Text: Jens Wolter
Fotos: Nora Kruse
Interviews: Nora Kruse
15.3.2007
Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Gruppenspielen war die Erwartungshaltung hinsichtlich der Leistungen des deutschen Teams bei den Beobachtern sehr gedämpft. Nach einer Phase relativen Leerlaufs in den ersten 35 Minuten (trotz Führungstor) hatte man jedoch den Eindruck, dass jemand im Hintergrund einen unsichtbaren Schalter umgelegt hatte, denn plötzlich wurde (wieder) zielstrebig und konzentriert nach vorn gespielt, woraus sofort eine Häufung gefährlicher Szenen vor dem dänischen Tor entstand.
Beide Mannschaften begannen die Partie sehr verhalten. Die beiden bemerkenswertesten Szenen gehörten dabei Dänemarks Mia Olsen, die in der zweiten Minute von rechts eine Flanke in den deutschen Strafraum schlug, welche jedoch von Steffi Jones ohne Mühe abgefangen werden konnte, sowie Ditte Larsen, die in der neunten Minute aus dreißig Metern einen direkten Freistoß deutlich über das Tor schoss.
Die erste deutsche Offensivaktion ging von Spielführerin Birgit Prinz aus, die in der 13. Minute in der dänischen Hälfte den Ball eroberte und aus zwanzig Metern abzog, allerdings direkt in die Arme von Torhüterin Tine Cederkvist.
 Birgit Prinz (r.), hier gegen Christina Örntoft, ist nicht aufzuhalten und war eine der besten Deutschen auf dem Platz.
Quasi ohne jede Vorankündigung fiel dann in der 16. Minute das 1:0 für Deutschland durch einen Kopfball von Anja Mittag aus etwa fünf Metern nach einer Rechtsflanke von Britta Carlson. Unklar blieb bei dieser Szene für den Beobachter, ob es sich um ein in dieser Form gewolltes Tor handelte oder eher um eine Kopfballverlängerung, die für Kerstin Garefrekes gedacht war, welche dem Ball zwar nacheilte, aber nicht mehr einzugreifen brauchte, weil sich das Leder über die Torhüterin hinweg ins lange Eck senkte.
Fast im Gegenzug hatte Janne Madsen die Riesenchance zum Ausgleich, als sie in der 17. Minute nach Steilpass allein, allerdings stark abseitsverdächtig, vor dem deutschen Tor auftauchte, die herausstürzende Uschi Holl den Ball jedoch mit Faustabwehr an der Strafraumgrenze entschärfen konnte. In der 19. Minute ergab sich auf der anderen Seite eine fast identische Situation vor dem dänischen Tor, als Renate Lingor den Ball für Garefrekes in den Strafraum spielte, diese jedoch ebenfalls an der Torfrau scheiterte. In der folgenden Viertelstunde plätscherte das Spiel wieder ereignislos vor sich hin. Unterbrochen wurde die Langeweile nur durch einen 18-Meter-Schuss von Melanie Behringer, der jedoch zu hoch gezielt war.
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Melanie Behringer (l.) rutschte zwar erst nachträglich ins deutsche Team, gegen Dänemark unterstrich sie aber, dass die Nominierung gerechtfertigt war. Hier läuft sie Janne Madsen davon.
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Erst in der 34. Minute setzte erneut Prinz durch einen abrupten, energischen Vorstoß, den die dänische Abwehr gerade noch zur Ecke abwehren konnte, wieder ein deutliches Zeichen aus deutscher Sicht. Die anschließende Ecke von Lingor brachte zwar keine weitere Gefahr für das dänische Tor, aber es wirkte von außen, als hätte die Aktion von Birgit Prinz die deutsche Mannschaft wie ein Gongschlag aus dem Tiefschlaf geweckt. Die Aktionen wurden zielstrebiger und konzentrierter.
Drei Mnuten später hatte Behringer nach einem knapp abgewehrten Kopfball von Prinz die Möglichkeit, den deutschen Vorsprung auszubauen, geriet aber in Rückenlage und der Ball ging aus sieben Metern über das dänische Gehäuse.
In der 43. Minute erzielte Melanie Behringer dann nach Solo und Linksflanke von Renate Lingor einen Treffer, der jedoch wegen Abseitsstellung keine Anerkennung fand. Noch in der gleichen Minute besserten die Deutschen diesen „Schönheitsfehler” nach, wobei erneut Anja Mittag per Kopf die 2:0-Halbzeitführung erzielte (aus unseren Fotos nähren sich allerdings Zweifel, ob der Ball wirklich in vollem Umfang hinter der Linie war).
 Hier hat Anja Mittag (l.) gegen Gitte Andersen zwar das Nachsehen, dennoch bekam die junge Potsdamerin für ihren Auftritt ein Sonderlob der Bundestrainerin.
Schon kurz nach der Pause konnte sich dann Melanie Behringer nach Zuspiel von Prinz mit einem Schuss aus rund 18 Metern in die Torschützenliste eintragen und sorgte mit dem 3:0 in der 48. Minute für eine Art Entscheidung in diesem Spiel.
In der Folge verstärkten die Däninnen zwar ihre Offensivbemühungen, konnten die deutsche Abwehr aber nicht in ernsthafte Verlegenheit bringen. Im Gegenteil eröffnete das dänische Spiel den Deutschen eine Reihe von Möglichkeiten, die Führung noch deutlich zu erhöhen. Jedoch konnten weder Birgit Prinz
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(59., Lattenoberkante), noch Anja Mittag (62. und 85.) oder Melanie Behringer (73. und 83.) die sich ihnen bietenden Gelegenheiten nutzen.
Als Fazit bleibt zu dieser Partie zu bemerken, dass die deutsche Mannschaft nach einer fünf Spiele
dauernden Mini-Krise mit drei torlosen Unentschieden und zwei Niederlagen wieder in die Spur
zurück zu finden scheint. Allerdings kommt diese Leistungssteigerung zu spät, um im diesjährigen Algarve Cup noch einen der – eigentlich erwarteten – vorderen Plätze zu belegen.
Silvia Neid:
„Wir sind natürlich alle froh, dass wir gewonnen haben. Wir hatten uns viel vorgenommen und konnten eine deutliche Steigerung feststellen. Nach dem ersten Tor lief der Ball besser. Wir haben im Vorfeld am meisten im Theorieraum gearbeitet, haben gesprochen und analysiert. Wir fahren nach Hause und wissen, woran wir zu arbeiten haben. Insbesondere müssen wir das Spiel besser erkennen und schneller und präziser nach vorne spielen.”
Dänemark:
Cederkvist – Olsen, Andersen, Falk Hansen (46.Röddik Hansen/68. Jensen), Örntoft – Eggers Nielsen (46. Paaske Sörensen/78. Rydahl Bukh), Johansen (46. Rasmussen), Larsen, Madsen – With Pape (46. Pedersen), Kjaer Dimun
Deutschland:
Holl – Stegemann, Jones, Hingst, Peter – Garefrekes (63. M. Müller), Carlson (46. Bresonik), Lingor, Behringer – Prinz, Mittag
Tore:
0:1 Mittag (16.)
0:2 Mittag (43.)
0:3 Behringer (48.)
Gelbe Karten: Eggers Nielsen, Kjaer Dimun, Stegemann
Schiedsrichterin: Shane de Silva (Trinidad & Tobago)
Zuschauer: 200 (Estadio Municipal)
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