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Algarve Cup 2008, Finale

Der Favorit wankte kurz, fiel aber nicht

Dänemark - USA 1:2 (1:1)

Von Jens Wolter

17.03.2008

Nur in der Viertelstunde zwischen Ausgleich und Halbzeitpause konnte Dänemark davon träumen, als Sieger vom Platz zu gehen und damit Revanche für das Vorjahresergebnis (0:2) zu nehmen. Das zweite amerikanische Tor zu Beginn der zweiten Spielhälfte stellte aber den sechsten Turniersieg der USA sicher.

Dänemark begann das Spiel sehr vorsichtig, es war klar erkennbar, dass man den USA nicht ins offene Messer laufen wollte. Nach nur 14 Minuten war dieses Vorhaben aber bereits gescheitert, als die dänische Abwehr sich bei einer Ecke von Carli Lloyd einen Moment des kollektiven Tiefschlafes gönnte und Natasha Kai keine Mühe hatte, per Kopf das 1:0 zu erzielen. In der 20. Minute hatte dann Lindsey Tarpley die Möglichkeit, aus etwa 18 Metern das Ergebnis zu erhöhen, zielte aber knapp links neben das Tor.
Die dänischen Spielerinnen ließen sich von dem relativ frühen Rückstand keineswegs entmutigen, sondern gingen nun energischer in die Zweikämpfe, störten das amerikanische Aufbauspiel und orientierten sich selber in Richtung des amerikanischen Tores. In der 30. Minute konnte Lori Chalupny noch gerade vor der einschussbereiten Merete Pedersen retten, aber wenige Sekunden später war der Ball wieder im amerikanischen Strafraum und diesmal konnte Cathrine Sørensen aus einem Gewühl heraus den 1:1 Ausgleich erzielen.

Cathrine Paaske-Sørensen sorgte für ein kleines Ausrufezeichen, zu mehr reichte es jedoch nicht.

Foto: Nora Kruse

In den folgenden 15 Minuten erkämpften sich die Däninnen eine leichte Feldüberlegenheit und hätten mit einem zweiten Treffer das Spiel kippen können, aber ihre zahlreichen gewonnenen Zweikämpfe dieser Phase führten nicht zu weiteren Tormöglichkeiten. Im Gegenteil gaben die Amerikanerinnen, die vom Ausgleich und dem Auftrumpfen des dänischem Teams spürbar geschockt waren, der dänischen Torfrau Heidi Johansen


Wie so oft war es Abby Wambach, die der dänischen Abwehr einen Schritt voraus war und die Entscheidung erzielte.

Foto: Roland Baumann

durch gefährliche Schüsse von Tarpley in der 34. Minute und Stephanie Cox in der 36. Minute Gelegenheit, sich durch zwei Paraden auszuzeichnen. Ohne Entscheidung ging es dann in die Pause.
Wenige Minuten nach Wiederanpfiff fiel der Siegtreffer durch Abby Wambach, die nach einer Serie von Zweikämpfen von der rechten Seite in den Strafraum eingedrungen war. Mehrfach wirkte dabei die Situation bereits geklärt, aber immer wieder fiel ihr der Ball quasi vor die Füße und brachte ihr einige Meter Raumgewinn, bis sie schließlich in Schussposition war und den Ball in der 49. Minute souverän ins lange Eck beförderte. In der folgenden halben Stunde hielten die Däninnen zwar weiterhin tapfer dagegen, aber die Torchancen fanden sich auf Seiten der USA. So traf beispielsweise in der 57. Minute Chalupny aus etwa 20 Metern das linke Außennetz.
Die 63. Minute sah man die einzige wirklich unschöne Szene des Spiels, in der Lindsey Tarpley mit gestrecktem Bein gegen Torfrau Heidi Johansen vorging, die den Ball bereits sicher in den Händen hielt. Anschließend wäre es beinahe zu Tätlichkeiten zwischen Johansen und Tarpley gekommen und Schiedsrichterin Tanja Schett hatte alle Mühe, die Gemüter wieder zu beruhigen.
In der 65. und 66. Minute hätte jeweils die endgültige Entscheidung zugunsten der USA fallen können, aber der Schuss von Tobin Heath traf nur den rechten Pfosten des dänischen Tores und eine Minute später kam Wambach einen Schritt zu spät, um eine Hereingabe zu versenken.
In der Schlussviertelstunde gingen Dänemark trotz einer Dreifacheinwechslung in der 75. Minute spürbar die Kräfte aus. Trotz weiterer Angriffsbemühungen bis in die Nachspielzeit hinein gelang es dem dänischen Team nicht mehr, eine Verlängerung zu erzwingen oder dem Spiel gar eine Wende zu geben.
Beide Mannschaften lieferten ein sehenswertes Spiel ab, das die USA dank der zahlreicheren und


klareren Torchancen verdient für sich entscheiden konnten.

Nicht nur hier vor dem Gegner am Ball - Torhüterin Heidi Elgard Johansen machte ein sehr gutes Spiel

Foto: Roland Baumann

Statistik

Dänemark
Johansen - Ørntoft, K. Pedersen, Falk Hansen (75. Bjerg), Olsen (75. Hovesen) - Knudsen, Sand (75. Røddik Hansen), Sørensen, Rasmussen (89. Nielsen) - With Pape (53. Madsen), M. Pedersen

USA
Solo - Cox (72. Buehler), Rampone, Markgraf, Chalupny - Tarpley (77. Woznuk), Osborne, O`Reilly (46. Heath), Lloyd (35. Hucles) - Kai (81. Rodriguez), Wambach (88. Cheney)

Tore
0:1 Kai (14.)
1:1 Sørensen (30.)
1:2 Wambach (49.)

Gelb: Cox

Schiedrichterin
Tanja Schett (Österreich)

Zuschauer ca. 200

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