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EM-Qualifikation 2009Mit Glück die weiße Weste bewahrtNiederlande - Deutschland 0:1 (0:1) | ||
Von Nora Kruse
02.11.2007
Nur acht Minuten auf dem Feld: Kerstin Stegemann musste mit Verdacht auf einen Bänderriss ausgewechselt werden.
Die Holländerinnen begannen hochmotiviert, griffen den Gegner früh an, gingen ein enormes Tempo und schienen die DFB-Auswahl damit ein wenig zu
überrumpeln. Denn auch wenn von Sherida Spitses Distanzschuss nach drei Minuten noch keine ernsthafte Gefahr ausging, so war er dennoch der Auftakt einer
außerordentlich guten Leistung ihrer Mannschaft. Nach fünf Minuten fing Nadine Angerer eine Flanke von Sylvia Smit ab, kurze Zeit später segelte Karin
Stevens nur knapp an einer solchen vorbei. Es waren die Holländerinnen, die in der Anfangsphase das Spiel bestimmten, ohne dabei jedoch ihre Schwächen
verbergen zu können. Die wohl größte war, wie über die gesamte Partie, die Chancenauswertung. Doch auch zu diesem frühen Zeitpunkt wurde deutlich, dass
die „Oranjes“ Probleme hatten, die Bälle zu halten, und in Zweikämpfen zogen sie gegen die technisch überlegenen und erfahreneren deutschen Spielerinnen
ebenfalls meist den Kürzeren. Reaktion darauf waren viele schnelle, dadurch etwas planlos wirkende, Pässe, die nicht selten von der deutschen Abwehr
abgefangen wurden. |
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Mit dem zweiten Tor ihrer Karriere erlöste Annike Krahn die DFB-Auswahl.
Liesbeth Migchelsen und Birgit Prinz’ Privatbewacherin
Daphne Koster sehr gut organisiert war. Daher war die erste deutsche Chance nach 21 Minuten ein Freistoß von Melanie Behringer, der aus gut 30 Metern
jedoch problemlos von Torhüterin Loes Geurts abgefangen werden konnte. Vielleicht war diese Standardsituation schon ein Fingerzeig zum Führungstreffer,
der 15 Minuten später folgen sollte. Denn nachdem Deutschland die Schrecksekunde überstanden hatte, als Angerer den Schuss der frei vor ihr stehenden
Smit klären konnte, erzielte Annike Krahn in der 36. Minute den erlösenden Führungstreffer. Nach einem Freistoß von Behringer köpfte die Abwehrspielerin
unhaltbar für Geurts ein. Nur vier Minuten später war die holländischer Keeperin jedoch zur Stelle, als Sandra Minnert mit einem Freistoß die Mauer
umspielte.
Sie hielt die Abwehr zusammen: Liesbeth Migchelsen bot eine starke Leistung.
Die deutsche Mannschaft begann druckvoller und griff früher an, wodurch die Mannschaft von Vera Pauw in die Defensive geriet und große Probleme im
Spielaufbau bekam. Es sah zunächst aus, wie in vielen Spielen der deutschen Mannschaft, in denen der Gegner chancenlos wird, wenn der Weltmeister
den Druck erhöht. Doch was bei vielen Gegnern schon zum Einbruch geführt hatte, brachte die Holländerinnen nur kurzfristig aus dem Konzept, nach zehn
Minuten hatten sie sich wieder gefangen. Manon Melis setzte sich in der 55. Minute gegen die komplette deutsche Hintermannschaft durch und spielte auf
Smit, die aus spitzem Winkel jedoch nur das Außennetz traf. |
Auch wenn Schiedsrichterin Anna de Toni der deutschen Mannschaft in der 58. Minute einen Elfmeter versagte, als Anouk Hoogendijk Anja Mittag am Trikot
hielt, so konnte das nicht über die bis dato wenigen Chancen hinweg täuschen, denn die Mehrzahl gehörte den Holländerinnen, die über sich hinauszuwachsen
schienen und keine Anzeichen zeigten, konditionell einzubrechen. Die „Oranjes“ hätten ein Tor verdient gehabt, scheiterten jedoch an ihrer miserablen
Chancenauswertung: Annemieke Kiesel und Melis verfehlten den Kasten mit ihren Weitschüssen genauso wie Stevens nach Flanke von Karin Legemate. Und wenn
sie nicht an fehlendem Zielwasser scheiterten, dann an Angerer, die in der 76. Minute einen Aufsetzer von Melis parieren konnte.
Sandra Minnert hätte gerne einen Abschied in Deutschland gehabt, war dennoch dankbar für die "tollen Jahre" in der Nationalmannschaft.
Holland kämpfte bis zum Abpfiff, zeigte sich gut organisiert und ließ Prinz überhaupt nicht zur Entfaltung
kommen. Da man Mannschaften auch an ihrem Leistungsvermögen und ihren Voraussetzungen messen muss, war dieses Spiel für die kleine Frauenfußballnation
eine überzeugende Leistung gegen verständlicherweise müde wirkende
Weltmeisterinnen, sodass auch Steffi Jones den „Oranjes“ nur bescheinigen konnte, den „Ausgleich verdient gehabt“ zu haben.
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