![]() |
EM-Qualifikationsspiel A-NatioGalavorstellung am 'Deutschen Eck'Deutschland - Schweiz 7:0 (4:0) | ||
Text von Peter Henkel22.07.2007 Gleich drei Gründe gab es, zum Länderspiel ins Stadion auf dem Oberwerth nach Koblenz zu fahren. Zu aller erst ging es darum die Führung in der EM-Qualifikationsgruppe auszubauen, dann konnte man das deutsche Team ein vorletztes Mal vor der Abreise zur Weltmeisterschaft unter Wettkampfbedingungen beobachten und zu guter Letzt darf die Frauennationalmannschaft auf 25 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Aus letzterem Anlass hat der DFB auch alle Aktiven der ersten Stunde nach Koblenz eingeladen, die damals das erste Länderspiel an gleicher Stelle ebenfalls gegen die Schweiz bestritten. Bei einer Torbilanz von 52:2 aus 12 Spielen Toren für die Kickerinnen des DFB konnten die Zuschauer neben den drei Punkten auch ein torreiches Spiel erwarten. ![]() Dr. Theo Zwanziger unterstrich mit seiner Anwesenheit - trotz des Männerspiels in Wembley - einmal mehr den Stellenwert des Frauenfußballs im DFB. Als nach dem Anpfiff noch nicht alle Zuschauer ihren Platz eingenommen hatten, hatte bereits Sandra Smisek die Führung auf dem Fuß, nachdem sie von Kerstin Garefrekes an der Torraumlinie bedient wurde. Doch dies sollte nicht die letzte 100%-Chance sein, die vergeben wurde. Die Eidgenössinnen übten sich nicht in falscher Bescheidenheit und so war es Isabelle Meyer die in der siebten Minute die Gäste in Führung hätte bringen können. Doch Nadine Angerer war konzentriert und wehrte den harten Schuss ab. ![]() Kerstin Garefrekes gratuliert Sandra Smisek zum ersten Treffer. Später wird sie sich selbst noch dreimal in die Torschützenliste eintragen. Im Gegenzug bekamen die Zuschauer eine besonders kuriose Torszene zu sehen. Birgit Prinz trifft erst den langen Innenpfosten, im Nachschuss dann den kurzen Pfosten und dann spielt Kerstin Garefrekes im erneuten Nachschuss den Ball ein drittes Mal an den Pfosten. Wenig später waren es dann wieder die Gäste, die für Wirbel sorgten. Nicole Schäpper kann mit dem Ball gefährlich nahe an das deutschen Tor vordringen, doch diesmal geht Linda Bresonik in letzter Sekunde dazwischen.
Hatte Sandra Smisek in den Anfangsminuten noch etwas unglücklich agiert, so bereitete sie nach einer viertel Stunde ihr eigenes Tor vor. Ein weiter Pass von der Mittellinie auf ihre Vereinskollegin Birgit Prinz, wird von dieser nach vorne getragen und dann wieder an die nach vorne gelaufene Smisek zurück gespielt. Als der Ball im Netz landete, hatte der Jubel bei der Torschützin auch viel Erlösendes. Die schweizer Schlussfrau musste zwei Minuten später noch einmal hinter sich greifen. Diesmal hatte Birgit Prinz von der Grundlinie den Ball zu Melanie Behringer gespielt, die aus vollem Lauf zum 2:0 verwandelte. Als hätte das schweizer Aluminium noch nicht genug gelitten, setzte Simone Laudehr in der 22. Minute einen drauf und trifft, nachdem sie sich in aller Ruhe die Lücke in der Abwehr gesucht hat, den Innenpfosten. |
![]() Marisa Brunner (Mitte) musste an diesem Tag sehr oft hinter sich greifen. Bei ihr lauern Anja Mittag und Prisca Steinegger.
| |
In der 31. Minute war Fortuna wieder auf Seite der Gäste, als Behringer eine gute Möglichkeit nach Vorarbeit von Prinz vergibt. Kurz danach war das Glück aber aufgebraucht. Ariane Hingst schickt auf der rechten Seite Kerstin Stegemann nach vorne. Die Außenverteidigerin flankt nach innen, wo Birgit Prinz zum dritten Treffer für Deutschland bereit steht. ![]() Melanie Behringer macht das 2:0. Marissa Brunner und Franziska Schärer sind ohne Chance.
Prinz ist kurz darauf erneut an einem Tor beteiligt, als sie Garefrekes zentral vor dem Tor anspielt. Die kommt nicht mehr an den Ball, doch in der Verlängerung steht Behringer bereit und macht das 4:0. Dies ist dann auch das Ergebnis, was die Teams in der Pause mit in die Kabine nehmen. Nach der Pause dominierte die Elf von Silvia Neid das Spiel noch stärker als davor. So hätte war eigentlich in der 49. Minute der nächste Treffer fällig, als Birgit Prinz die vor dem Tor freistehende Melanie Behringer anspielt. Die kann den Ball nicht sofort unter Kontrolle bringen, so dass Franziska Schärer noch Zeit findet sich in den Weg zu stellen. Nach erneutem Zuspiel durch Prinz setzte Kerstin Garefrekes zu einem Hattrick an. Bei diesem 5:0 wirkte Marisa Brunners Abwehrversuch etwas unglücklich. Neun Minuten später läuft Prinz nach einem Anspiel von Smisek unbehelligt bis an die Grundlinie und spielt den Ball an zwei Schweizerinnen vorbei zu Kerstin Garefrekes, die nur noch den Fuß hinhalten muss um das 6:0 zu machen. In den nächsten Minuten tümpelte das Spiel bei einsetzendem Nieselregen vor sich hin. Das Team von Beatrice von Siebenthal hatte Kräfte gelassen und war zu keinen nennenswerten Angriffen mehr fähig, bei den Deutschen kam es vermehrt zu Unkonzentriertheiten. Birgit Prinz (hier mit Rahel Graf) war ohne Zweifel die Spielerin des Tages.
Ein wenig Spannung entstand eine viertel Stunde vor Schluss, als Melanie Behringer der Verteidigerin Franziska Schärer tief in der eigenen Hälfte den Ball abluchst und der eingewechselten Anja Mittag zuspielt. Mittag muss sich drehen und schießt den Ball aus kurzer Distanz am kurzen Pfosten vorbei ins Aus.
|
In der 87. Minute gelang Ramona Bachmann völlig überraschend dann beinahe der Ehrentreffer. Doch die
Linienrichterin erkannte die Abseitssituation. ![]() Ramona Bachmann war einer der wenigen Lichtblicke im Kader aus der Schweiz.
Die Fans waren am Ende, insbesondere aufgrund der ersten Halbzeit, gut unterhalten. Die Schweizerinnen
zeigten in de ersten 20-30 Minuten ein durchaus couragiertes Spiel, wobei hier die Leistung von Ramona
Bachmann hervorgehoben werden kann. Auf deutscher Seite war man am Ende mit dem Ergebnis zufrieden.
Auffällig war die Leistung von Birgit Prinz, die bei fast allen Toren entscheiden beteiligt war und sich
auch im Mittelfeld mit Balleroberungen hervor tat. Weniger erfreulich war das Vergeben zahlreicher
Torchancen.
Deutschland | |