EM-QualifikationAbschiedsgala für Sandra SmisekSchweiz - Deutschland 0:3 (0:2) | ||
Text von Roland Baumann, 02.10.2008 Im letzten EM-Qualifikationsspiel gewann die deutsche Nationalelf gegen die Vertretung der Schweiz mit 3:0 Toren. Für Sandra Smisek war es eine Abschiedsgala. Martina Müller wartete bereits an der Außenlinie auf ihre Einwechslung, als Lena Goeßling die entscheidene Flanke brachte, die Sandra Smisek zu ihrem 34. und letzten Länderspieltor verwerten konnte. Danach verabschiedete sich die 31-Jährige nach 133 Einsätzen von der Nationalmannschaft. Das Spiel selbst begann schwungvoll. Bereits in der sechsten Minute kam Anja Mittag auf der rechten Seite zu einer ersten Chance, doch sie verfehlte das Tor. Eine Minute später versuchte es Melanie Behringer. Deren Schuss wurde zwar abgeblockt, traf aber dennoch die Latte. Die schweizer Nationaltorhüterin Marisa Brunner wäre chancenlos gewesen. Das deutsche Team dominierte das Spielgeschehen. Sobald schnelle Spielzüge vorgetragen wurde, wurde es auch gefährlich. In der 20. Minute war es dann soweit. Sandra Smisek nach einem schnellen Vorstoss von der Grundlinie auf Kerstin Garefrekes, die sich gegen ihre Gegenspielerin behaupten konnte und zum 0:1 traf. ![]() Dieser Schuss von Sandra Smisek fand zwar nicht den Weg ins Tor, dennoch war die scheidende Nationalspielerin ein Aktivposten in der deutschen Elf (Bild: Peter Clesle) Wenig später setzte sich Garefrekes erneut in Szene. Nach einem gelbwürdigen Foul von Noémie Beney an Simone Laudehr und dem daraus resultierenden Freistoß kommt sie im Strafraum in Ballbesitz. Bis sie jedoch den Ball unter Kontrolle gebracht hat, ist Marina Keller zur Stelle und kann den Schuss abblocken. Dass die Eidgenossinnen nicht ohne Chance waren, zeigte die 30. Minute. Bei einem Gegenangriff haute Annike Krahn über den Ball. Ramona Bachmann schwappte sich das Leder, doch ging der Schuss der 17-Jährigen Schwedenprofispielerin weit über das Tor. In der 33. Minute dann das 0:2. Laudehr bediente Behringer an der Strafraumgrenze, die im Stile einer Handballkreisläuferin die Lücke in der Abwehr suchte und fand. Kurz drauf zeigte Smisek wieder ihre Torgefährlichkeit. Nach schönen Zuspiel setzte sie sich auf der rechten Seite durch. Den ersten Schuss konnte Brunner noch abklatschen, den Nachschuss drosch Smisek dann ins Außennetz. In der 39. Minute entstand wieder Gefahr vor dem deutschen Tor. Ariane Hingst passte im Zweikampf mit Bachmann etwas knapp auf ihre Torhüterin, doch passte Nadine Angerer auf und leitete gleich ihrerseits einen gefährlichen Konter ein. Mit einem weiten Pass auf Smisek wurde die schweizer Abwehrreihen überwunden, aber auch die schweizer Torhüterin spielte gut mit und klärte mit einem Schuss ins Seitenaus. ![]() Die schweizer Torhüterin Marisa Brunner hatte oft alle Hände voll zu tun, wie hier gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Marina Keller (5) (Bild: Peter Clesle) Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte sich die deutsche Elf weniger dynamisch. Zwar kontrollierte sie nach wie vor das Spiel, doch lief alles viel statischer ab, sodass kaum mehr überraschende Spielzüge stattfanden. |
Bei der Auswechslung von Sandra Smisek stand die deutsche Mannschaft Spalier (Bild: Peter Clesle) | |
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Die gut postierten schweizer Abwehrreihen hatten wenig Mühe. Dafür wurde es in der 63. Minute für das deutsche Team brenzlig. Mit einem klugen Pass schickte Caroline Abbé ihre Sturmpartnerin Bachmann, die mit einem knallharten Schuss Nadine Angerer alles abverlangte. Weder Ariane Hingst, noch Babette Peter, die beide viel zu weit von Bachmann standen, konnten eingreifen. Mit der Einwechslung von Isabell Bachor und besonders Lena Goeßling wurde das deutsche Spiel wieder etwas gefälliger. So war es Lena Goeßling vorenthalten, in der 76. Minute Smiseks Abschiedsgeschenk mit einer Traumflanke vorzubereiten. Smisek brauchte nur den Kopf hinhalten, um Marisa Brunner zum 0:3 zu überwinden. Gleich darauf war für Frankfurterin Schluss. Im Spalier ihrer Teamkolleginnen verabschiedete sie sich von der Nationalmannschaft. Für sie kam Martina Müller ins Spiel, die auch bald ihre Chance bekommen sollte. In der 83. Minute wurde sie von Anja Mittag mustergültig im Strafraum bedient. Marisa Brunner im schweizer Tor hatte aber aufgepasst, geschickt den Winkel verkürzt und konnte so zur Ecke klären. Die Schweiz kam zwar in der Schlussphase noch zweimal zu Möglichkeiten, doch ging der Freistoß von Martina Moser aus der 84. Minute über das Tor und in der Schlussminute konnte Angerer vor der erst eingewechselten Nicole Schäpper klären. Letztlich blieb es beim verdienten 3:0 Sieg für die deutsche Elf, der gleichzeitig das Aus für die schweizer Mannschaft für die EM 2009 in Finnland bedeutete. ![]() Die einzige schweizer Sturmspitze Ramona Bachmann hatte es schwer gegen die deutsche Abwehr, hier hatte sie es mit Annike Krahn, Saskia Bartusiak und Simone Laudehr zu tun ... (Bild: Roland Baumann) ![]() ... dennoch prüfte sie, wie hier mit ihrer Schuss aus der 64. Minute, einige Male die deutsche Torhüterin Nadine Angerer (Bild: Roland Baumann) Silvia Neid war mit dem Spiel ihrer Mannschaft total zufrieden. Das Team habe das Spiel bis zum Schluss kontrolliert. Sie habe sehr gute Kombinationen gesehen, wenn auch der letzte Pass nicht immer genau genug gewesen sei. Sie freue sich, ohne Punktverlust die EM-Qualifikation geschafft zu haben und natürlich besonders über Sandra Smiseks Tor im heutigen Spiel. Es sei ein bewegender Moment, da sie selbst noch mit Sandra Smisek zusammen in der Nationalmannschaft gespielt hatte. Auf die Frage, ob nicht eine Spielmacherin fehle, meinte Neid: 'Das sehe ich nicht so, mit Simone Laudehr, Lena Goeßling, Melanie Behringer – die heute sehr gut spielte – und der heute verletzungsbedingt fehlenden Birgit Prinz stehen genügend Alternativen |
bereit.'
Da das Programm für die Nationalspielerinnen in letzter Zeit mit der WM 2008 und der Olympiade 2009 – beide Male gab es keine Sommerpause - sehr heftig war, möchte sie im Januar 2009 auf das Vier-Nationen-Turnier in China verzichten. Eine drohende Rücktrittswelle nach dem Weggang von Renate Lingor und Sandra Smisek sehe sie nicht. Sowohl Kerstin Stegemann, als auch Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes wollten auf jeden Fall bis 2011 mitmachen. ![]() Eine nette Geste unter ehemaligen Teamkolleginnen: Marisa Brunner und die ex-Freiburgerin Melanie Behringer (Bild: Peter Clesle)
Für Melanie Behringer, die in der vergangenen Saison noch für den SC Freiburg spielte, sind Spiele gegen die Schweiz immer etwas Besonderes. 'Wenn man hier spielt, bekommt man schon Heimweh'. Für ihre drei Ex-Kolleginnen Marisa Brunner, Martina Moser und Rahel Graf tut es ihr leid, dass sie die Teilnahme bei der EM 2009 verpasst haben. Mit der Mannschaftsleistung im heutigen Spiel in der ersten Halbzeit war sie zufrieden. In der zweiten Halbzeit habe das Team etwas nachgelassen. Zur Situation bei Bayern München meinte sie: 'Hier passt gerade alles, die Stimmung ist prima, die Leute halten toll zusammen und jeder geht voll motiviert ins Spiel'. Als Ziel der Saison habe man Platz 2 bis 3 ins Auge gefasst.
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