0 Prinz (39.)
5:0 Laudehr (57.)
6:0 Okoyino da Mbabi (90.)

Schiedsrichterin: Dr. Riem Hussein (Bad Harzburg)

Zuschauer: 22.537


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