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Algarve Cup, Spiel um Platz 3

Frankreich noch zu grün für Schweden

Frankreich - Schweden 0:1 (0:0)

Bilder: Nora Kruse
Text: Nora Kruse unter Mithilfe von Jens Wolter

Faro, 17.03.2006   „Das Ergebnis ist für mich nicht wichtig, meine jungen Spielerinnen sollen Spielpraxis sammeln“, so Frankreichs Nationaltrainerin Elisabeth Loisel einen Tag vor dem Spiel um Platz drei gegen Schweden. Laura Georges musste wegen Klausuren zurück in die USA, Camille Abily war zu müde, um von Beginn an zu spielen, Sandrine Soubeyrand musste wegen ihrer Gelb-Roten Karte auf der Bank Platz nehmen, und auch Sandrine Dusang stand nicht zur Verfügung. Chancen also für die jungen Spielerinnen, wie Elodie Thomis, die bei diesem Turnier noch nicht zum Einsatz kam. Große Hoffnungen auf einen Sieg machte sich Loisel nicht, Schweden war für sie der Favorit.

Die Französinnen begannen das Spiel engagiert, wenngleich die ersten Minuten den Schwedinnen gehörten. Das nordische Top-Duo Hanna Ljungberg und Victoria Svensson hätte in der vierten und sechsten Minute bereits die Möglichkeit zur Führung gehabt; Svenssons Schuss aus 16 Metern verfehlte den Kasten nur knapp, und auch Ljungbergs Schuss konnte von Sarah Bouhaddi im französischen Tor nur knapp zur Ecke geklärt werden.

Elisabeth Loisel

Frankreichs Trainerin Elisabeth Loisel, vorne beim Abspielen der Nationalhymne, haderte am Ende mit der Schiedsrichterin

Nur eine Minute später musste sie bei der nächsten schwedischen Ecke erneut klären. Glück für Frankreich in dieser Phase, die damit erstmals bei diesem Turnier nicht mehr das Team der frühen Tore waren – gegen Dänemark führten sie zur Halbzeit bereits mit 2:0, China konnte nach einem Tor in der vierten Minute mit 1:0 besiegt werden, und gegen die USA kassierten die Blau-Weißen bereits in der ersten Minute einen Gegentreffer.

Hoda Lattaf und Lotta Schelin

Sorgten beide für Torgefahr auf der jeweils anderen Seite: Hoda Lattaf, links und Lotta Schelin, die Schützin des entscheidenden Tores

In der Folgezeit wurde jedoch auch Frankreich aktiver. Nach Vorarbeit der erst 19jährigen Elodie Thomis verfehlte Ludivine Diguelmann das schwedische Tor nur knapp. In der 22. Minute schoss Hoda Lattaf am langen Eck vorbei, nur sieben Minuten später landete ihr Schussversuch direkt in den Armen der schwedischen Torfrau.

Auch die Minuten vor der Halbzeitpause gehörten den Französinnen – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. In der 41. und 43. Minute hatte Lattaf erneut die Führung für die Französinnen auf dem Fuß,

Team Schweden

Am Ende verdient auf Platz 3: Das Team aus Schweden freute sich über den Sieg gegen Frankreich

verfehlte jedoch beide Male den Kasten, kurz zuvor gab es jedoch einmal mehr eine Gelbe Karte für Frankreich, die in diesem Turnier sicherlich keinen Fair-Play-Preis verdient hätten. In diesem Fall traf es Delphine Blanc wegen Meckerns. Es schien allgemein ein Tag voller bestraftem Rumgezicke gewesen zu sein, denn keines der drei Spiele, die wir schauten, kam ohne einen gelben Karton wegen Meckerns aus – die Schiedsrichterinnen sind strenger geworden.

Elodie Thomis und Maria Bergkvist

Die schnelle 19-jährige Elodie Thomis konnte sich diesmal selten durchsetzen. Hier ist Maria Bergkvist vor ihr am Ball

Auch in der zweiten Halbzeit waren die Schwedinnen nicht in der Lage, die Partie in die Hand zu nehmen, wenngleich Lotta Schelin nach einem Steilpass in der 51. Minute der 1:0-Endstand – allerdings aus extrem abseitsverdächtiger Position – gelang. In der Folgezeit waren die Chancen auf beiden Seiten ausgeglichen verteilt. Ljungberg spielte sich in der 61. Minute durch den kompletten französischen Strafraum, vier Minuten später verfehlten die Französinnen mit einem Schuss von Marie-Ange Kramo den Kasten. In der 70. Minute unterstrichen sie ihre schlechte Chancenaus- wertung, als es Elodie Thomis nach einem Alleingang auf das schwedische Tor nicht möglich war, den Ball an Hedvig Lindahl vorbei zu spielen.

Hanna Ljungberg

Hanna Ljungberg vor dem Zusammenprall mit Bouhaddi

Für die wohl unschönste Szene des Tages sorgte Sarah Bouhaddi in der 73. Minute, als sie aus ihrem Kasten herausrannte und in voller Geschwindigkeit mit der heranstürmenden Hanna Ljungberg etwa fünf Meter vor dem Strafraum zusammenstieß. Diese Aktion wurde als Notbremse gewertet und mit der Roten Karte

bestraft, Ljungberg musste verletzt vom Spielfeld gefahren werden und wurde durch Anna Sjöström ersetzt.

Chancen zum Ende des Spiels gehörten schließlich den Schwedinnen. In der 80. Minute konnte die eingewechselte Torfrau Céline Deville an gleicher Stelle, an der zuvor Bouhaddi Ljungberg ummähte, gegen Schweden klären. Ihre etwas größere Routine verhalf ihr hier jedoch zu einer sauberen Klärung der Situation. Nur sieben Minuten später hatte Schweden erneut einen Führungsausbau auf dem Fuß, ein Eckball ging nur knapp über die Latte, wäre somit beinahe direkt verwandelt worden.

Dies war die letzte große Chance in einem ausgeglichenen Spiel, dessen Schlusspunkt mal wieder eine Gelbe Karte für Frankreich bildete.

Elisabeth Loisel:

„Meine Mannschaft hat ihr Bestes gegeben und sich trotz diverser Ausfälle sehr gut präsentiert. Wir haben versucht, unsere technischen Fähigkeiten auszuspielen und auch die Bälle früh zu erobern. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Auftritt, allerdings nicht mit der Leistung der Schiedsrichterinnen, die klar gegen uns gepfiffen haben. Der Platzverweis für Sarah ist ausgenommen, das möchte ich mir zunächst noch im Fernsehen anschauen, aber auch das Tor, das aus klarer Abseitsposition erzielt wurde, hätte nicht gegeben werden dürfen.“

Hanna Ljungberg verletzt

Frankreichs Torfrau Sarah Bouhaddi rammte den Kopf von Hanna Ljungberg außerhalb des Strafraums so heftig, dass Ljungberg sofort ins Krankenhaus gefahren werden mußte. Es scheint jedoch glücklicherweise nichts gebrochen zu sein. Wir wünschen schnelle Genesung!

Aufstellungen:

Schweden:

Lindahl, Bergkvist, Marklund, Östberg, Segerström, Moström (63. Seger), Schelin, Fagerström, Sjögran, Ljungberg (75. Sjöström), Svensson (63. Olsson)

Frankreich:

Bouhaddi, Blanc, Provost, Coquet (88. Bussaglia), Lepailleur, Bompastor, Diguelman (59. Pichon/75. Deville), Necib (69. Abily), Kramo (82. Tonazzi), Lattaf

Tor:
Schelin (51.)

Schiedsrichterin: Kari Seitz (USA)

Gelbe Karten: Blanc, Provost, Necib, Lattaf
Rot: Bouhaddi


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