Text von Jens Wolter
Fotos von Beate Wolter
12.3.2008
Ein sehr defensiv eingestelltes deutsches Team erkämpfte sich den Einzug ins Spiel um den 3. Platz des diesjährigen Algarve-Cups.
Während der gesamten ersten Halbzeit agierte Deutschland sehr vorsichtig und war bei schwedischem Ballbesitz nur auf Torsicherung bedacht. Zwei massive Viererketten zogen sich sofort vor den eigenen Strafraum zurück. Das Umschalten auf Angriff bei eigenem Ballbesitz war sehr schwerfällig und zudem von Konzentrationsmängeln geprägt, die zahlreiche Missverständnisse und Fehlpässe bewirkten.
 Schwedens Spielmacherin Victoria Svensson blieb heute fast wirkungslos. Hier wird sie von Kerstin Stegemann in Schach gehalten
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Schweden zeigte eine gute Raumaufteilung, ging aggressiver und konzentrierter in die Zweikämpfe und störte das deutsche Aufbauspiel sehr geschickt. Trotz einer leichten optischen Überlegenheit der Schwedinnen neutralisierten sich beide Teams insgesamt weitgehend und echte Torszenen blieben Mangelware.
 Simone Laudehr (rechts) hatte es nicht leicht gegen die robusten Schwedinnen, hier Nilla Fischer
Die bemerkenswerteste Szene der Schwedinnen ergab sich bereits in der 3. Spielminute, als Silke Rottenberg der ballführenden Schwedin bis an die Strafraumgrenze entgegen kam, den Ball jedoch nicht in ihren Besitz bringen konnte und die Angreiferin - mit Unterstützung ihrer Abwehrspielerinnen – mitsamt Ball ins Seitenaus drängen musste, um die Gefahr für das leere deutsche Tor zu bannen.
Die einzige echte Torchance der Deutschen, die auch tatsächlich zur Führung genutzt wurde, ergab sich in der 25. Minute nach einer kurzen Spielunterbrechung zur Behandlung einer schwedischen Spielerin. Der anschließende Einwurf kam zu Birgit Prinz, die den Ball an den rechten Rand des schwedischen Strafraums spielte, wo Sandra Smisek sich freigelaufen hatte. Smisek konnte mit dem Ball völlig ungehindert auf Schwedens Torfrau Kristin Hammarström zulaufen, behielt die Nerven und lupfte den Ball zum 1:0
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Wieder einmal an beiden deutschen Toren beteiligt: Birgit Prinz, hier gegen Nilla Fischer, bereitete das Führungstor durch einen genialen Pass in den Lauf von Sandra Smisek vor und verwandelte später einen Foulelfmeter zu ihrem 120. Länderspieltor
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ins lange Eck.
Weitere nennenswerte Szenen ergaben sich bis zur Pause nicht mehr.
In der Halbzeitpause hatte Bundestrainerin Silvia Neid erkennbar die Order ausgegeben, sich von den Schwedinnen nicht mehr so weit zurück drängen zulassen und durch ein zweites Tor selber die Entscheidung herbei zu führen. Das deutsche Team spielte nun deutlich offensiver als in der ersten Hälfte und suchte den Weg vors schwedische Tor. In der 49. Minute konnte Birgit Prinz bei einem Konter von der schwedischen Abwehr gerade noch an der Strafraumgrenze gestoppt werden. Nach dem anschließenden Einwurf kam der Ball zu Isabel Bachor, deren Schuss jedoch abgeblockt wurde. Renate Lingors Nachschuss ging knapp über das Tor.
 Sara Thunebro verfolgt von Isabell Bachor
Die 58. Minute brachte eine dramatische Szene vor dem deutschen Tor: Silke Rottenberg konnte den Ball knapp vor der heranstürmenden Jessica Landström abfangen, wurde dabei jedoch am Kopf getroffen und musste behandelt werden. Rottenberg setzte das Spiel zwar anschließend fort, wurde aber in der 73. Minute sicherheitshalber durch Nadine Angerer ersetzt.
Kurz vor Ende der Partie offenbarte sich wieder einmal, wie dicht Erfolg und Misserfolg im Fußball zusammen liegen können. In der 85. Minute stolperte die bis dahin fehlerfreie Annike Krahn 20 Meter vor dem eigenen Tor den Ball Johanna Almgren vor die Füsse, die darauf hin frei auf Nadine Angerer zulaufen konnte, ihren Schuss jedoch knapp links am deutschen Gehäuse vorbei zielte. Aus dem anschließenden
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Torabstoß entwickelte sich ein Konter über Petra Wimbersky, die im schwedischen Strafraum von Keeperin Hammarström am Fuß gepackt wurde, wodurch sie zwar nicht zu Fall kam, aber so sehr ins Stolpern geriet, das die klare Einschussmöglichkeit vertan war. Die Aktion wurde mit einem Strafstoß für Deutschland geahndet, der von Birgit Prinz sicher zum 2:0 Endstand verwandelt wurde.
Im Ergebnis hatte Deutschland zwar kein wirklich schönes, aber ein sachlich-ergebnisorientiertes Spiel abgeliefert und sich die Möglichkeit erkämpft, das Turnier noch als Drittplatzierter abzuschliessen.
 Analyse nach dem Spiel: ZDF-Expertin Steffi Jones, Bundestrainerin Silvia Neid und Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein
Deutschland:
Rottenberg (73. Angerer) – Stegemann, Krahn, Hingst, Peter – Bachor (78. Wimbersky), Lingor (78. Gößling), Laudehr, Behringer – Smisek (87. M. Müller), Prinz
Schweden:
Hammarström – Paulson, Larsson (71. Östberg), Rohlin, Thunebro – Seger, Svensson (59. Öqvist), Sjögran (71. Almgren), Fischer – Landström (59.Aronsson), Ljungberg (77. Nordin)
Tore:
1:0 Smisek (25.)
2:0 Prinz (86.FE)
Gelbe Karte: Larsson
Schiedsrichterin: Kirsi Savolainen (Finnland)
Zuschauer: 300 (Vila Real Sto. Antonio)
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