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Algarve Cup 2007

Ergebnisse erwartet

Die Vorstellung der Gruppen A und B

Von Nora Kruse (Text u. Bilder)

02.03.2007

Beim Vier-Nationen-Turnier in China ging es Bundestrainerin Silvia Neid nicht um die Platzierung, sondern um Eindrücke, die sie von ihrer Mannschaft sammeln wollte. Für den Algarve Cup ist die Zielsetzung der 42jährigen Fußballlehrerin jedoch eine andere: „Jetzt erwarte ich Ergebnisse.“

Da das deutsche Team nahezu in Bestbesetzung anreist und erfahrene Spielerinnen, wie Birgit Prinz und Renate Lingor, wieder im Kader stehen, kann es für die Schützlinge von Silvia Neid auch keine andere Parole geben. Dennoch steht die Vorbereitung für die Weltmeisterschaft im September im Vordergrund. „China hat gezeigt, dass unsere Abwehr schon ganz gut steht, uns im Spiel nach vorne aber die Kaltschnäuzigkeit fehlt. Da müssen wir unser Spiel verfeinern.“ Gegen keinen verfeinert es sich so gut, wie gegen starke Gegner, und die bietet der Algarve Cup seit dreizehn Jahren nahezu in Monopolstellung.
So bekommt es Deutschland in seiner Gruppe mit Vize-Europameister Norwegen, WM-Teilnehmer Dänemark und den Französinnen zu tun. Gegen alle drei Mannschaften hat das deutsche Team eine positive Spielbilanz und ist auch in diesem Jahr Top-Favorit auf den Gruppensieg und den damit verbundenen Finaleinzug.

Uschi Holl

Steht vor ihrem ersten Länderspiel: Uschi Holl

Die Norwegerinnen konnten im vergangenen Jahr als erste Mannschaft ihre WM-Qualifikation unter Dach und Fach bringen und dürften der schwerste Gruppengegner für die Deutschen sein. Seit einigen Monaten können sie wieder auf ihr Mittelfeldgenie Solveig Gulbrandsen zählen, das im vergangenen Jahr wegen Schwangerschaft pausieren musste.
Schwieriger dürfte der Gruppensieg für die Teams aus Dänemark und Frankreich werden. Während die Däninnen noch den Sprung auf den WM-Zug schafften, scheiterten die Französinnen durch ein 1:1 gegen England denkbar knapp. Dennoch haben beide Teams einiges gemeinsam: seit Jahren arbeiten sie sich Schritt für Schritt nach oben, der große Durchbruch gelang noch nie. „In den entscheidenden Situationen versagen uns häufig die Nerven“, erklärt Dänemarks Nationalspielerin Louise Hansen - eine Aussage, die sich ohne Abstriche auch auf die Französinnen übertragen lässt. Die sehr junge "Équipe Tricolore" steht derzeit vor dem vielleicht größten Neuaufbau ihrer Geschichte. Im letzten Jahr trat bereits Stürmerstar Marinette Pichon zurück, in diesem entließ der Französische Fußballverband die langjährige Trainerin Elisabeth


Deutschland

"So seh'n Sieger aus..." Auch in diesem Jahr möchte die deutsche Mannschaft beim Algarve Cup jubeln.

Loisel. Für den neuen Trainer Bruno Bini heißt es nun, die erfolgreiche Nachwuchsarbeit seiner Vorgängerin fortzusetzen und neue Spielerinnen, wie Sandrine Brétigny, ins Team zu integrieren.

Da der Algarve Cup nur acht Top-Mannschaften die Gelegenheit zum Kräftemessen gibt, schauen jedes Jahr wieder einige Teams in die Röhre. Genau genommen immer die gleichen. „Das ist eine Schande“, beklagt Hollands Nationaltrainerin Vera Pauw und auch ein Blick nach England lässt Unverständnis über die Einladungspolitik aufkommen. Die "Three Lions" wurden von den Portugiesen für die dritte Gruppe eingeladen, lehnten es jedoch ab, gegen Teams, wie Irland, Island und Portugal anzutreten. Keine adäquate Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, erklärte die Mannschaft von Hope Powell und trägt nun Heimspiele gegen Schottland, Russland und Holland aus.
Doch bei aller Kritik fällt ein Lösungsansatz schwer. Eine Vergrößerung des Teilnehmerfeldes ginge vermutlich nur über eine Verlängerung des Turniers. Für Silvia Neid keine Alternative. „Für uns wäre es völlig ausgeschlossen, mehr als einen Bundesliga-Spieltag ausfallen zu lassen. Das könnten wir den Vereinen nicht zumuten“, erläutert die Bundestrainerin die Interessen Deutschlands, das in der langjährigen Geschichte des Algarve Cups auch nicht immer eine Einladung im Briefkasten hatte.

Natasha Kai

Nicht nur Sandra Minnert (r.) bekommt die Klasse von Natasha Kai vorgeführt. Das Talent von der Sonneninsel Hawaii hat sich im vergangenen Jahr einen Namen im US-Team gemacht.

Feste Größe an der portugiesischen Südküste sind dagegen die Vereinigten Staaten.


Die Mannschaft trainiert seit Monaten zusammen, es gibt keine Liga und daher gilt die volle Konzentration dem Unternehmen WM-Titel. Trainer Greg Ryan kann dabei eine gute Altersstruktur in seiner Mannschaft vorweisen. Neben Routiniers, wie Abby Wambach oder Kristine Lilly, hat sich auch Youngster Natasha Kai ihren Platz erspielt, nachdem sie im vergangen Jahr an der Algarve erste Gehversuche in der Nationalmannschaft unternommen und Trainer, Publikum und Presse gleichermaßen verzückt hatte.
Für die Gruppengegner Schweden, Finnland und China dürfte es schwer werden, die US-Girls am Finaleinzug zu hindern. Die Schwedinnen starten ihre WM-Vorbereitung ohne die verletzte Torhüterin Hedvig Lindahl, müssen aber ebenso ohne die Routiniers Malin Moström und Anna Sjöström auskommen, die ihre Karriere beendeten. Insbesondere Moström reißt eine Lücke, die vorerst nicht gleichwertig zu füllen, wodurch Trainer Thomas Dennerby gezwungen war, das Spielsystem zu ändern. Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich seine Mannschaft umstellen kann, denn die ersten Ergebnisse des Jahres (2:2 gegen Japan, 1:0 gegen Schottland) waren eher durchwachsen.
Von Karriere-Enden kann Kollege Michael Käld ein Lied singen. Nach der verpassten WM-Qualifikation seiner Finninnen Spielführerin Sanna Valkonen und Rekordnationalsspielerin Anne Mäkinen ihren Rückzug und daher kann Finnland das Turnier als ersten echten Härtetest seiner im Umbruch befindlichen Mannschaft ansehen.
Ganz klar höher gesteckte Ziele hat das chinesische Team. 1999 war man bereits dicht am Gewinn der Weltmeisterschaft, im eigenen Land soll der Titel in diesem Jahr unbedingt her. Technisch sind die Spielerinnen aus Fernost schon immer eine Augenweide gewesen, verpassten jedoch die Entwicklung zu einem mehr körperbetonten Spiel. Nach einer längeren Durststrecke haben sich die Chinesinnen zwar wieder an die Spitze gespielt, gaben aber gegen die Spitzenmannschaften aus Deutschland, USA und Frankreich in diesem Jahr kein gutes Bild ab.

Mannschaftskader

Schiedsrichterinnen

Spielplan

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