Von Roland Baumann (Text u. Fotos)
09.03.2009
Zwei skandinavische Duelle in einem Stadion. Der zweite Spieltag ließ im Estádio Municipal von Lagos auf Spitzenfußball hoffen, schließlich folgte
auf die Partie zwischen Schweden und Finnland direkt im Anschluss Norwegens Auftritt gegen Dänemark. Doch was als verheißungsvoller Tag begann, entpuppte
sich schnell als fußballerische Magerkost.
Mit Svensson kam die Wende
Viele herausragende Spielerinnen hat Schweden in der Vergangenheit hervor gebracht, doch vom alten Glanz schwedischer Fußballkunst war in der Begegnung
gegen Finnland nicht mehr viel zu sehen. Im Gegenteil: in einer ereignisarmen Partie sorgten die wenigen finnischen Torschüsse für weit mehr Gefahr.
Bereits in der dritten Minute zog Laura Österberg Kalmari aus 16 Metern ab, ihr Schuss verfehlte den Kasten von Hedvig Lindahl nur knapp. Schweden
konnte erst nach einer Viertelstunde für ein erstes Lebenszeichen sorgen. An der rechten Strafraumecke trat Louise Fors zum Freistoß an, doch auch der
Schuss der Mittelfeldspielerin von AIK fand sein Ziel nicht.
Es ging mit dem 0:0 in die Halbzeit, und die zweite Hälfte knüpfte nahtlos an die ersten 45 Minuten an. Beide Mannschaften überboten sich förmlich in
harmlosen Aktionen, die kaum Strafraumszenen zuließen. Dennoch jubelten die Finninnen neun Minuten nach Wiederanpfiff – wenn auch nur kurz. Nach einem
Eckball landete der Ball aus einem Getümmel im Strafraum im schwedischen Tor – Schiedsrichterin Estela Alvarez de Oliveira entschied jedoch auf
Stürmerfoul.
Auf schwedischer Seite war in der Folgezeit die ordnende Hand von Victoria Svensson zu spüren. Die Stockholmerin wurde zur zweiten Hälfte eingewechselt,
doch wirklich zwingend waren auch ihre Vorstöße nicht. Dennoch war es der 31-jährigen Mittelfeldspielerin vorbehalten, in der 75. Minute für die
Entscheidung zu sorgen. Nach einem Eckball traf Svensson per Kopf zum 1:0-Endstand.
Schweden
Hammarström – Segerström, Ölander, Niilsson (Thunebro, 64.), Sembrandt, Fors, Aslani (Jörgan, 55.), Fischer, Dahlkvist (Seger, 64.), Lindén
(Svensson, 55.), Edlund (Landström, 55., Paulson 80.)
Finnland
Korpela (Meriluoto, 90.) – Valkonen, Niemi, Salmén, Saari, Julin, Sainio (Lehtinen, 74.), Rantanen (Westerlund, 66.), Puranen (Nokso-Koivisto, 89.)
Österberg-Kalmari, Sjölund (Talonen, 74.)
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1:0 für Schweden - der Kopfball von Victoria Svensson (2.v.l.) war das einzige Highlight der Partie.
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Norwegen erneut punktelos
Wer nach der überraschenden 1:3-Niederlage Norwegens gegen Island mit Wiedergutmachung des Weltmeisters von 1995 gerechnet hatte, wurde enttäuscht.
Stattdessen waren es die Däninnen, die mit einem verdienten 2:0-Sieg ihre Chancen auf eine vordere Platzierung beim Algarve Cup wahrten. Durch einen
knappen 1:0-Erfolg der US-Auswahl gegen Island wird Dänemark nach zwei Finalteilnahmen in Folge in diesem Jahr zwar nicht mehr ins Endspiel einziehen
können. Dennoch hat die Mannschaft von Trainer Kenneth Heiner-Møller mit einem Sieg gegen Island noch die Möglichkeit um Platz drei zu spielen.
Potsdams Leni Larsen-Kaurin (l.) war auf der rechten Seite sehr engagiert, sorgte jedoch bei den Däninnen um Merete Pedersen für zu wenig Gefahr.
Die Partie zwischen Norwegen und Dänemark war zwar durchaus umkämpft, besonders die Flügelangriffe waren sehenswert. Doch die Pässe kamen meist viel zu
ungenau, um Überraschungsmomente und Torchancen erwirken zu können. Vielleicht trug auch der starke Wind dazu bei, dass kein richtiger Spielaufbau
zustande kam. Die Bälle flogen weit – meist zu weit und landeten hinter der Torauslinie.
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Vorbei an vielen Abwehrbeinen: Katrine Pedersen trifft zum 2:0.
So war es ein Fehler der allgemein unsicheren Solfrid Andersen im eigenen Strafraum, der in der zehnten Minute den dänischen Führungstreffer
herausforderte. Johanna Ramussen schaltete am schnellsten, schnappte sich den Ball und zog zum 1:0 ab. Während die Norwegerinnen kein Mittel fanden,
Dänemark ernsthaft in Bedrängnis zu bringen, erzielte Katrine Pedersen fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit das 2:0. Die dänische Spielführerin
überraschte den Gegner mit einem 25-Meter-Schuss, der den Weg durch die norwegische Abwehr fand.
Dänemark
Viskaer – Katrine Pedersen, Örntoft, Marianne Pedersen, Hansen (Knudsen, 70.), Sörensen (Madsen, 45.), Sand, Johanna Rasmussen (Bjerg, 70.),
Troelsgaard (Christiansen, 84.), Rydahl-Bukh (Olsen, 45.), Merete Pedersen (Nadim, 45.)
Norwegen
Hjelmseth – Andersen, Lund, Rönning (Huse, 82.), Akerhaugen, Stensland, Giske, Johansen (Gulbrandsen, 60.), Schjelderup (Lie, 60.),
Kaurin (Isaksen, 60.), Wiik
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