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Algarve Cup

Glücklicher Sieg gegen engagierte Norwegerinnen

Deutschland - Norwegen 1:0 (0:0)

Bilder von Nora Kruse
Text von Jens Wolter

16.03.2006, Faro (Estadio Algarve)  
Eine durchwachsene Vorstellung bescherte der deutschen Elf einen Last-Minute-Sieg gegen eine starke norwegische Mannschaft, die mindestens einen Punkt verdient gehabt hätte.

Die günstige Tabellensituation (Deutschland war nach dem Sieg gegen Schweden bereits für das Finale qualifiziert) erlaubte Bundestrainerin Silvia Neid, ihren jungen Reservespielerinnen einen Einsatz in der Startelf zu ermöglichen. Diese Maßnahme erwies sich an diesem Abend jedoch nicht als Glücksgriff. Unkonzentriert, halbherzig und ohne jedes erkennbare Konzept lieferte diese verstärkte Reservemannschaft 45 Minuten lang eine schauerliche Vorstellung gegen eine hoch motivierte norwegische Mannschaft, die diese Begegnung erkennbar unbedingt gewinnen wollte, um noch das Spiel um Platz drei des Algarve Cups zu erreichen.

Ane Stangeland und Sandra Smisek

Norwegens Kapitänin Ane Stangeland verteidigt hier gut vor Sandra Smisek. Im Hintergrund lauert Melanie Behringer auf einen Fehler der Norwegerin

Bereits in der ersten Minute konnte die deutsche Abwehr die in den Strafraum eingedrungenen Norwegerinnen gerade noch in letzter Sekunde stoppen. In der siebten Minute dann lag dem – wieder sehr lautstarken - norwegischen Anhang der Torjubel bereits auf den Lippen, als Steffi Jones den Ball am eigenen Strafraum an eine Gegenspielerin verlor, aber Nadine Angerer – die einzige deutsche Spielerin, die in dieser Hälfte Normalform erreichte – konnte gerade noch per Fußabwehr retten.

Marit Christensen und Birgit Prinz

Birgit Prinz im Zweikampf mit Marit Christensen

Erneut war es Angerer, die in der 38. Minute durch eine Glanztat eine – zu diesem Zeitpunkt hochverdiente – norwegische Führung verhinderte. In der halben Stunde zwischen diesen beiden Aktionen hatte die konfuse deutsche Mannschaft alle Mühe, das Spiel nicht völlig aus den Händen gleiten zu lassen. In der 39. Minute sorgte Célia Okoyino da Mbabi, die an diesem Abend völlig neben sich stand und nicht eine einzige wirklich gelungene Aktion verzeichnen konnte, mit ihrer gelben Karte für einen weiteren Tiefpunkt aus deutscher Sicht. Die deutschen Spielerinnen konnten sich zur Halbzeit bei ihrer Torfrau bedanken, dass sie nicht mit mindestens zwei Toren im Rückstand lagen.


Siri Nordby und Karolin Thomas

Norwegen fand über den Kampf zum Spiel. Hier Siri Nordby im Einsatz gegen Karolin Thomas

Die verheerende Leistung ihres Reserveteams veranlasste Silvia Neid, in 46. Minute gleich fünf Wechsel vorzunehmen, von denen sicherlich mehrere erst für spätere Zeitpunkte geplant waren. Sofort wandelte sich das Auftreten der deutschen Elf zum Besseren. In der 48. Minute konnte die norwegische Torhüterin Christine Nilsen gerade noch die erste nennenswerte deutsche Torchance zunichte machen, als sie knapp vor Conny Pohlers rettete. Die Norwegerinnen sahen sich nun mit einem gleichwertigen Gegner konfrontiert, hatten aber trotzdem weiterhin Möglichkeiten zur eigenen Führung, so z. B. in der 58. Minute, als ein flacher Ball von rechts quer durch den deutschen Strafraum ging und von Abwehrspielerinnen und Angreiferinnen gleichermaßen verpasst wurde.

Melanie Behringer und Ingvield Stensland

Ingvild Stensland, hier gegen Melanie Behringer, machte ein Klassespiel für Norwegen

Die deutschen Spielerinnen erarbeiteten sich eine Reihe von Chancen, von denen insbesondere zwei sehenswerte Schüsse von Karolin Thomas (62. und 66.) sowie eine weitere Gelegenheit von Pohlers (67.) zu nennen sind.

Sonja Fuss und Leni Larsen-Kaurin

Hier läßt Leni Larsen-Kaurin Sonja Fuss nicht an den Ball. Beide wurden in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Die 70. Spielminute sorgte dann auf deutscher Seite für eine Schrecksekunde, als ein norwegischer Distanzschuss hinter der reaktionsschnell hinuntergetauchten Nadine Angerer - im ganzen Stadion hörbar - an den Pfosten klatschte und von dort ins Feld zurücksprang. Im weiteren


Spielverlauf versuchten beide Seiten weiterhin, jeweils den Siegtreffer zu erzielen, kamen jedoch zu keinen wirklichen Großchancen mehr.

Als sich das verlorene Häuflein von geschätzt 200 Zuschauern in dem 30.000-Personen-Stadion dann innerlich bereits mit der torlosen Punkteteilung abgefunden hatte, gelang Petra Wimbersky nach Vorarbeit von Melanie Behringer von links in der letzten Minute der Nachspielzeit – für die Deutschen glücklich, für die Norwegerinnen tragisch – doch noch der Treffer zum dritten Sieg in diesem dritten Gruppenspiel.

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Petra Wimbersky schoss den Siegtreffer in der letzten Sekunde der Nachspielzeit, als wohl kaum jemand noch damit rechnete. Hier enteilt sie Trine Rönning



Aufstellungen:

Deutschland:

Angerer – Stegemann, Rech (68. Fuss), Jones (46. Krahn), Peter (46. Minnert) – Carlson (46. Thomas), Behringer, Wimbersky, da Mbabi (46. Garefrekes) – Smisek, Prinz (46. Pohlers)

Norwegen:

Nilsen – Stangeland, Fölstad, Nordby, Christensen – Stensland, Rönning, Knutsen (65. Lehn) – Hansen (60. Larsen Kaurin), Lövbraek Wiik (75. Blystad Bjerke), Klaveness (82. Andersen)

Tor:
1:0 Wimbersky (90.+3)

Schiedsrichterin: Christina Ionescu (Rumänien)

Zuschauer: 200

Besondere Vorkommnisse: keine

Karten:
gelb: da Mbabi (38.)
gelb-rot: ---
rot: ---


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