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Mädchenfußball

Junglöwinnen räumen ab

Finale im U15 Niederrheinpokal 2011: SG Essen-Schönebeck - FCR 2001 Duisburg

25.07.2011
Text von Stephan Tegründe, Bilder von Martin Meier

Zweitligakader 1. FC Köln Frauen

Endlich geschafft!  Nach dem entscheidenden Elfmeter stürmen die Junglöwinnen auf ihre Mitspielerinnen und ihren Trainer zu.

Auch abseits der Frauenfußball-Weltmeisterschaft wurde in Deutschland Fußball gespielt – und dabei fielen durchaus wichtige Entscheidungen. Auf der Sportanlage am Haus Lütz in Mönchengladbach ging es am letzten Wochenende darum, die Pokalsiegerinnen bei den B- und C-Juniorinnen im FVN (Fussballverband Niederrhein) zu küren.

Tabitha Lingier, Sarah Langensiepen
Im ersten Spiel des Tages trafen die C-Juniorinnen des FCR 2001 Duisburg (im Vorjahr im Finale der gastgebenden Borussia unterlegen) und der SG Essen-Schönebeck aufeinander. Neben zahlreichen Eltern der Spielerinnen war – sicherlich auch deshalb, weil die Junglöwinnen in beiden Finalspielen vertreten waren - ein gutes Dutzend FCR-Fans angereist, die ihre Mannschaft lautstark unterstützten. Auf Essener Seite wurde dies etwas vermisst, was wohl daran lag, dass die Bundesligamannschaft der SGS ein Testspiel beim 1.FC Köln absolvierte. Für den SGS-Manager Willi Wißing war es jedoch Ehrensache, den eigenen Vereinsnachwuchs in diesem wichtigen Spiel mit seiner Anwesenheit zu unterstützen. Doch auch das half letztlich nichts: nach einem spannenden und ausgeglichenen Spiel behielt der Vorjahresfinalist nach Elfmeterschießen mit 5:4 die Oberhand.


Bild links: Zwei ‚Zehner’ unter sich: Tabitha Lingier (FCR) behält in dieser Szene die Hoheit gegen Sarah Langensiepen


Der FCR begann druckvoll, spielte sich jedoch ein ums andere Mal in der gutChantal Huppertz stehenden Essener Defensive fest. Die Schönebeckerinnen befreiten sich recht schnell daraus und leiteten ihrerseits erste Angriffe ein, aus denen sich nach gut fünf Minuten der erste Eckstoß von der rechten Seite ergab. Der scharf hereingeschlagene Ball wurde zunächst geklärt, landete dann jedoch bei Michelle Radziejewski, die einfach mal aus knapp dreißig Metern abzog – und der Ball senkte sich zum Entsetzen der Löwinnen über Sarah Deinert hinweg unhaltbar in den Winkel – ein Traumtor, 1:0 für die SGS nach 6 Minuten.

Bild rechts: Chantal Huppertz zieht kraftvoll ab zum verdienten 1:1-Ausgleich für den FCR.


Der FCR kurzzeitig geschockt, denn nur wenig später lief wieder ein gefährlicher Angriff der Essenerinnen, bei dem FCR-Kapitänin Jolina Niewiadomski aber in höchster Not klären konnte. In der Folge entwickelte sich ein munteres und ansehnliches Spiel mit guten Aktionen auf beiden Seiten, wobei die SGS vor allem über die rechte Seite durch die schnelle Alina Franke gefährlich vor das Duisburger Tor kam. Immer wieder entwischte sie ihren Gegenspielerinnen und konnte den Ball gut in den Strafraum bringen, der dort jedoch nicht erfolgreich verwertet werden konnte. Nach einer knappen Viertelstunde brachte ein Gegenangriff der Duisburgerinnen, die geschickt per Doppelpass in den Essener Strafraum eindrangen, eine hochkarätige Chance: Lisanne Grusa zog aus 10 Metern ab, Essens Torhüterin Kari Närdemann streckte sich, konnte den Ball allerdings nicht mehr erreichen – doch die Kugel sprang vom Pfosten ins Feld zurück. Weitere Duisburger Chancen wurden von Närdemann in der Folge sicher pariert. Auf der anderen Seite kam Henrike Sahlmann für die SGS zu zwei guten Chancen, verfehlte jedoch knapp.

Kari Närdemann, Senanur Duran Das leichte Übergewicht der Essenerinnen ließ nach, als Franke, die unheimlich viel gelaufen war, erschöpft ausgewechselt werden musste (sie kehrte zwar zum Ende der 2. Halbzeit aufs Feld zurück, zeigte sich dann aber deutlich weniger wirkungsvoll). Und als alle schon den Pausenpfiff erwarteten, vertändelte die Essener Abwehr nach einer Ecke den Ball unnötig, Chantal Huppertz zielte aus 20 m aufs Essener Tor, und der Ball schlug in der 35. Minute unhaltbar für Kari Närdemann zum verdienten Ausgleich für den FCR im Essener Tor ein. Doch das war noch nicht die letzte Aktion; diese blieb Henrike Sahlmann vorbehalten, aber ihr Distanzschuss strich denkbar knapp über das Duisburger Gehäuse.

Bild links: Die Essener Torhüterin Kari Närdemann riskiert erfolgreich Kopf und Kragen gegen Senanur Duran (FCR)


In der 2. Halbzeit blieb das Niveau gutklassig, jedoch entwickelte keine der beiden Mannschaften ein eindeutiges spielerisches Übergewicht, beide waren im Abschluss entweder nicht konsequent genug, manchmal zu umständlich, scheiterten an den inzwischen dicht stehenden Abwehrreihen oder endeten in den Armen der beiden gut agierenden Torhüterinnen. Zwingende Chancen ergaben sich nicht, so dass es in die Verlängerung von 2x 5 Minuten ging. Die erste Hälfte verlief unverändert, doch es war den Duisburgerinnen in den noch verbleibenden fünf Minuten anzumerken, dass sie die Entscheidung herbeiführen wollten. Nachdem kurz vor Schluss Senanur Duran bereits mit einem Schuss über das Tor erfolglos geblieben war, setzte sich Sekunden vor dem Abpfiff Toni Berger auf der linken Seite wunderbar gegen ihre Gegenspielerin durch und passte von der Grundlinie mustergültig in den Strafraum, Kari NärdemannTabitha Lingier war geschlagen, und die Duisburger Anhänger hatten den Jubelschrei bereits auf den Lippen - doch zu deren Entsetzen (und zur Erleichterung der SGS-Anhängerschaft) schob die völlig frei stehende Senanur den Ball Zentimeter rechts am Essener Gehäuse vorbei. Eine 100%ige Chance vergeben – sollte sich das bitter rächen? Unmittelbar danach pfiff der gut agierende Unparteiische ab, das Elfmeterschießen musste also die Entscheidung bringen.

Die SGS begann mit Kristina Kessler, die halbhoch rechts schoss – doch Sarah Deinert ahnte die Ecke und parierte glänzend. Nachdem Toni Berger für den FCR traf, hielt Sarah auch den zweiten, unplatziert geschossenen Essener Elfmeter. Jede Seite verwandelte danach zweimal sicher, so dass Kapitänin ‚Jojo’ Niewiadomski beim Stand von 4:3 für den FCR die Chance zur vorzeitigen Entscheidung hatte. Ein platzierter Elfmeter nach links – doch Kari Närdemann ahnte die Ecke und parierte den Ball mit den Fingerspitzen! Es blieb spannend – zumal auch die herausragende Henrike Sahlmann für die SGS sicher verwandelte. Tabitha Lingier hatte es nun auf dem Fuß – und sie ließ Kari Närdemann keine Chance. Es folgte ein grenzenloser Jubel der glücklichen Junglöwinnen, die sich vor allem bei der Siegtorschützin und ihrer Torfrau bedankten.

Bild rechts: Geschafft! Tabitha Lingier strahlt nach dem entscheidenden Elfmeter, der den FVN-Pokalsieg für die U15 des FCR bedeutet


Nach der Siegerehrung – und nachdem sie auch erfolgreich ihren Trainer Kurt Hauer mit der obligatorischen Mineralwasserdusche bedacht hatten - galt aber schnell das Augenmerk und das Daumendrücken aller ihren älteren Mitspielerinnen aus der U17, deren 2. Halbzeit gerade begonnen hatte – und nicht weniger spannend verlief…


Stenogramm:

SG Essen-Schönebeck:
Närdemann – Masloch, Rohde (65. Liebscher), Gennen, Mellerke – Franke (28. Komossa / 55. Franke), Langensiepen, Wiemann, Radziejewski, Sahlmann – Kessler

FCR 2001 Duisburg:
Deinert – Freesmann (45. Sefzick), Huppertz, Niewiadomski, Dannehl -,Spitalar Grusa, Lingier, Berger – Löffler (45. Maraun), Duran

Tore:
1:0 Radziejewski (6.)
1:1 Huppertz (35.)

Elfmeterschiessen:
Deinert hält gegen Kessler; 1:2 Berger; Deinert hält gegen Gennen; 1:3 Dannehl; 2:3 Langensiepen; 2:4 Huppertz; 3:4 Wiemann; Närdemann hält gegen Niewiadomski; 4:4 Sahlmann; 4:5 Lingier

Gelbe Karten: Rohde / Niewiadomski

Zuschauer: ca. 160



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