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Algarve Cup 2012

Crazy Final - Deutschland gewinnt Algarve Cup 2012

Finaltag des XIX. Algarve Women's Football Cup

08.03.2012
Bericht von Marion Kehren

Nach sieben Turniertagen ging mit dem gestrigen Spieltag der Algarve-Cup zu Ende und die DFB-Elf sicherte sich nach 2006 zum zweiten Male den Turniersieg. Die Fans und Zuchauer erlebten einen Fußball-Wettstreit mit vielen interessanten Begegnungen, Mannschaften die sich meist recht fannah zeigten. Vom organisatorischen Teil her ist jedoch dringend Verbesserungsbedarf notwendig.


So sehn Sieger aus! Deutschland gewinnt zum zweiten Mal nach 2006 den Algarve Cup (Foto: Marion Kehren)


Alex Morgan Linda SembrantAm letzten Spieltag mussten alle Mannschaften noch einmal ran, denn anders als bei anderen Turnieren werden an der Algarve alle Platzierungen ausgespielt. So trafen die Ungarinnen auf Irland, Portugal auf China, Wales auf Norwegen und Island auf Dänemark  bereits vormittags aufeinander. Das Highlight unter den Vormittagsspielen war aber unbenommen das Spiel um Platz drei zwischen den USA und Schweden. Die Schwedinnen, die sich im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland äußerst schwach präsentierten, hatten bei der WM im letzten Jahr aber bereits einmal bewiesen, dass sie die Amerikanerinnen schlagen können. Heute jedoch schien erneut kein guter Tag für das Team von Thomas Dennerby zu sein, denn bereits kurz nach Anpfiff der Partie traf Alex Morgan zum 1:0. Die Elf um Cheftrainerin und Schwedin Pia Sundhage präsentierte sich kämpferischer und war der Drei-Kronen-Elf deutlich überlegen. Am Ende kassierten die Schwedinnen noch drei weitere Tore (2x Alex Morgan, 1x Abby Wambach) und mussten sich zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen mit einem 4:0 geschlagen geben. Mit diesem Sieg endete das Turnier für die US-Girls mit einem versöhnlichen dritten Platz, mit dem die Mannschaft, die sich ebenso wie einige andere verjüngen muss, zufrieden sein kann.

Eine bittere Pille schlucken mussten im Finalspiel allerdings die Deutschen Fans in der Heimat, denn die versprochene Übertragung auf Eurosport viel ins Wasser. Die japanische Live-Übertragung zwang die Organisatoren zur Spielansetzung um 13:10Uhr und nicht wie von Eurosport geplant auf 17Uhr. Dementsprechend bockig reagierte der Privatsender und warf die versprochene Liveschaltung ganz aus dem Programm und widmete sich lieber der Biathlon WM in Ruhpolding …sehr zum Missfallen der Frauenfußballliebhaber.


Das Finale war ein Wiedertreffen alter Bekannter, die bittere Niederlage gegen Japan im WM-Viertelfinale dürfte noch jedem im Gedächtnis herumschwirren. Nationaltrainerin Silvia Neid musste neben den Verletzten Nadine Angerer und Fatmire Bajramaj noch auf Linda Bresonik verzichten, die sich eine Adduktorenverletzung zugezogen hatte. In der Anfangsphase entwickelte sich ein munteres Spielchen in Richtung japanisches Tor. Die Deutschen agierten gut und führten nach 22. Minuten bereits mit 2:0 durch Tore von Dzsenifer Marozsan und Celia Okoyino da Mbabi. Der Anschlusstreffer der quirligen Japanerinnen ließ nicht lange auf sich warten und so war es Nahomib Kawasumi vorbehalten aus kürzester Distanz einzunetzen. Aber danach ließen die Kräfte bei beiden Teams, nach der anstrengenden Trainingswoche, merklich nach und die Partie wurde mächtig zähflüssig.

Auch nach dem Wechsel funktionierte nicht mehr viel im Spiel der Deutschen. Silvia Neid musste reagieren und brachte Bartusiak, Popp und Huth für Gößling, Maroszan und Mittag. Doch genau in dieser Phase fiel der 2:2 Ausgleichstreffer durch Asuna Tanaka. Erst kurz vor Ende der Partie blies die DFB-Elf zur Schlussoffensive. Ein Foul im Strafraum an Bianca Schmidt sorgte für den erhofften Pfiff und da Mbabi verwandelte den fälligen Strafstoß zur 3:2 Führung, die aber im direkten Gegenzug der Nadashikos zunichte gemacht wurde. Ausgerechnet die für Turbine Potsdam spielende Yuki Nagasato sorgte mit ihrem Treffer für den 3:3 Ausgleich. In der ersten Minute der Nachspielzeit sorgte ein sehenswerter Seitfallzieher von da Mbabi für die erneute Führung zum 4:3 Endstand. Danach war erst einmal Feierstimmung angesagt und auch Silvia Neid zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz recht zufrieden. Allerdings gab sie auch zu bedenken, dass noch viel Arbeit vor der Mannschaft liegt. „Wir haben im nächsten Jahr ein großes Turnier zu bestreiten und in diesem wollen wir möglichst weit kommen. Japan hat heute gezeigt, dass sie nicht zu Unrechte Weltmeister geworden sind. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie bei den Olympischen Spielen eine Medaille mit nach Hause nehmen werden.

Für die Algarve-Cup Fans steht fest: Nächstes Jahr wieder! Allerdings wäre es schön, wenn die Stadien a) nicht so weit auseinander liegen würden und b) auch die Partien nicht alle zeitgleich angepfiffen werden würden. Während manche Stadien im kleinen Rahmen einen familienähnlichen Fancharakter entwickelten, fehlte es dafür u.a. auch im Finale an Getränken und kleinen Snacks, es war schlichtweg nichts vorhanden. Ebenso war auch der Informationsfluss in den Hotels kaum vorhanden, da die Informationstafel nach dem ersten Spieltag nicht mehr aktualisiert wurde. Dennoch zeigt sich der Algarve-Cup als kleiner Event mit Fannähe.

Platzierungen

1. Deutschland
2. Japan
3. USA
4. Schweden
5. Dänemark
6. Island
7. Norwegen
8. Wales
9. China
10. Portugal
11. Irland
12. Ungarn






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