U19-Nationalmannschaft

Wir müssen noch viel arbeiten bis zur EM!

Interview mit Maren Meinert

Von Nora Kruse und Tom Schlimme

5.7.2005    Maren Meinert, 92-fache Nationalspielerin, und während ihrer aktiven Laufbahn u. a. für den FFC Brauweiler und den FCR Duisburg aktiv, übernahm vor kurzem das Amt der U19-Nationaltrainerin von Silvia Neid, die ab August die A-Mannschaft trainieren wird. Am vergangenen Wochenende stand uns Maren Meinert für ein paar Fragen zur Verfügung.

FanSoccer: Unser Korrespondent Martin Kochem hatte nach dem U19-Länder- spiel am Mittwoch im Gespräch mit Ihnen den Eindruck, Sie seien noch recht unzufrieden gewesen mit Einsatz und Laufbereitschaft einiger Spieler- innen, wie sehen Sie das heute?

Maren Meinert: Es stimmt, dass wir mit der ersten Halbzeit nicht so zufrieden waren. Für uns ist es wichtig, immer wachsam zu bleiben. Wir haben eine gute Mannschaft, aber wir dürfen nicht zu selbstzufrieden sein. Insgesamt haben wir 5:0 gegen Norwegen gewonnen, das war ein guter Gegner und wir haben im ersten Spiel nach der Pause, die einige Spielerinnen hatten, eine gute zweite Halbzeit gespielt. Von daher sind wir ganz zufrieden - aber wie gesagt, wir müssen noch viel arbeiten bis zur EM.

Maren Meinert gibt Anna Blässe letzte Anweisungen vor dem Spiel gegen Norwegen

Bild: Volker Lieberum

Auch die Einwechselspieler- innen schienen sich gut in die Partie eingefügt zu haben, es gab überhaupt keinen Bruch im Spiel.

Ja, da muss ich den Spielerinnen auch ein Kompliment machen, sie haben sich wirklich gut eingefügt und haben auch selber noch ihre Aktionen gehabt. Das, was wir halt erwarten, dass man, wenn man reinkommt, noch mal Vollgas gibt und mutig spielt, keine Angst hat, Fehler zu machen, das ist auch so passiert.

Am Mittwoch hat Ulrike Ballweg assistiert. Ist das jetzt von Dauer?

Das ist für die EM. Nach der EM wird Bettina Wiegmann das übernehmen.

So wurde es im Vorfeld auch angekündigt, dabei soll es also bleiben?

Ja, aber Ulrike Ballweg kennt natürlich die Spielerinnen alle viel besser als ich, von daher ist sie mir eine große Hilfe und Stütze...

Der Übergang soll also flüssiger gemacht werden...

Genau, das soll ein glatter Übergang werden.


Maren Meinert (ganz links) während der Nationalhymne vor ihrem ersten Länderspiel als Trainerin der U19 am Mittwoch in Wetzlar

v.l.: Maren Meinert, Ulrike Ballweg, Arzt Stefan Paganini, Physiotherapeutin Maiken Birnbaum, Betreuerin Sabine Seidel, 15 Katharina Grießemer, 7 Katrin Schmidt, 16 Nicole Banecki, 18 Babett Peter, 4 Annika Niemeier, 1 Friederike Bittner, 17 Angelika Feldbacher

Bild: Volker Lieberum

Wie ist das, wenn die U20-WM eingeführt wird, sehen Sie das positiv oder negativ?

Ich halte es für positiv, noch einen großen Wettbewerb zu haben und den Spielerinnen damit ein bisschen mehr Zeit zu geben, sich an die jeweiligen A-National- mannschaften heranzuspielen. Ich glaube, wenn man im Alter von 19 oder 20 Jahren noch mal einen großen Wettbewerb hat, dann ist das genau zum richtigen Zeitpunkt.

Was passiert denn eigentlich mit der U21-National- mannschaft?

Gute Frage, die kann ich jetzt im Moment auch nicht beantworten.

Wie wurden Sie als Trainerin vom Team aufgenommen?

Eigentlich sehr gut, das war völlig unspektakulär. Ich habe am Anfang eine kurze Unterbrechung gemacht, mich vorgestellt - also das übliche - und wir sind dann auch schnell zur Tagesordnung übergegangen, das bedeutet auf den Trainingsplatz gegangen, und ich war sehr zufrieden mit den ersten drei Tagen.

Maren Meinert will mit der U19 bei der EM in Ungarn den Titel holen

Bild: Volker Lieberum

Ihre Zeit als Spielerin liegt ja noch nicht lange zurück. Hatten Sie in dieser Zeit Trainerinnen oder Trainer, bei denen sie etwas gelernt haben, was Sie jetzt auch selber anwenden?

Also das Witzige ist ja, dass das ein Mix aus verschiedenen Trainerinnen ist. Ich hatte unterschiedliche Trainer und Trainerinnen in meiner Laufbahn und ich hatte das Glück, die meisten davon auch über einen ziemlich langen Zeitraum zu haben. Ich denke mal, da steckt jetzt von jedem was drin.


Können Sie einen Namen nennen?

Also ich kann da wirklich keinen bestimmten Namen sagen, ich habe von allen Trainerinnen und Trainern, die ich hatte, etwas mitgenommen.

Maren Meinert im Interview beim Norwegenspiel

Bild: Volker Lieberum

Wie funktioniert das mit der Talentsichtung? Es sind ja Spielerinnen bis runter zur Verbandsliga in der U19, am Mittwoch zum Beispiel die Kerschowski-Zwillinge. Sie können ja aber schlecht überall hingehen, wo Verbandsligisten spielen, um Talentsichtung zu betreiben.

Wir haben ja die Länderpokale, wo wir sichten, also jeder Landesverband stellt seine Mannschaft, das fängt an mit dem U15-Länderpokal, dann gibt es den U18-Länderpokal, außerdem gibt es unter meiner Mannschaft ja die U15- und die U17-National- mannschaft. Von daher werden Talente bei uns schon früh gesichtet, wobei es natürlich auch immer Quereinsteigerinnen gibt. Es gibt auch einige Spielerinnen, die sind erst in der Bundesliga entdeckt worden. Das passiert aber immer weniger, eigentlich sichten die Landesauswahltrainer.

Wäre zum Beispiel Meike Weber nicht auch eine Kandidatin für die U19?

Auf jeden Fall, ich kenne Meike Weber ja auch schon von der U17, und sie spielt sehr häufig beim FFC Frankfurt, allein das ist natürlich schon eine Leistung. Man muss immer abwarten, wie sich die Leute entwickeln, aber wir haben mehrere Spielerinnen im Blick.

Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben!

Gern geschehen!


 Zur FanSoccer-Startseite