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Algarve-Cup

Eine Halbzeit reicht zum Kantersieg

Deutschland - Finnland 5:0 (0:0)

Text von Jens Wolter (Hamburg, z.Z. Armacao de Pera)
Interviews: Nora Kruse (Mainz, z.Z. Armacao de Pera)
Bilder: Nora Kruse

11.03.2006   Erst die erhöhte Konzentration beim Torschuss in der zweiten Halbzeit bescherte der deutschen Mannschaft einen souveränen Start in den Algarve-Cup 2006.

Die ersten zehn Minuten verbrachten beide Mannschaften mit vorsichtigem Abtasten der gegnerischen Spielweise. Erst in der zwölften Minute eröffnete Conny Pohlers die deutschen Angriffsbemühungen, hob dabei eine Hereingabe jedoch nur auf das finnische Tornetz. Wiederum Pohlers verpasste dann nur eine Minute später eine erneute Hereingabe, konnte den Ball jedoch zurückerobern und ihrerseits vor das Tor geben, ein früher Torerfolg war der deutschen Mannschaft jedoch wiederum nicht vergönnt. Erst danach traute sich Finnland in Richtung des deutschen Tores und wurde in der 17. Minute auch nur durch eine spät gehobene Abseitsfahne gestoppt.

Conny Pohlers und Susanna Lethinen

Conny Pohlers sorgte für viel Gefahr, hier einteilt sie Susanna Lehtinen

Die nächsten Minuten gehörten wieder der deutschen Mannschaft. Nach einer guten Hereingabe von Pohlers auf der rechten Seite konnte Sandra Smisek einen Drehschuss nicht im Tor unterbringen, dieser wurde von zwei finnischen Verteidigerinnen gerade noch vor der Linie weggeschlagen. Eine misslungene Freistoßvariante in der 22. Minute, nach einem Foul an Kerstin Garefrekes, konnte allerdings nicht für weitere Torgefahr sorgen. In der 31. Minute rutschte Smisek, die zur zweiten Halbzeit wegen ihrer vergebenen Chancen ausgewechselt wurde, eine erneute hohe Flanke von Pohlers über den Scheitel ins Toraus.

Birgit Prinz

Birgit Prinz arbeitete viel, bereitete das erste Tor gut vor und schoß das zweite selber. Hier ist sie schneller als Minna Mustonen

Auch mehrere Torschussversuche nach der von Smisek erkämpften ersten deutschen Ecke führten nicht zu einem erfolgreichen Abschluss. Die letzte Großchance der ersten Halbzeit vergab dann Pohlers, als sie in der 34. Minute, nach einem von Nadine Angerer sicher abgefangenen direkten Freistoß, den direkten Gegenstoß über das Tor hob.


Kopfballtor

Kerstin Garefrekes (Nr.18) köpft hier das 3:0. Mit der 5 Tina Salmen und Susanna Lehtinnen mit der 11 können Torhüterin Junkkari nicht mehr helfen. Rechts hinter Garefrekes die eingewechselte Celia Okoyino da Mbabi

Nach der Pause begann die deutsche Elf mit dem erkennbaren Willen, jetzt eine Entscheidung im Spiel herbeizuführen, wobei Birgit Prinz mit zwei Torschüssen die beiden zunächst augenfälligsten Aktionen gelangen (47. und 57. Minute). Erneut war es Prinz, die sich in der 60. Minute mit einer gelungenen Einzelaktion im Strafraum entscheidend durchsetzen konnte und Conny Pohlers mit einem Flachpass bediente, den diese nur noch zum 1:0 über die Linie drücken musste.

Petra Wimbersky und Sanna Valkonen

Petra Wimbersky (rechts) im Zweikampf mit Sanna Valkonen, die - wie einige Finninen - grippegeschwächt ins Spiel ging

Drei Minuten später bekam Nadine Angerer dann die Gelegenheit, sich auszuzeichnen, als sie den Schuss einer finnischen Angreiferin aus nächster Nähe durch eine Blitzreaktion entschärfen konnte. Wiederum eine Minute später fiel dann eine Art Vorentscheidung, als Prinz einen sehenswerten Alleingang von Kerstin Garefrekes zum 2:0 vollenden konnte. Garefrekes selber war es in der 71. Minute vorbehalten, durch ein Kopfballtor zum 3:0 ihre gute Tagesleistung zu krönen.

Melanie Behringer erhöhte nach Ablage von Pohlers in der 81. Minute auf 4:0. In der 86. Minute war es Sonja Fuss, die mit dem 5:0 den Schlusspunkt setzte, als sie einen direkten Freistoß von Behringer ins finnische Tor lenkte.

Stimmen zum Spiel:

Michael Käld:

„Mit der ersten Halbzeit meiner Mannschaft war ich sehr zufrieden, unsere Verteidigung hat gut gearbeitet. Für uns ist es immer gut, wenn die Deutschen kein Tor schießen, denn ist das erste gefallen, lassen wir meist die Köpfe hängen. Unglücklich bin ich dennoch nicht, denn viele meiner Spielerinnen waren angeschlagen, und außerdem sehe ich den Algarve Cup als ein reines Trainingsturnier. Oberste Priorität


genießt bei uns die WM-Qualifikation, bei dem im April das nächste Spiel ansteht. Spiele gegen die deutsche Mannschaft sind wichtig, von ihr kann man viel lernen, aber bei uns geht es nur Schritt für Schritt – und der nächste ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2007.“

Silvia Neid:

„Wir hatten in der ersten Halbzeit viele 100%ige Chancen und konnten keinen Ball im Netz unterbringen. Dennoch halte ich den Sieg für total verdient, weil nach dem 1:0 der Bann gebrochen war. Ich will dieses Turnier noch immer gewinnen, Norwegen und Schweden werden aber andere Kaliber sein, als Finnland, die sich bei der Europameisterschaft wesentlich besser präsentiert haben.
Mit den jungen Spielerinnen bin ich sehr zufrieden, sie haben alle direkt ins Spiel gefunden. Sie sollten die Gelegenheit bekommen, ohne Druck spielen zu können und von den Alten den Weg etwas geebnet zu bekommen.“

Publikum

Das Spiel war auch für einen von Sonia Denoncourt geleitetes Schiedsrichterworkshop interessant. (blaue Trainingsanzüge)

Aufstellungen:

Deutschland:

Angerer – Stegemann (75. Rech) , Krahn, Jones (80. Peter), Minnert (69. Fuss) – Pohlers, Carlson (56. da Mbabi), Garefrekes, Mittag (69. Behringer) – Prinz, Smisek (46. Wimbersky)

Finnland:

Junkkari – Valkonen, Salmen, Sarapää (64. Vartiainen), Lehtinen – Mäkinen, Mustonen, Rantanen (88. Hakala), Nokso-Koivisto – Kalmari, Talonen (75. Niemi)

Tore:
1:0 Pohlers (60.)
2:0 Prinz (64.)
3:0 Garefrekes (71.)
4:0 Behringer (81.)
5:0 Fuss (86.)

Schiedsrichterin: Anna de Toni (Italien)

Zuschauer: 100

Besondere Vorkommnisse: keine

Karten: keine


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